Vaihingen (ub) – Großbaustelle Freibad: Einen Monat vor der Eröffnung werden Steine gewuchtet, Dehnfugen gezogen, neue Blumenkübel montiert und Lösungen gesucht – zum Beispiel wie der defekte Massagepilz rechtzeitig repariert wird. „Und natürlich warten wir auch auf eine gute Saison“, sagt der Vaihinger Bäderbetriebsleiter Helmut Schulz.
Wenn Helmut Schulz in seinen Bilanzen blättert, sind die letzten zwei Jahre – freundlich ausgedrückt – bescheiden. 67565 Besucher kamen 2008 ins Vaihinger Freibad, nur 60700 im Jahr 2007. „Das war der schlimmste Sommer überhaupt“, klagt der Bäderchef. Durchschnittlich kommen in einer guten Saison zwischen 80000 und 85000 Leute in das Familienbad im Egelsee. „Deshalb wird es Zeit, dass wir mal wieder tolles Wetter bekommen.“
Am 1.Mai öffnet das Freibad – 24 Grad hat dann das Mehrzweckbecken, 27 Grad das Nichtschwimmerbecken und 28 Grad das Kinderplanschbecken. Dieser frühe Eröffnungstermin hat sich seit zehn Jahren etabliert – Schulz: „Das sichert uns vor allem die Saisonkarten.“ Überlegt wird jetzt noch, ob ab dem 15. Juni statt bis 20.30 bis 21 Uhr geöffnet werden soll. Dafür soll Ende August früher Schluss mit dem Badespaß sein. Die Erfahrung von Schulz: „In den letzten vier Jahren war der Juni von der Sonne her besser bestückt als der August.“ Die Eintrittspreise bleiben unverändert: Erwachsene zahlen für den Freibadeintritt 2,50 Euro, ein Saisonkarte kostet 38 Euro, die Familienkarte 76 Euro.
Bis der Badebetrieb an der Walter-de-Pay-Straße startet, ist jetzt die Hochzeit der Handwerker. Optisch fallen an der Enzseite die gefällten Pappeln ins Auge. Schulz: „Eine Baumuntersuchung hat den miserablen Zustand der Bäume bescheinigt.“ Von innen heraus faulten die Pappeln, die Folge war viel Totholz. „Wir hätten es uns nicht leisten können, wenn während der Saison ein Ast auf die Liegewiese gekracht und eventuell Gäste zu Schaden gekommen wären“, so der Bäderbetriebsleiter. So wurde bereits im letzten Jahr damit begonnen, die Pappeln entlang des Zauns zu fällen.
Rund um die beiden großen Becken sind derzeit Mitarbeiter des städtischen Bauhofs damit beschäftigt, die wackligen Betonplatten zu begradigen. Mit einer dicken Dehnungsfuge soll auch der Druck dieser Platten auf die Fliesen im Becken genommen werden. Durch den Frost gab es seither immer Beckenkopfschäden. Schulz: „Mit dieser Sanierungsmaßnahme wollten wir schon früher beginnen, doch da machte das kalte Wetter einen Strich durch die Rechnung.“
Bis zum 1. Mai verschwinden auch die alten, hölzernen Blumenkübel. Sie werden durch ein Granit- und Edelstahlgehäuse ersetzt. „Das macht schon etwas fürs Auge her“, ist sich Schulz sicher.
Ein Problem ist noch der Massagepilz: „Er hat den Frost nicht überstanden.“ In schöner Regelmäßigkeit lösen sich hier sämtliche Fliesen. Schulz: „Da müssen wir eine nachhaltige Lösung finden.“
Im Bereich des Volleyballspielfeldes will das Bäderteam eine kleine Spielwiese schaffen. So sollen Fußballtore aufgestellt (Schulz: „Seither wurden immer die Mülleimer als Torbegrenzungen genommen“) und ein Badmintonnetz gespannt werden. „Man muss nicht immer Riesensummen investieren, um ein attraktives Bad zu haben“, so die Philosophie von Schulz.
Eine besondere Attraktion aus der Reihe ist am 1. August geboten. Der Vaihinger Jugendgemeinderat will ein Nachtbaden veranstalten. Dazu spielt die Gruppe „Besser“.
