Mittwoch, 23. Mai 2012

"Jugend musiziert" in Vaihingen




Äußerst konzentriert trommeln die Jugendlichen. Foto: Elsässer
Äußerst konzentriert trommeln die Jugendlichen. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Genau 187 Jugendliche im Alter von zwölf bis 21 Jahren haben sich am Wochenende in Vaihingen eingefunden, um im Rahmen von „Jugend musiziert“ am Landeswettbewerb Schlagzeugensemble teilzunehmen. Eine Herausforderung nicht nur für die Musiker, sondern auch für den Ausrichter, die CJD Jugendmusikschule Vaihingen.
Samstag, 11 Uhr, Eingangsbereich des Friedrich-Abel-Gymnasiums in Vaihingen. Peter Kopp, Leiter der Jugendmusikschule, und seine Sekretärin Rosemarie Oberdorfer sitzen gelassen am Infostand. Peter Kopp schlürft genüsslich einen Kaffee und kaut an einem süßen Stückle. „So schön kann man es haben“, lachen die beiden und lehnen sich zurück. Doch dir Ruhe hält nicht lange an. Nur eine Minute später der ganz normale Wahnsinn. „In welchem Raum findet unsere Wertung statt?“, will ein Nachwuchsmusiker wissen. „Der Raum, den wir zugewiesen bekommen haben ist doch viel zu klein. Wir haben schließlich sechs Marimbas dabei“, klagt der Begleiter eines Ensembles. „Wo ist denn die Damentoilette“, will eine Frau wissen. Peter Kopp und Rosemarie Oberdorfer behalten den Überblick und können jedem helfen.
„Sie hätten am Freitagnachmittag hier sein sollen“, sagt Kopp. „Um 12.20 Uhr standen die ersten 7,5-Tonner mit Musikinstrumenten da. Da war hier noch Schule.“ Punkt 12.45 Uhr sei dann damit begonnen worden, die Räume für das Wertungsspiel auszuräumen. Denn: Um 15 Uhr sollte hier das erste Wertungsspiel beginnen und vorher musste das Ensemble noch sein Equipment aufbauen und sich einspielen. Doch es hat alles gepasst – am Freitagnachmittag und am gesamten Wochenende.
Die Instrumente hatten die Jugendlichen allesamt selbst mitzubringen. „Die stellen wir grundsätzlich nicht zur Verfügung“, so Peter Kopp. Lediglich wenn etwas vergessen wurde oder kaputt ging, wurde ausgeholfen.
Landeswettbewerb Schlagzeugensemble: Ein Ensemble darf aus zwei bis sechs Musikern bestehen. Jede Gruppe hat drei Werke aus drei verschiedenen stilistischen Richtungen zu spielen. Erstens: Set up. „Das ist alles, worauf man klopfen kann vom Kochtopf bis zum Holzbrett“, sagt Kopp. Zweitens: Mallet. Hier wird mit Klangstäben gespielt und zwar auf Instrumenten wie Xylophon, Vibraphon, Marimba und Glockenspiel. Drittens: reine Percussion (Schlagzeug). Ein Blick auf die Notenblätter in der Richtung Set up dürfte selbst einem gestandenen Musiker den Schweiß auf die Stirn treiben. Die Zeichen und Hieroglyphen haben mit Noten im herkömmlichen Sinn nichts mehr gemeinsam. Und bei der Stilrichtung Mallet sind sogar Werke von Johann Sebastian Bach zu hören.
Gewertet wurde parallel durch zwei Jurys in vier verschiedenen Räumen des Friedrich-Abel-Gymnasiums und des Schlosses (Aula). Das achtköpfige Wertungsteam setzte sich aus Musikprofessoren und Musiklehrern aus ganz Deutschland zusammen, die laut Peter Kopp selbst erfahrene Solisten sind, von denen auch jeder noch selbst unterrichtet. „Die sind noch an der Basis“, sagte Kopp. Das Niveau war sehr hoch, entsprechend angespannt waren die jungen Musiker. Kein Wunder, wie Peter Kopp sagte: „Schließlich geht es um den Einzug ins Bundesfinale.“
Wenngleich der Landesmusikrat für die gesamte Finanzierung der Veranstaltung aufkam (Essen, Jury, Aufwandsentschädigung für Helfer, Hausmeister, Putzfrau), so lag die Arbeit bei der Jugendmusikschule. „Ein enormer Aufwand“, wie Kopp befand. Rund 100 Helfer hatte er an den drei Tagen im Einsatz. Bei den Musikern musste er allerdings passen. „Wir haben ein siebenköpfiges Ensemble, das wegen der Anzahl der Spieler nicht teilnehmen darf. Einen Schüler nicht mitspielen zu lassen, damit wir auf sechs Teilnehmer kommen, wäre ungerecht gewesen“, so Kopp. Und aus den rund 60 Schülern im Percussion-Bereich der Jugendmusikschule eigens für den Wettbewerb ein Ensemble zusammenzustellen, sei pädagogischer Unsinn. Dennoch hatten nicht nur die Ausrichter, sondern auch zahlreiche neugierige Zuschauer am Wochenende ihren Spaß an leisen und lauten Percussion-Tönen.




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