Vaihingen (ub) – Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch spricht von der „Komplexität“ des Themas, von einem längeren Prozess. Es geht um das Sammeln von Wünschen, um die Beteiligung der Bevölkerung. Es geht aber auch um das Machbare, nicht um Utopien an der Enz. „Wir tasten uns heran“, so Maisch. Wie sieht die künftige Nutzung der Gemeindewiesen, der Köpfwiesen und des Egelsees in Vaihingen aus?
Im Stadtteilausschuss gab es am Montagabend die erste Grundsatzberatung zu diesem Thema – und sicherlich nicht die letzte. So sind die Gebiete schon bisher recht unterschiedlich. Die Gemeindewiesen zwischen der Seemühle und der Hautleimfabrik Häcker sind durch Wiesen und Äcker sowie markante Gehölzstrukturen entlang der Enz und der B10 geprägt. Im südlichen Teil dominieren die baulichen Anlagen – vor allem der Gewerbebetrieb Häcker. Die Köpfwiesen umfassen die Bebauung entlang der Straße Im Mühlkanal und die differenzierte Kleingartenstruktur. Bei der baulichen Nutzung im Egelsee dominieren die Sportanlagen. Hinzu kommt noch der markante Festplatz beziehungsweise Verkehrsübungsplatz und die kleinteilige Bebauung im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Weller.
Die Gemeinderatsfraktion der Grünen hat in der Vergangenheit immer wieder Anläufe zur Überplanung des Gebiets zwischen der B10 und Enz, Egelsee, Gemeindewiesen und Köpfwiesen unternommen. Nachdem es keine Bewerbung für eine Landesgartenschau gibt, steht nun der Rahmenplan Egelsee zur Debatte.
Grundsätzlich sollen dabei die Gemeindewiesen weiterhin naturnaher Freiraum für die Naherholung bleiben. Falls die Hautleimfabrik aufgegeben werden würde, sei hier ein Rückbau anstrebenswert. Bei den Köpfwiesen wird über einen Stadtpark und über eine weitere Kleingartennutzung diskutiert – oder über eine Kombination aus beiden. Der Egelsee wird weiterhin als siedlungsnaher Freizeitraum definiert. Dabei geht es genauso um die Aufwertung des Enzufers, einen möglichen Kreisverkehr an der Auricher Straße, Walter-de-Pay-Straße und im Holzgarten, aber auch um die Zukunft des Sportplatzes mit der 369 Meter-Bahn gegenüber dem bisherigen Verkehrswachthaus.
„Dieser Sportplatz muss raus, er hemmt die Entwicklung“, sagte beispielsweise Armin Zeeb in der Diskussion beim Stadtteilausschuss. OB Maisch: „Wenn der VfB seinen zweiten Sportplatz hat, können wir die Sache entspannter diskutieren. Dann ist der alte Sportplatz wirklich obsolet.“ Von der Verwaltung wird in nächster Zeit auch geprüft, wo ein möglicher Standort für eine „Kampfbahn Typ C“ (vier Rundlaufbahnen à 400 Meter beziehungsweise sechs 110-Meter-Bahnen sowie ein 105 x 68 Meter großes Fußballfeld – dazu Anlagen für Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen, Diskus) sein könnte. Bei den Abiturprüfungen der Gymnasien in Sport müssen die Leichtathleten bisher in andere Kommunen ausweichen, weil es in Vaihingen keine adäquate Laufbahn gibt. Angestrebt wird ein Standort in der Nähe der beiden Gymnasien.
Ulrike Schmidt-Hitschler will in die Debatte um den Rahmenplan die Bevölkerung miteinbeziehen und forderte im Stadtteilausschuss einen beschränkten Ideenwettbewerb. Friedrich Wahl: „Hier sind Ideen, Geld und der eine oder andere Eigentümer gefragt.“ Auch Walter Sämann brachte den hohen Prozentsatz an privaten Eigentümern ins Spiel. Zu berücksichtigen sei auch das Hochwasser. Jürgen Rapp will eine Wunschliste aufstellen, Peter Schimke die Machbarkeit in den Vordergrund stellen. Armin Zeeb umriss noch einmal die Ideen der Grünen, die bereits 2007 einen Begang der Enzauen zwischen der Seemühle und dem Löbertsbrunnen veranstalteten. So seien weitere Übergänge über die Enz wünschenswert, im Bereich der Köpfwiesen könne ein Floß installiert werden. Die Enzinsel sei ein idealer Standort für eine Gartenwirtschaft, der bestehende Sportplatz könne zu einer Spiel- und Liegewiese werden.
Bürgermeister Wilfried Nestle plädierte dafür, die drei Gebiete hinsichtlich ihrer langfristigen Funktionalität getrennt zu betrachten. Bei den Gemeindewiesen werde es seiner Ansicht nach keine großartigen Veränderungen geben, bei den Köpfwiesen seien die Zugänglichkeit zur Enz und die Anbindung des Enzufers an die Stadt zentrale Punkte, für den Egelsee könnten Wünsche gesammelt werden.
