Zehn Jahre: Das Stromberg-Gymnasium feiert sich
Vaihingen – Das Stromberg-Gymnasium ist mit seinem Frühlingsfest ins Jubiläumsjahr gestartet. Die Schule wurde vor zehn Jahren mit 312 Schülern eröffnet. Bis heute hat sich die Schülerzahl mehr als verdoppelt.
Stille. Die Schüler des Vaihinger Stromberg-Gymnasiums und derren Eltern, Freunde und Bekannte blicken auf den Steinboden im Foyer der Schule. Sie falten ihre Hände, halten inne. Das zehnte Frühlingsfest an dem Gymnasium beginnt am Samstag mit einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufes in Winnenden. Am Eingang der Schule haben die Kinder und Jugendlichen mit ihren Lehrern eine Trauertafel aufgestellt. Eine Frage ist darauf immer wieder zu lesen: „Warum?“
Auch Schulleiter Hans-Günter Peisch weiß keine Antwort darauf. Er sagt: „Es hätte jede Schule treffen können.“ Geiseln wolle man sich von den Ereignissen jedoch nicht lassen. Deshalb hat die Schule entschieden, dass das Schuljubiläum und das Frühlingsfest gefeiert werden. Nur ein Programmpunkt wurde gestrichen: Der Luftballonwettbewerb. „Die lassen wir ein anderes Mal steigen“, verspricht Peisch.
Zehn Jahre Stromberg-Gymnasium. Gefeiert werden in den Reden zu Beginn der Veranstaltung vor allem die Meilensteine in der kurzen Geschichte. Hans-Günter Peisch nennt zum Beispiel den ersten Schultag als einen solchen. „Damals im September 1999 sind 312 Schüler begeistert ins neue Schulhaus gekommen.“ Noch im selben Jahr wurde ein Förderverein gegründet.
Zur Jahrtausendwende wird dann offiziell der Name Stromberg-Gymnasium verliehen. Sieben Jahre nach dem ersten Schultag findet der Spatenstich für einen Erweiterungsbau statt. Bis heute hat sich die ursprüngliche Schülerzahl mehr als verdoppelt. „650 Kinder und Jugendliche werden bei uns unterrichtet“, sagt Schulleiter Peisch.
Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch spricht von einer tollen Schule, die sich prächtig entwickelt habe. Den Bau des zweiten Gymnasiums habe die Stadt zu keinem Zeitpunkt bereut. In Vaihingen gebe es heute rund 700 Gymnasiasten mehr als noch im Jahr 1999. Diese Masse hätte das Friedrich-Abel-Gymnasium nicht auffangen können.
Die Elternbeiratsvorsitzende Ute Paukstat hebt vor allem das „hohe Engagement der Eltern“ hervor. Als Beispiele für unterstützte Projekte nennt sie die Fünfer-Zeitung und den Berufs- und Studienmarkt für die Schüler in den Oberstufenklassen des Gymnasiums.
Schülersprecher Bernd Dörner bestätigt, dass das Frühlingsfest, das es am Stromberg-Gymnasium von Anfang an gibt, der Höhepunkt im Schuljahr sei. „Und deshalb haben wir uns drei Tage lang intensiv vorbereitet.“ Unter Beweis stellt das zum Beispiel die neue Big Band der Schule. Sie sorgt für den musikalischen Rahmen beim Frühlings- und Jubiläumsfest.
Im Flur der Schule riecht es nach Kuchen und frischen Waffeln. An einem Tisch verkaufen vier Schülerinnen aus der 7. Klasse gebastelten Frühlingsschmuck. In und vor den Klassenzimmern werden Arbeitsgemeinschaften, das Schülerzeitungsteam und besondere Schulfächer vorgestellt. Im Außenbereich kann zum Beispiel Hockey gespielt werden – die Hockey AG besteht so lange, wie es das Gymnasium schon gibt.
Am Ende wird es schrill: Wie in jedem Jahr ist die Modenschau der Schülerinnen und Schüler der letzte Punkt im Programm. Das wird vermutlich auch bis zum nächsten Jubiläum noch so bleiben.
Philipp-Marc Schmid
