Vaihingen (elf) – Im Gewerbegebiet „Flosch“ in Vaihingen steht eine massive Veränderung bevor. Der Hela-Baumarkt zwischen Stuttgarter und Planckstraße soll deutlich erweitert und in einen Globus-Baumarkt umgewandelt werden. Obwohl das hierfür erforderliche Änderungsverfahren des Bebauungsplans seit Sommer vergangenen Jahres im Gange ist, entspann sich im Gemeinderat erneut eine Diskussion um das Sortiment. Am Ende stimmte das Gremium dem Rechtsplanentwurf mehrheitlich zu.
Bereits seit 2008 gehört der Hela-Baumarkt zur Gruppe der Globus-Fachmärkte. Die nach eigener Aussage bundesweit zehntgrößte Handelskette beabsichtigt eine umfangreiche Erweiterung des Baumarkts im „Flosch“. Dadurch wird sich die gesamte Betriebsgröße von 12800 auf 23500 Quadratmeter nahezu verdoppeln. Auch die Verkaufsfläche wird sich auf knapp 10000 Quadratmeter vergrößern. Klar, dass damit auch das Sortiment deutlich erweitert wird. Neben dem bestehenden Angebot soll es dort künftig beispielsweise auch Zooartikel mit lebenden Tieren, Motorfahrzeuge (Roller) und Fahrräder zu kaufen geben.
„Jetzt geht es ans Eingemachte“, beschwerte sich Thomas Fritz (CDU, Ensingen). Seine Fraktion hätte die Sortimentsliste überprüft und sei zum Entschluss gekommen, dass sich der Aktionskreis Stadtmarketing nochmals damit beschäftigen müsse. Fritz stellte diesbezüglich einen Antrag und meinte: „Wir wollen schließlich einen Baumarkt und keinen Kfz-Händler.“
Helga Eberle (FDP, Aurich) wunderte sich darüber. „Über die Sortimentsfrage haben wir doch vor einem halben Jahr lang und breit diskutiert und festgelegt, was erlaubt wird. Das sollte man jetzt nicht wieder infrage stellen.“ Armin Zeeb (Grüne, Vaihingen) pflichtete ihr bei. „Ich weiß nicht, warum jetzt nochmals am Sortiment rumgemacht wird.“
Thomas Fritz verteidigte seinen Antrag: „Wir müssen die Frage dann angehen, wenn wir die entsprechenden Beschlüsse fassen.“ Es sei sachlich gerechtfertigt, die Auswirkungen des Gesamtsortiments auf die Innenstadt zu betrachten. Helga Eberle wollte das nicht so stehen lassen: „Wir haben detailliert über jeden Quadratmeter gesprochen.“ Oberbürgermeister Gerd Maisch gab ihr recht: „Alles, was innenstadtrelevant ist, haben wir besprochen.“ Ernst Loos, Leiter des Stadtplanungsamts, wies darauf hin, dass schon heute Unternehmen wie ATU, Pit Stop oder Fahrrad-Großhändler in der „Flosch“ genehmigungsfähig seien. Außerdem sei das Einzelhandelskonzept die Grundlage für alle Sortimentsverhandlungen. „Da wird sich niemand von außerhalb anmaßen, etwas anderes zu wollen“, sagte Loos.
Eduard Aldinger (Freie Wähler, Enzweihingen) beschäftigte dagegen einmal mehr der seines Erachtens zu klein geratene Außenbereich. „Das Wenden großer Lkw wird auf dem Gelände nicht möglich sein“, meinte Aldinger. Die Planckstraße werde schon jetzt ständig minutenlang von rangierenden Lastzügen blockiert. Auf der geplanten Freifläche dürfe dann keine Ware gelagert werden. OB Maisch antwortete, dass es durchsetzbar sei, die Freifläche für Wendemanöver freizuhalten. Ernst Loos ergänzte: Zum Wenden sind 25 Meter vorhanden, das schafft jeder Lkw und Sattelzug.“
Eberhard Berg (SPD, Kleinglattbach) äußerte Bedenken: „Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass das nachher anders läuft als gewünscht. Am Ende machen die was sie wollen.“ Mit 20 Ja-Stimmen bei 13 Gegen-Stimmen und zwei Enthaltungen segnete das Gremium schließlich den Rechtsplanentwurf ab. Der Entwurf des Bebauungsplans wird nun einen Monat lang im Stadtbauamt öffentlich ausgelegt.
Während der Erweiterung des Hela-Baumarkts soll der Verkauf nach Informationen unserer Zeitung ununterbrochen weitergehen. Wo derzeit die Parkplätze sind, soll künftig die Anlieferung durch die Lastkraftwagen erfolgen. Die Vergrößerung des Gebäudes geschieht vorwiegend in westliche Richtung. Auf der Wiese zwischen Hela-Baumarkt und Behr sind 272 Parkplätze geplant. Der Fußweg dort soll ebenfalls nach Westen in Richtung Behr verschoben werden. Die Zufahrt für Kunden soll künftig von der Stuttgarter Straße aus erfolgen. Bei ihrem Bau sollen entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen für eine etwaige Ampelanlage getroffen werden.
