Mittwoch, 23. Mai 2012

Finanztipps und Porsche-Feeling




Staunen über Porsche-Rennauto an der Decke.
Interesse am Finanzvortrag. Fotos: Arning

Augen zu und durch! Den Satz kennt jeder. Doch es gibt ihn auch in einer abgewandelten Form: Augen auf und durch! Es ist ein Tipp für die Finanz- und Wirtschaftskrise, die die Welt an den Rand des Abgrund gebracht hat. Leser der Vaihinger Kreiszeitung erfuhren am Dienstag bei einer Vortragsveranstaltung im Stuttgarter Porsche-Museum, wo es sich lohnen kann, die Augen zu öffnen. Sicherheit, Holz und Wasser wurden von den Experten des Bankhauses Pictet & Cie aus der Schweiz als Megatrends des 21. Jahrhunderts eingestuft.
Das Umfeld ist außergewöhnlich. Frank Hertfelder, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Bluecon AG, hat das neue Porsche-Museum in Zuffenhausen gebucht. Der aus Vaihingen stammende Finanzexperte, will seinen Kunden und den Lesern der VKZ etwas Besonderes bieten. Im Herbst hatte er auf Einladung der Heimatzeitung in der Stadthalle zur Wirtschaftskrise referiert.
„Seitdem gibt es einen Wettbewerb der Negativnachrichten“, sagt Hertfelder. Er meint, „dass die aktuelle Krise mit nichts zu vergleichen ist, was es auf der Welt bisher gab“. Konjunkturzyklen seien normal, doch jetzt sei ein Tief auf eine Struktur- und Systemkreise der Finanzwirtschaft geprallt. Mit verheerenden Auswirkungen. Bisher seien 40 Billionen Euro an Vermögenswerten vernichtet worden: „Es ist richtig schlimm und nicht zu verniedlichen.“ Irgendwann werde sicher mal eine Null abgeschnitten. Hertfelder spricht von einer Chance in der Krise. Er hat Experten der eines renommierten privaten Bankhauses aus der Schweiz eingeladen. 211 Milliarden Euro an privatem Vermögen verwaltet Pictet & Cie (eigene Angaben), das seit 2005 besteht.Der Finanzanalyst Denis Schmidli hat sich drei Aspekte herausgegriffen: Die sauberen Energien Wasser und Holz sowie Sicherheit („Es gibt einen wachsenen Bedarf zum Schutz im Alltag“) bezeichnet er als zukunftsträchtig. Bei Holz werde es bei abnehmender Verfügbarkeit sicher einestark steigende Nachfrage geben („Jedes Jahr wird eine Fläche von der Größe Griechenlands abgeholzt“).
Auf das Wasser geht er ganz besonders ein. Es sei als Schlüsselressource schlicht nicht ersetzbar (nach Angaben des Weltwasserforums hat eine Milliarde Menschen kein sauberes Trinkwasser!). Nur ein Viertel Prozent des Wassers auf der ganzen Welt sei nutzbar. Weltweit koste ein Kubikmeter Wasser im Durchschnitt 50 Cent, in Deutschland 1,70 Euro (in Kopenhagen zum Beispiel aber schon acht Euro). Die gleiche Menge Öl kostet 220 Euro.
Von diesen Fakten leitet Schmidli seine Anlagethesen für die Gäste ab: Beim Wasser müsse man zum Beispiel enorm in die Infrastruktur investieren, es gebe einen Megatrend zur Privatisierung und eben die enorm steigende Nachfrage ohne Alternativen. Schmidli: „Die Preise werden steigen.“ Wasser sei eine Insel der Preissteigerungen in einer eher deflationären Welt, heißt es in einem ausliegenden Papier. Und: „Dies ist ein dauerhaft positiver Grundtrend für Unternehmen, die in dieser Industrie tätig sind.“
Die Besucher haben etwas zum Nachdenken über die Themenfonds. Frank Hertfelder verteilt an die Gäste aus der Schweiz Porsche-Modelle. Die Besucher aus Vaihingen dürfen durchs Museum flanieren. Und manche geben zu, dass sie sich eigentlich vor allem deshalb um einen Platz beim Vortrag beworben haben. Acht Euro Eintritt gespart. Ist ja in diesen Zeiten auch etwas. Albert Arning

 

 

Der Stammsitz der Porsche AG ist Automobilfreunden auf der ganzen Welt ein Begriff: Stuttgart-Zuffenhausen. Im Januar wurde hier direkt beim Werk das Museum – Kosten rund 100 Millionen Euro – eröffnet. Es gilt als neue Visitenkarte des Unternehmens.
82 Fahrzeuge und zahlreiche Kleinexponate werden im neuen Museum in einer einzigartigen Atmosphäre präsentiert. Neben weltberühmten Automobil-Ikonen wie dem 356, 550, 911 oder 917 werden auch die technischen Hochleistungen aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts von Professor Ferdinand Porsche ausgestellt. Über einen spektakulären Aufgang werden die Besucher vom Foyer in den weitläufigen Ausstellungsraum geleitet und können sich hier einen ersten Überblick über die eindrucksvolle Sammlung verschaffen.
 Nun liegt die Entscheidung bei dem Besucher. Entweder beginnt man chronologisch mit der Firmengeschichte vor 1948 oder wendet sich direkt dem Hauptteil der Ausstellung zu – repräsentiert durch die chronologisch ablaufende Produktgeschichte und die Themeninseln. Verbunden werden die beiden Teile dabei immer wieder durch das Rückgrat der Ausstellung: der „Idee Porsche“. Im Rahmen der „Ideen“ wird aufgezeigt, was die jeweiligen Themen und Exponate so einzigartig macht. Sie erzählt vom Geist und der Leidenschaft, mit der bei Porsche gearbeitet wird und würdigt sowohl das Unternehmen als auch die Menschen hinter dem Produkt.
Das Stuttgarter Porsche-Museum befindet sich in Zuffenhausen am Porscheplatz 1 (an der Schwieberdinger Straße). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr, die Kassen schließen um 17 Uhr. Ein Parkhaus ist vorhanden (sechs Stunden kosten zwei Euro). Direkt neben dem Museum befindet sich die S-Bahn-Haltestelle Neuwirtshaus (vom Hauptbahnhof kommend S-Bahn Richtung Weil der Stadt).
Eintrittspreise: Erwachsene: vier Euro, ermäßigt: vier Euro, Kinder bis zum Alter von 14 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Buchung von Gruppen- und Sonderführungen: Telefon (0711) 91120911, Fax: (0711) 91120356, E-Mail: info.museum@porsche.de
Gruppenführungen: Geschlossene Führungen können für Gruppen von bis zu 20 Personen nach Voranmeldung gebucht werden. Sonderführungen: Es wird ergänzend themenbezogene Sonderführungen zu wechselnden Schwerpunkten geben. Auf Wunsch erhalten die Besucher kostenfrei einen elektronischen Audio-Guide. Dieser ermöglicht es, die Ausstellung ganz individuell nach ihren eigenen Wünschen zu erkunden. Er enthält Tonmaterial zu Filmen, Informationen zu einzelnen Fahrzeugen sowie Bereichsinformationen zu Themeninseln und Arrangements. Selbstverständlich steht der Guide in mehreren Sprachen zur Verfügung.
Alle Bereiche des Museums sind barrierefrei über entsprechende Auffahrten oder den Lift erreichbar.  (aa)






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