Mittwoch, 23. Mai 2012

Auf dem Bau verbessert sich die Lage




Stuckateure der Firma Wasserbäch arbeiten wieder im Freien. Foto: Elsässer
Stuckateure der Firma Wasserbäch arbeiten wieder im Freien. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Der lange Winter mit zum Teil deftigen Minustemperaturen scheint sich verabschiedet zu haben. Aufatmen auch im Baugewerbe, wo in den vergangenen Monaten zum Teil witterungs- und krisenbedingt Flaute herrschte. Doch mit den ersten Sonnenstrahlen scheint sich auch im Handwerk das Klima langsam zu erwärmen. Die VKZ hat nachgefragt.
„In der gesamten Innung sieht es schlecht aus“, sagt Walter Sämann vom Vaihinger Bauunternehmen Ezel. Als Unternehmer und Obermeister der Bauinnung Ludwigsburg-Stuttgart hat Sämann allerdings bereits registriert, dass es erste Anzeichen für eine Verbesserung der Situation gibt. Im vergangenen Dezember sei die Auftragslage „wie abgestorben“ gewesen. Dies hätte sich in den Folgemonaten auch nicht geändert. „Seit dem Krieg haben wir eine solche Situation noch nicht gehabt“, sagt Sämann. Doch Aufatmen scheint angesagt zu sein. Mit dem wärmeren Wetter würden derzeit auch die Ausschreibungen wieder starten.
Auch bei Stuckateurmeister Gerhard Wasserbäch aus Enzweihingen sah es von Dezember bis Februar nicht rosig aus. Gerade von der Industrie seien wenig Anfragen gekommen, was durchaus auf die konjunkturelle Lage zurückzuführen sei. Doch inzwischen stellt Wasserbäch eine verstärkte Nachfrage fest. Der stellvertretender Obermeister der Stuckateurinnung Ludwigsburg weiß, dass viele seiner Kollegen aufatmen, wenn die Sonne höher steht. Zwar lasse sich nicht pauschal behaupten, dass dann gleich überall die Auftragslage besser wird. Doch Anfragen gebe es derzeit einige.
„Man merkt, dass es jetzt wieder anzieht“, sagt Bernd Gayer vom Erdbau- und Transportunternehmen in Roßwag. Einige Angebote seien verfasst und in den nächsten drei Wochen sei eine gute Auslastung zu verzeichnen. Lediglich die Preise gingen immer mehr in den Keller. Auch während der kalten Jahreszeit wäre es gut möglich gewesen, Aushube vorzunehmen. Doch in aller Regel sei beim Hausbau darauf verzichtet worden, weil die Maurer dann nicht arbeiten konnten. Er selbst sehe optimistisch in die Zukunft. Gayer: „Wenn die Sonne scheint, geht es auch auf dem Bau wieder vorwärts.“
Auch bei den Dachdeckern ist über den Winter hinweg mit angezogener Handbremse gearbeitet worden. „In den letzten Monaten waren die Arbeiten nur bedingt umsetzbar“, sagt Hartmut Berner von Fink-Bedachungen in Illingen. Da der Winter bereits im November begonnen hat, hätten in seinem Betrieb die Mitarbeiter ihre Zeitkonten ausgeglichen und sich auch auf Fortbildungsmaßnahmen begeben. Auch sei es nicht möglich gewesen, alle Arbeiten wie angedacht fertigzustellen. Die Wirtschaftslage sehe gut aus, da er seit vielen Jahren mit einer hohen Auslastung im Sanierungsbereich tätig sei. „Das ist unser Themenschwerpunkt“, so Berner. Bei 60 bis 70 Prozent seiner Kollegen stelle sich die Situation ähnlich dar wie bei ihm, sagt der Obermeister der Dachdeckerinnung Stuttgart.




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