Roßwag (aa) – Zufrieden? Das Gesicht von Albrecht Fischer spricht Bände. Klar sind sie zufrieden, die acht Weinbaubetriebe, die die Vaihinger Weinmesse organisieren. 240 Weine wurden für den Wettbewerb um den Deutschen Lembergerpreis angestellt. So viele wie noch nie. Am Sonntag sollen die begehrten Vaihinger Löwen im Jugenddorf vergeben werden.
„Die gute Beteiligung ist für uns eine Bestätigung, dass wir richtig liegen.“ Albrecht Fischer, Sprecher der Weinmesse und Vorsitzender der Weingärtner im Bezirk Stromberg-Enztal, verhehlt die Freude nicht. Exakt 100 Betriebe wollen sich mit dem Lembergerpreis, der zum 17. Mal vergeben wird, schmücken. „Das ist absolut top!“, strahlt Fischer. Natürlich kommen fast alle Betriebe aus Württemberg (97), denn der Lemberger ist ja eine Rebe, die fast ausschließlich im Ländle angebaut wird. Doch auch ein Weingut aus der Pfalz und drei Betriebe aus Baden versuchen ihr Glück.
240 Weine probieren und beurteilen. Wie ist das zu bewerkstelligen? Die Jury hat offensichtlich keine Probleme. Die sechs Männer – der Weinhändler Thomas Schuster aus Leingarten, Andreas Braun von Sonntag Aktuell, Carsten Posch von der neuen Weinhandlung in der Seemühle, Karl Schopf von der Klosterschenke Maulbronn, Günther Mayer, 1. Vorsitzender des Vereins der Lemberger-Freunde aus Aichtal, sowie Alfred Gaiser aus Neckarwestheim – sowie die einzige Frau, Christina Hengerer-Müller vom Weingut Drautz-Hengerer aus Heilbronn, haben Erfahrungen mit solchen Dingen. Alleine am Montagvormittag stehen 86 Barrique-Lemberger beziehungsweise Lemberger mit deutlicher Holznote zur Bewertung an. „Würde man da jeweils nur einen Schluck probieren, müssten wir die Leute auf der Liege raustragen“, scherzt Manfred Arnold vom Organisationsteam der Weinmesse. Er hat vorsorglich in der Schützinger Krone ein habhaftes Mittagessen bestellt: Klare Suppe, Salat, Rostbraten und Beilagen. Die Geschmacksnerven müssen wieder auf Normalzustand kommen. Bewusst verlässt man zum Mittagessen auch das Probelokal in der Alten Kelter.
Ulrich Allmendinger und Bastian Walz haben zu tun. Sie haben die Weine, die von den Jahrgängen 2003 bis 2008 kommen, sortiert und nummeriert, schenken sie in Fünfer-Gruppen verdeckt aus. Auf was kommt es an. Das Ritual ist immer gleich. Stimmt die Farbe? Die Gläser werden gegen das Licht gehalten. Wie sieht es mit der Klarheit aus? Dann wird die Nase tief ins Glas gesteckt. Wie riecht der Wein? Und schließlich der Geschmack, für den bis zu zwölf Punkte vergeben werden können. Für Farbe und Klarheit sind es zwei, für den Geruch maximal vier. Martin Werthwein, 2. Vorsitzender der Bezirksweinbauern aus Diefenbach, fragt die Noten ab und trägt sie in seine Formulare ein. Und der Mann vom Jugenddorf Schloss Kaltenstein am PC wartet schon… Die Abläufe haben sich bewährt. Heute geht's weiter – mit zwei neuen Namen in der Jury.
Etabliert hat sich übrigens auch der Messe-Veranstaltungsort auf dem Kaltenstein. Zwischen 11 und 18 Uhr können dort am Sonntag (22. März) rund 100 Weine und natürlich die Siegerweine probiert werden. Löwen gibt es in drei Kategorien: Lemberger trocken, Lemberger mit Restsüße als gesetzlich trocken und Barrique Lemberger trocken. Die Tiere bestehen übrigens aus Ton und wurden von der Vaihinger Töpferei Trautmann gefertigt.
Vaihinger Weinmesse
Vaihingen (aa) – Die Aula des CJD Jugenddorfs Schloss Kaltenstein hat sich als Standort für die Vaihinger Weinmesse bewährt. Acht Weinbaubetriebe sind die Veranstalter (Weingut Faigle, Weingärtner Horrheim-Gündelbach, Weingut Nonnenmacher, Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen, Weingut Sonnenhof, Weingut Eißler und Weingut Walz). Sie haben zum 17. Mal den Deutschen Lembergerpreis Vaihinger Löwe ausgelobt. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien vergeben. Preisverleihung am Sonntag (22. März) um 11 Uhr in der Aula des Kaltensteins. Zu Gast sind unter anderem Minister Peter Hauk (Ernährung und Ländlicher Raum), die württembergische Weinkönigin Christl Schäfer, Weinbaupräsident Hermann Hohl und Oberbürgermeister Gerd Maisch. Auszubildende und Mitarbeiter des CJD Jugenddorfes bewirten im Restaurant und ab 14 Uhr im Schlosscafé. Auch eine Kinderbetreuung wird angeboten. Der Eintritt kostet zehn Euro und beinhaltet die Verkostung aller Weine und Sekte.

