Vaihingen (aa) – Die Eingangshalle des Vaihinger Krankenhauses ist nicht wiederzuerkennen. Sie strahlt nach einer grundlegenden Sanierung im Stile einer großen Praxis. „Es wird noch schöner“, meinen die Damen am i-Punkt, „die Bilder fehlen ja noch.“ Doch alleine wegen der Schönheit hat die Kliniken gGmbH hier nicht 320000 investiert. Es ging vor allem auch um eine Ordnung der Patienten-Ströme.
Da war doch was? Ja. Zum Beispiel eine Wand, die gänzlich mit künstlerisch gestalteten Fliesen bestückt war. Im „Enz-Boten“ ist zur Einweihung des Krankenhauses am 26. Januar 1967 nachzulesen, dass es sich um eine sehr dekorative keramische Schmuckwand (Bild), immerhin zehn Meter breit, geschaffen in der staatlichen Majolika-Manufaktur Karlsruhe, gehandelt habe. „Das haben wir den Kliniken auf deren Nachfrage hin auch mitgeteilt“, sagt der Vaihinger Stadtarchivar Lothar Behr.
Im Krankenhaus war man sensibel geworden, nachdem ein vom Künstler Wilhelm Hager geschaffener Brunnen vor Jahren ohne groß zu recherchieren entsorgt worden war. Hager-Nachkommen hätten das Werk ihres Vaters durchaus wieder übernommen. Die Wandkeramik made in Baden wurden offensichtlich beim jetzigen Umbau nicht als erhaltenswert eingestuft.
Warum wurde umgebaut? Alexander Tsongas, Abteilungsleiter Marketing und Pressesprecher der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH, drückt sich so aus: „Wir haben unseren Kunden im Foyer zu viel zugemutet. Die Steuerung der Patienten ließ zu wünschen übrig. Wir haben versucht, die Ströme zu kanalisieren und einen Knotenpunkt geschaffen.“ Ein Jahr wurde das System getestet. „Nicht alles lief rund“, gibt Tsongas zu. Doch mit dem Umbau als Sahnehäubchen sei man dem Idealzustand doch recht nahe gekommen. Die Eingangshalle präsentiere sich jetzt hell und modern. Auffallend ist vor allem auch der abgeschirmte Wartebereich. Ein großzügiger Durchbruch führt jetzt direkt zum Aufzug. Ihn erreichte man bisher nur mit einschlägigen Ortskenntnissen.
Der i-Punkt trägt nach der Umstrukturierung seinen Namen mit Recht. Er ist mit den Abteilungen und auch Belegärzten vernetzt. Wann war der Termin beim Chefarzt der Inneren? Wann bin ich mit der Darmspiegelung bei den Vaisana-Ärzten dran? Die Damen am i-Punkt wissen es. Und zur stationären Aufnahme wird man in ein angrenzendes Zimmer gebeten. Die Verhandlungen über den hohen Schalter hinweg gehören der Vergangenheit an.
Ein Umbau ist in der heutigen Zeit nicht einfach nur Kosmetik. Technische Dinge spielen da eine große Rolle. Im Vaihinger Krankenhaus waren es unter anderem auch Maßnahmen des Brandschutzes. Gebaut wurde zwischen Oktober 2008 und Januar 2009, wobei die Kosten mit insgesamt 320000 Euro angegeben werden.
Das Vaihinger Krankenhaus mit seinen Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie hat derzeit 60 Planbetten. Es gilt als Krankenhaus der Grundversorgung. In der Inneren lag die Belegungsquote im Jahre 2007 bei 79 Prozent (rund 1600 Patienten), im Jahre 2008 bei 83 Prozent (1750). In der Chirurgie sind die Zahlen deutlich niedriger, was durchaus seine Gründe hat. 2007 werden rund 1100 stationäre Patienten ausgewiesen (57 Prozent), 2008 sind es 1150 (54 Prozent). Die Zahl der ambulanten Operationen liegt bei rund 700 und drückt natürlich die Belegungsquote. In der Chirurgie ist die Verweildauer von 2007 auf 2008 von 5,7 auf 5,1 Prozent zurückgegangen. Fazit: Dies zeigt, dass in Krankenhäusern die Belegung nicht mehr die Rolle von früher spielt. Entscheidend sind die Fallzahlen.
Krankenhaus Vaihingen, Andreaestraße 16, 71665 Vaihingen, Telefon (07042) 105-0, Fax (07042) 105-79319. Informationen über die Kliniken im Internet unter: www.kliniken-lb.de.
