Mittwoch, 23. Mai 2012

Kulinarische Weinprobe im Schloss




Sommelière Natalie Lumpp probiert einen Lembergerwein. Foto: Elsässer
Sommelière Natalie Lumpp probiert einen Lembergerwein. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Zehn Jahre Lembergerverein Vaihingen und 60 Jahre CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein – zwei Anlässe für eine kulinarische Weinprobe der besonderen Art. 15 Weine und Sekte bekamen die 106 Gäste in der Aula des Schlosses zu einem Sieben-Gänge-Menue kredenzt – präsentiert von der aus dem Fernsehen und als Buchautorin bekannten Sommelière Natalie Lumpp.
Deutscher Lembergerpreis „Vaihinger Löwe“, Weinproben, Weinseminare, Betriebsführungen, Weinbergbesichtigungen – der Vaihinger Verein „Der Lemberger“ verpflichtet sich dem Anspruch hoher Qualität von Lemberger Wein. Neben vielen anderen Veranstaltungen hat sich unter anderem die einmal im Jahr stattfindende Kulinarische Weinprobe fest im Veranstaltungskalender des Vereins etabliert. Jedes Jahr findet sie an einem anderen Ort statt, in diesem Jahr aus gegebenem Anlass auf dem Schloss Kaltenstein. Da freuten sich die Veranstalter umso mehr, dass mit der Sommelière und Buchautorin Natalie Lumpp eine der führenden Weinkennerinnen Deutschlands für das Vorstellen der Weine gewonnen werden konnte.
Um den Gästen auch wirklich gute Lemberger-Weine kredenzen zu können, wurden die Mitgliedsbetriebe des Lembergervereins gebeten, ihre Weine für die Probe zur Verfügung zu stellen. 60 edle Tropfen kamen auf diesem Weg zusammen. So trafen sich Matthias Göhring von der Vorstandschaft des Lembergervereins sowie der Küchenchef des Vaihinger Jugenddorfs Bernhard Meder bei Natalie Lumpp, um bei einer drei Stunden währenden Verkostung insgesamt 15 zum Menü passenden Weine und Sekte zu finden.
Das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem schmecken lassen. Aus Vaihingen schafften es fünf Gaumenschmeichler, ausgewählt zu werden: 2007er Lemberger Sekt trocken vom Weingut Faigle (Horrheim), 2006er Lemberger Weißherbst Spätlese vom Weingut Sonnenhof (Gündelbach), 2007er Lemberger Spätlese von der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen, 2008er Lemberger Kabinett trocken vom Weingut Faigle (Horrheim) sowie 2007er Lemberger Spätlese trocken „mit Holzton“ vom Weingut Nonnenmacher (Vaihingen).
Hervorragend auch das Menü, das unter der Anleitung von Koch Bernhard Meder ausschließlich von Auszubildenden des CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein zubereitet wurde. CJD-Auszubildende sorgten auch für den gelungenen Service.
Pro Gang wurden den Gästen drei Weine serviert. „Es kommt ein bisschen was auf Sie zu“, leitete Nathalie Lumpp den Abend ein und meinte dies durchaus positiv. So wie beispielsweise der Lemberger Weißherbst Spätlese aus Gündelbach, den es zum Feldsalat mit Walnussvinaigrette, Lembergerbutter und sautierter Geflügelleber gab. „Ein Schmeichler“, wie die Sommelière befand. Ein Weißherbst solle von der Fruchtigkeit leben, leicht zu trinken sein und auf der Zunge eine cremige Struktur haben.
Der Lemberger sei für sie einer der besten Weine, betonte Natalie Lumpp. „Schon allein die Farbe – und wenn Sie dann hineinriechen…“, schwärmte sie und stellte die Frage, ob’s beim Rotwein auch eines Prädikats bedarf. Die klare Antwort: „Ja, dann ist er verträglicher“. Und das Reifen im Holzfass? „Dadurch haben Sie einen Strauß von Aromen mehr“, erzählte Natalie Lumpp.
Als das Hauptgericht anstand, ein Rinderfilet im Lemberger Thymiansud pochiert, Schwarzwurzelsockel mit Kräutergnocchis und Lembergersößle, weckte sie erneut die Erwartungen: „Jetzt wird’s noch kräftiger, denn nun kommen die Granaten auf den Tisch. Diese bestanden aus einer „Selection“ der Genossenschaft in Möglingen und zwei im Holzfass gereiften Weinen. „Selection bedeutet, dass dieser Wein im Ertrag stark reduziert wurde“, erklärte Lumpp. Und obwohl dieser Wein ein Kraftprotz sei, werde er beim Trinken immer leichter.
Vor dem letzten Gang, einem Kaltensteiner Dessertteller mit Schokoladenmousse und Birnenkompott, gab es noch einige Informationen zum Weinaroma. Geschmack zu riechen sei reines Training, war zu erfahren. Und wenn man dann Düfte von Marzipan, Muskat, Beeren, Vanille oder Tabak wahrnehme, könne man sich „den Wein auch ganz anders merken“. „Dann bleibt er lange präsent“, so Natalie Lumpp.
Am Ende hob sie den Eiswein zum Dessert auf den höchsten Thron, denn er habe etwas Mystisches und rechtfertige seinen Preis. Bei jedem Tropfen müsse man sich glücklich schätzen. Natalie Lumpp: „Er ist auch der Nektar der Götter.“




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