Mittwoch, 23. Mai 2012

Infoveranstaltung zum Stanelle-Areal in Illingen




Knut Maier stellte die Planungen bezüglich des Stanelle-Areals vor. Foto: Elsässer
Knut Maier stellte die Planungen bezüglich des Stanelle-Areals vor. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Lärmschutzwand, Verkehr und Einzelhandel waren die dominierenden Themen, die die Illinger Bürgerschaft bei der Informationsveranstaltung zum städtebaulichen Entwicklungskonzept auf dem Stanelle-Areal interessierten. Die VKZ hat die Fragen aufgezeichnet.
Die Unabhängige Bürgerliste (UBL) wollte es genau wissen, wo bei der Bürgerschaft der Schuh drückt. Fraktionsvorsitzende Ingeborg Beller verteilte Zettel an die rund 70 Besucher: „Was braucht die Gemeinde, damit man sich wohlfühlt?“ und „Welche Einzelhandelsangebote fehlen?“, wollte die UBL wissen und damit das Stimmungsbild abklopfen. 27 Leute haben geantwortet: Baumarkt, Gartencenter, Ärztehaus waren nach Auskunft von Ingeborg Beller die am meisten gewünschten Dinge.
In der Fragerunde brauchte Bürgermeister Harald Eiberger nicht lange auf engagierte Beiträge warten.
Wie lang wird die Lärmschutzwand sein?, wollte ein Anwohner der Luigstraße wissen, der gerne die gesamte Straße lärmgeschützt sehen würde. „So weit wie notwendig“, lautete die Antwort von Bürgermeister Eiberger. Manfred Spinner, IHK-Sachverständiger für Schallschutz, wurde genauer: „Da muss man noch abwarten, was die Bahn sagt. Es ist auch eine Kostenfrage. Die Kosten werden nämlich auf das Baugebiet umgeschlagen.“ In den Planungen rage die Lärmschutzwand über das Luig-Areal hinaus, weil auch der seitliche Lärmeinfall abgefangen werden müsse. „Damit schaffe ich Bürger erster und zweiter Klasse“, warf ein Illinger ein. Der Bürgermeister konterte, dass eine Untersuchung zeigen würde, wie lang und wie hoch die Mauer sein muss. „Es wird nicht schlechter als es vorher war“, so Eiberger.
Wird der Schall von der Mauer nicht reflektiert, schließlich ist der Bahndamm höher als das Gelände?, fragte ein weiterer Bürger. „Die Schutzwand besteht aus absorbierendem Material, das keinen Lärm reflektiert“, versicherte Sachverständiger Manfred Spinner.
Wie hoch wird die Lärmschutzwand?, wollte ein weiterer wissen. Zwei bis drei Meter lautete die Antwort.
Wenn der Schmiebach früher Hochwasser führte, gab es auch im Erbbach Hochwasser, äußerte ein Bürger seine Bedenken zur geplanten Renaturierung des Erbbachs. Bürgermeister Eiberger antwortete, dass sich im Bebauungsplanverfahren das für den Gewässerschutz zuständige Amt mit diesem Thema zu befassen hätte.
Die Bewohner der Luigstraße haben seit einem halben Jahr den Abfall des Luig-Areals vor ihrer Tür. Da hat die Verwaltung versagt, schimpfte der gleiche Bürger. „Die optische Situation in der Luigstraße ist nicht Teil des Bebauungsplans“, wich der Schultes aus.
Können wir so viel Einzelhandel gebrauchen?, wollte ein Bürger wissen. Mit großen Märkten würde man auch viel Verkehr anlocken. Außerdem sei zusätzlicher Einzelhandel schädlich für die Geschäfte in der Bahnhofstraße. Planer Knut Maier entgegnete, dass mit zusätzlichem Einzelhandel erfahrungsgemäß die Innerorte gestärkt würden. „Wir glauben an einen Belebungseffekt“, sagte er. Außerdem habe die Gemeinde ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben, das analysiere, wo die Gemeinde unterversorgt ist und wieviel Verkaufsfläche der Ort verträgt. Zur Verkehrsproblematik antwortete Bürgermeister Eiberger, dass es auch Verkehr verursache, wenn man in andere Orte zum Einkaufen fährt. Einen zentraleren Standort für Einzelhandel in Illingen als das Luig-Areal gebe es nicht mehr. Wünschenswert wäre ein „Magnet“, doch letztlich sei man auf die Anfragen von Investoren angewiesen.
Gibt es ein Konzept darüber, wie der Verkehr gelenkt wird, der durch den Einzelhandel entsteht?, wollte ein Anwohner der Luigstraße wissen. „Wir wollen den Verkehr direkt über die Luigstraße führen“, antwortete Planer Maier. Schultes Eiberger ergänzte: „Ein Schild für ein Lkw-Verbot ist nicht vorgesehen.“
Wie wird die Verwendung des Feuerwehrhauses künftig aussehen?, fragte ein Interessierter. Der Bürgermeister antwortete, dass das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben sei und der potenzielle Investor ein Nutzungskonzept vorlegen muss.
Sind von der Gartenwirtschaft aus Lärmbelästigungen zu erwarten?, wollte der gleiche Fragesteller wissen. „Da gilt das Bundesimmissionsschutzgesetz“, sagte Eiberger. Ansonsten sei wie im gesamten Ort eine Außenbewirtung bis 22 Uhr erlaubt.
Ich vermisse in den Planungen einen Kinderspielplatz, sagte ein Senior. „Möglichkeiten dafür haben wir“, meinte Knut Maier vom Planungsbüro. Die Zielgruppe für die Wohnbebauung seien ohnehin junge Familien. Gleichzeitig verwies er allerdings auf vorhandene Planungen, einen Spielplatz in der Talaue zu realisieren.
Kommen mit dem Abriss der Gebäude und der Beseitigung der Altlasten gesundheitliche Schäden auf uns zu?, lautete eine weitere Frage. „Wenn es richtig gemacht wird, darf das nicht passieren“, sagte der Schultes. der Gemeinderat habe ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Mit den Belastungen des Bodens sehe es besser aus als ursprünglich angenommen. Mit dem Abriss der Gebäude werde im zweiten, spätestens im dritten Quartal begonnen.




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