Donnerstag, 09. Februar 2012

Roßwager Kirchengemeinderat wehrt sich


Roßwags Pfarrer Langer. Foto: Arning
Roßwags Pfarrer Langer. Foto: Arning

Roßwag (aa) – Ein Leserbrief über „himmlische Fantasien“ (17. März) hat in der Vaihinger Kreiszeitung eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Dass dabei die evangelische Kirchengemeinde Roßwag mit in den Fokus gerückt wird, hat bei Pfarrer Oliver Langer und seinem Kirchengemeinderat Verwunderung und Unverständnis ausgelöst.
„Das Bild unserer Kirchengemeinde darf nicht beschädigt werden“, sagt Pfarrer Langer im VKZ-Gespräch. Roßwag sei rein zufällig in die Auseinandersetzung einbezogen worden, meint er.
In der Tat hat sich der auslösende Leserbrief in keiner Weise mit Roßwag befasst, sondern sich auf einen Tagesthema-Artikel im überregionalen Teil der Vaihinger Kreiszeitung bezogen („Hilft beten?“). Ein Roßwager Bürger hatte seine persönliche Meinung zu Gott und Glauben niedergeschrieben. Anschließend war er anonym beschimpft worden („Du wirst vor diesen Herrgott treten müssen und niederfahren zur Hölle … hinfort mit Dir, Du Elendiger“). Pfarrer Langer war auf der Karte aufgefordert worden, der Ehre des Glaubens beizustehen. Von der Kanzel herunter und mit einem „Gegenbrief“ in der VKZ.
Am Donnerstagabend hat sich der Kirchengemeinderat Roßwag getroffen und eine kurze Stellungnahme beschlossen. Ihr Wortlaut: „Der evangelische Kirchengemeinderat in Roßwag distanziert sich ausdrücklich von den in den Leserbriefen von Herrn Rumpf von Mansfeld am 17. März und 26. März gemachten Äußerungen sowie von den darin zitierten Äußerungen eines anonymen Briefeschreibers. Dies betrifft sowohl die einseitige und pauschalisierende Argumentation beider Personen als auch den verletzenden Stil dieser Äußerungen. Wir sind der Meinung, dass ein förderlicher Dialog in diesem Fall nur in einem persönlichen Gespräch geführt werden kann. Deshalb lädt Pfarrer Oliver Langer Herrn Rumpf von Mansfeld und den anonymen Briefeschreiber gerne zu einem Gespräch ein.“
Beide Positionen seien auch verletzend, meint Pfarrer Langer ergänzend. Auf Diskussionen zu anonymen Briefen wolle man sich in der Öffentlichkeit nicht einlassen und damit schmutzige Wäsche waschen. „Wer zu Fragen des Glaubens eine Meinung hat, sollte sie auch mit seinem Namen vertreten“, ist die Auffassung von Langer, der sich der Unterstützung seines Kirchengemeinderates gewiss ist. „Wir sind uns einig, dass wir anonymen Schreibern keine Plattform bieten wollen.“ Langer („Ich bin froh, dass ich Christ bin“) will die Situation entkrampfen und einen sachlichen Ton finden: „Wir machen gerne ein Angebot und öffnen die Türen zu einem Gespräch.“
Eines muss er aber in diesem Zusammenhang doch auch noch anmerken. Dass der ehemalige Kirchenrat (ein Begriff, den es nur in den höheren Leitungsebenen der Kirche gibt) aus Roßwag kommen solle, stehe in dem anonymen Schreiben nicht drin.


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