Mittwoch, 23. Mai 2012

Vaihinger Kunsthandwerker in Maulbronn


Katja Lange aus Kleinglattbach. Foto: Elsässer
Katja Lange aus Kleinglattbach. Foto: Elsässer

Maulbronn (elf) – Er ist seit 33 Jahren der Publikumsmagnet zu Ostern – der Kunsthandwerker-Markt in Maulbronn. Ebenso beliebt ist er bei den Herstellern, die beinahe schon von Glück reden dürfen, wenn sie zur Teilnahme ausgewählt werden. Mit dabei waren in diesem Jahr Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums in Vaihingen sowie Katja Lange aus Kleinglattbach.
Dick eingepackt in warme Jacken und Schals sitzen Sabrina Pfisterer und Adrian Möllmann an ihrem Stand. Sie haben verschiedene Mosaikarbeiten im Angebot und freuen sich darüber, dass sie schon das eine oder andere Stück an den Kunden gebracht haben. Die Schüler der 12. Klasse des Friedrich-Abel-Gymnasiums haben das Hauptfach „Wirtschaft“ belegt und gründeten ihm Rahmen dieses Kurses ein eigenes Unternehmen. Dieses ist auf ein Jahr befristet und wird vom Projekt „Junior“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln unterstützt. Die zehn FAG-Schüler stellen Mosaikarbeiten her und verkaufen diese auf Kunsthandwerker-Märkten sowie über das Internet unter www.dekoriashop.de. „Am besten gehen heute die Spiegel“, sagt Adrian Möllmann und vermutet, dass es wohl daran liegt, dass sie besser zu transportieren sind als die schönen aber unhandlichen Tische. Diese sind ein wahrer Blickfang und zu Preisen von 30 Euro durchaus erschwinglich.
Nur wenige Meter weiter steht Katja Lange aus Kleinglattbach. Die 32-Jährige hat vorwiegend Arbeiten aus Keramik im Angebot. Die selbstständige Kunsthandwerkerin ist zum dritten Mal in Maulbronn dabei. „Rosenkollektion aus Steinzeug“, bezeichnet sie selbst ihr Angebot. Dabei handelt es sich vorwiegend um Gebrauchsgeschirr. Daneben verkauft sie aber auch verschiedene Modellierarbeiten. Der Vertrieb ihrer Produkte beschränkt sich nicht nur auf Kunsthandwerker-Märkte und das Internet. Sie ist mit ihren Waren auch in einschlägigen Verkaufsläden präsent.
Schon in ihrer Jugend hat Katja Lange gerne gemalt. Doch die Eltern drängten sie zu einer bodenständigen Ausbildung. So erlernte sie mit Vertriebsassistentin und Bibliothekarin gleich zwei Berufe. In Frankreich ging sie schließlich ihrem Steckenpferd nach und machte noch eine Ausbildung zur Keramikerin. Ihre vielfältigen Kenntnisse kann sie nun perfekt in ihre Arbeit einfließen lassen. Und der Erfolg gibt ihr recht: Das Interview wird ein ums andere Mal gerne für die kauffreudige Kundschaft unterbrochen.
„Lebendiges Kunst-Hand-Werk – Festival der Ideen und Talente“ heißt der Markt in Maulbronn, der 1975 zum ersten Mal veranstaltet wurde – damals noch in Diefenbach bei Sternenfels. Hinter dem Markt steckt die Norwegerin Karin Etzold, die vor allem auf die Qualität der angebotenen Produkte Wert legt. „Hobbykünstler haben wir nicht dabei“, so Veranstalterin Karin Etzold, „die passen hier wirklich nicht rein und würden sich auch nicht wohlfühlen.“ Rund 250 Anfragen bekommt sie alljährlich für den Maulbronner Kunsthandwerker-Markt zu Ostern und kann aus dem Angebot auswählen. So handelt es sich bei einem Drittel der Marktbeschicker um Stammgäste, ein weiteres Drittel besteht aus sich abwechselnden Stammgästen und ein Drittel sind neue Teilnehmer. Damit trägt Karin Etzold dem Wunsch der Kundschaft Rechnung, das Altbewährte und zugleich Neues zu bieten. Der Erfolg gibt ihr recht. Auch in diesem Jahr drängten sich die Interessenten auf dem Klosterhof und in der Stadthalle zum Flanieren, Staunen und Kaufen.


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