Mittwoch, 23. Mai 2012

Realschule in Sersheim?


In der Hofäckerschule in Sersheim soll eine Realschule integriert werden. Eine Umfrage soll gestartet werden. Foto: Bögel
In der Hofäckerschule in Sersheim soll eine Realschule integriert werden. Eine Umfrage soll gestartet werden. Foto: Bögel

Sersheim (elf/sf) – Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz und seine Verwaltung haben eine Vision: Sie wollen in die Hofäckerschule eine Realschule integrieren – sofern es einen ausreichenden Bedarf bei Eltern und Schülern gibt. Eine Umfrage soll dies jetzt klären.
Dem Vorhaben des Sersheimer Schultes gehen pragmatische Gedanken voraus: „Wir müssen aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen in der Hauptschule über die Zukunft nachdenken“, sagt Scholz. Etwas mehr als 80 Schüler sind es derzeit, die in Sersheim die Hauptschule besuchen. So habe sich die Frage gestellt, „wie wir diesen Standort stärken können“. Die Lösung soll eine Realschule sein. „Wir haben die Fachräume, die Nebenräume und auch eine Schulmensa“, zählt Scholz die Vorzüge der Hofäckerschule auf. „Wir haben an der Schule viel saniert.“ Das soll langfristig nicht umsonst gewesen sein. Theoretisch könne dort sogar eine Ganztagesschule realisiert werden.
Mit der Erweiterung um eine Realschule will der Sersheimer Bürgermeister verhindern, dass die Schüler in die umliegenden Gemeinden abwandern. Mit der Stadt Vaihingen hat Scholz ebenso erste Gespräche geführt, wie mit dem Schulamt. Dort habe man ihm vorsichtig mitgeteilt: „Sie sind schulpolitisch ein ganz schönes Stück voraus“, so Scholz. Visionen habe er aber schon immer gerne entwickelt und umgesetzt. „Es wäre sträflich, wenn eine Gemeinde in so einem Fall nicht reagiert.“
Der erste Schritt ist das Votum der Eltern, die, so die Hoffnung des Sersheimer Bürgermeisters, möglichst zahlreich an der Umfrage mitmachen werden. „Wenn der Tenor natürlich ist: Das brauchen wir nicht. Dann hat es halt nicht sollen sein.“ Doch davon geht Scholz zunächst nicht aus. Die Zahl der Schüler, die in die Realschule wechseln – derzeit hat die Gemeinde Sersheim rund 25 Realschüler – sei zwar bekannt. Doch bei den Eltern soll abgefragt werden, ob sie ihre Kinder im Ort zur Schule gehen lassen wollen. „Ich gehe davon aus, dass sich eine große Mehrheit dafür aussprechen wird“, vermutet Scholz.
Schon zu einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats sollen die Umfrageergebnisse ausgewertet sein und den Gemeinderäten vorliegen. Spricht sich die Mehrheit für das Modell der Verwaltung aus, kann Scholz auf die Unterstützung seines Gemeinderats zählen. „Die brauche ich dann auch“, erklärte er. „Wir müssen dann dicke Bretter bohren. Das wird sicher nicht einfach werden“, zumal letztlich auch das Kultusministerium zustimmen muss, so Scholz. Vieles hänge von der personellen Ausstattung ab, wobei diese „soweit abgedeckt“ sei. Lediglich zwei bis drei Fachlehrer seien noch nötig.


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