Mittwoch, 23. Mai 2012

Viel Kohle für viele Eicheln


Der Illinger Wald benötigt nochmals einen verregneten Sommer. Foto: Elsässer
Der Illinger Wald benötigt nochmals einen verregneten Sommer. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Rosige Zeiten für den Illinger Forst? Der Verkauf von zehn Tonnen Eicheln im vergangenen Jahr hat dem Forsthaushalt eine unerwartete Zusatzeinnahme von 17000 Euro beschert. Fördergelder schraubten die Einnahmen auf insgesamt annähernd 30000 Euro. Doch für das laufende Forstjahr sind eher wieder Defizite zu erwarten.
Forstsaatguternte nennt sich lapidar, was für einen warmen Geldregen gesorgt hatte. „Wir haben eine Firma gefunden, die Interesse an Forstsaatgut hatte und im Illinger Wald Eicheln gesammelt hat“, berichtete Revierförster Rolf Esslinger im Illinger Gemeinderat. Drei bis vier Wochen habe die Aktion gedauert, bei der von der Firma beauftragte Mitarbeiter täglich Eicheln gesammelt haben. Ein Knochenjob, doch auch kein leichtes Unterfangen für die Illinger Forstverantwortlichen. Schließlich musste überwacht werden, dass die Eicheln auch nur in den zugewiesenen Gebieten gesammelt wurden. Außerdem musste das eingesammelte Saatgut gewogen werden. 17000 Euro wurden für die zehn Tonnen Eichen fällig, die inzwischen andernorts wieder ausgesät wurden und „hoffentlich auch ordentlich austreiben“, wie Förster Esslinger hoffte. Doch mit dem Geldsegen ist es vorerst wieder vorbei. „Mit solch einer Eichelmast ist nicht jedes Jahr zu rechnen“, machte Esslinger deutlich. Dies komme eher alle fünf bis sieben Jahre vor. Auch mit Fördergeldern sei nicht alle Jahre zu rechnen.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Peter Pförsich freute sich, „dass sich die Qualität des Waldes in bare Münze auszahlt“. Der Kommunalpolitiker regte außerdem an, es öffentlich zu machen, dass nur so viel Holz im Wald eingeschlagen wird, wie auch nachgepflanzt werden kann. Zahlreiche besorgte Bürger hätten sich nämlich über die jüngsten Holzeinschlagaktionen in der Gemeinde gewundert. Darauf Rolf Esslinger: „Es laufen punktuell Hiebe, die ihre Notwendigkeit haben.“ Der Außenstehende sehe zwar, dass Holz geschlagen wird, doch kenne er oft die Hintergründe nicht. Mitunter sei es zum Beispiel lukrativ, altes Holz zu veräußern, wenn auf dem Markt gute Preise zu erzielen sind. Zudem sei es nötig, die Arbeitskräfte zu bündeln, weshalb die Ernte an bestimmten Gebieten mehrere Tage lang stattfinde. Dies führe bei der Bevölkerung oft zu Verunsicherungen. „Die Summe unter dem Strich ist allerdings entscheidend“, so Esslinger.
Der eher feuchte Sommer 2007 habe dem Wald gut getan, bilanzierte der Revierförster und ergänzte: „Ein paar solche Sommer brauchen wir noch.“ 12500 Pflanzen habe der Forst letztes Jahr im Illinger Wald gesetzt. Aufgrund des trockenen Aprils sei es notwendig geworden, mit einer groß angelegten Gießaktion die Notbremse zu ziehen. „Eine Punktlandung“, wie es Esslinger formulierte, denn der anschließende Regen habe dafür gesorgt, dass sich die Pflanzen gut entwickelt haben.
Rolf Esslinger versäumte es nicht, auf die zweite Illinger Brennholzversteigerung hinzuweisen, die am 27. März um 19 Uhr im Vereinsheim des Angelsportvereins Illingen stattfindet. Die Menge an bereitgestelltem Holz sei aufgrund der gestiegenen Nachfrage höher als in den Vorjahren.


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