Enzweihingen (oh) – Bei der verkehrspolitischen Fachkonferenz des SPD-Kreisverbands in Enzweihingen haben die Delegierten aus Ditzingen, Hemmingen, Markgröningen, Schwieberdingen und Vaihingen die aktuellen Themen der Verkehrsentwicklung im westlichen Landkreis kontrovers diskutiert. Ein Schwerpunkt waren die B-10-Planungen und die Zukunft der Strohgäubahn.
Die Strohgäubahn soll nach dem Willen der SPD wie eine Stuttgarter Stadtbahn zu einem modernen Verkehrsmittel ausgebaut werden: „Nur so wird sie auch in Zukunft von der Bevölkerung angenommen.“ Die Überlegungen einzelner CDU-Kreisräte zur Stilllegung des „Bähnle“ würden entschieden in die falsche Richtung weisen, so der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Wolfgang Stehmer.
Die Markgröninger SPD besteht nach den Worten der Fraktionsvorsitzenden Ingrid Schlotterbeck auf die Reaktivierung der Bahnverbindung zwischen Markgröningen und Ludwigsburg. Verkehrsexperte Rainer Christmann fordert ein Vorgehen in drei Schritten: zunächst eine Reaktivierung der bisherigen Anlagen zwischen Markgröningen und Ludwigsburg auf den bestehenden Gleisen, dann eine Erweiterung des Schienennetzes bis zum Gewerbegebiet Schwieberdingen und eine Anbindung zum Wohngebiet „Auf Hart“.
Im Bereich der ehemaligen WEG-Strecke Vaihingen verlangte die Vaihinger SPD-Vorsitzende Anita Götz (Horrheim), die aufgegebenen Strecken planerisch zu sichern. Zur Steigerung der Attraktivität der Schiene will sie erreichen, dass auf dem Abschnitt zwischen dem Vaihinger Stadtbahnhof und Vaihingen-Nord (DB-Bahnhof) mittelfristig wieder Schienenfahrzeuge verkehren.
Sehr intensiv wurde von den Delegierten über die Ausbaupläne an der B 10 diskutiert. Werner Thierfeldt aus Enzweihingen forderte eine Rückbesinnung auf die früheren Planungen für einen leistungsfähigen Tunnel. Die SPD mahnte alle beteiligten Stellen auf, die Planungen 2008 abzuschließen und 2009 die notwendigen Planfeststellungsbeschlüsse zu fassen. Dann könne bereits ab 2010 gebaut werden. „Leider ist die Maßnahme immer noch auf Platz 103 der Projektliste des Landes eingestuft“, so MdL Stehmer. „Wenn dies so bleibt, wird die Maßnahme nicht vor 2020 gebaut“, ist sich Stehmer sicher. Er forderte den Ministerpräsidenten auf, seine früheren Zusagen einzuhalten und für eine Finanzierung des dringend notwendigen Projekts ab 2010 zu sorgen.
Wichtig für die Markgröninger Genossen ist der Enzabstieg zwischen der Umfahrung Sersheim/Sachsenheim und der B 10 bei Enzweihingen. Die SPD hat sich im Regionalparlament dafür eingesetzt, dass eine entsprechende Trasse weiterhin im Regionalplan als regionalbedeutsam eingetragen wird. Diese müsse kreuzungsfrei an die B 10 angebunden werden. Gefordert wurde ein generelles Lkw-Durchfahrtsverbot in Unterriexingen.
Mit Unverständnis reagierte die Konferenz auf die Tatsache, dass der vorgesehene Ausbau der B 10 zwischen der Autobahnanschlussstelle bei Münchingen bis nach Schwieberdingen (Erweiterung auf vier Spuren) in der Prioritätenliste des Landes auf Platz 113 und damit nicht einmal mehr in die Planungsvorhaben aufgenommen wurde (Verwirklichung nach 2025).
Die Delegierten der Verkehrskonferenz beschlossen, die Wünsche und Forderungen mit Anträgen auf der SPD-Jahreskreiskonferenz im April in die Parteigremien einzubringen. Landtagsabgeordneter Wolfgang Wolfgang Stehmer mahnte die Landesregierung, dem völlig unterfinanzierten Verkehrsetat des Landes endlich die Bedeutung zukommen zu lassen, die ihm angesichts der zahlreichen Mängel an den Landesstraßen zustehe.
