Erweiteretes Stromberg-Gymnasium eingeweiht
Vaihingen (aa) – Treffpunkt Stromberg-Gymnasium. Zur Einweihung des Erweiterungsbaus herrschte am Samstag ein Trubel wie auf dem Flughafen zur Start der Hauptferienzeit. Die Feier war in das Frühlingsfest der Schule eingebunden.
Seit Mai 2006 wurde am Nebenweg gebaut. Und vor allem die Phase der Verzahnung des bestehenden Baukörpers mit dem Anbau verlangte viel Verständnis von allen Beteiligten. „Es war wie eine Operation am offenen Herzen bei laufendem Betrieb“, berichtete Architekt Martin Ritz, der sich für Staub und Lärm entschuldigte und als kleine Wiedergutmachung für die gesamte Schule ein Mittagessen spendierte. Die überdimensionale Essensmarke hatte er gleich dabei. Natürlich wäre es einfacher gewesen, einen separaten Bau zu erstellen, meinte Ritz, doch jetzt habe man eine Schule der kurzen Wege. Sie sei ruhig, stimmig und elegant, bewertete er die Arbeit seines Büros. „Es hat uns Freude gemacht, hier wieder zu bauen. Wir hätten gerne noch ein paar Klassenzimmer dran gehängt.“
„Auf den ersten Blick hat sich die Schule von außen betrachtet nicht verändert“, meinte Schulleiter Hans-Günter Peisch. Sie sei nur um 20 Meter länger geworden. Doch sie sei eine funktionale Einheit („Sympathisch, offen, hell und funktional“), mit einer Mensa als Herzstück. Am Stromberg-Gymnasium wolle man fit für morgen sein. Hier investiere man nicht nur in Beton, sondern vor allem auch in Köpfe. Peisch freute sich: „Wir sind zu einer lebendigen Schulgemeinschaft zusammengewachsen.“ Und ihm mache es Spaß, hier der Schulleiter sein zu dürfen, strahlte er .
Die Stadt Vaihingen sei mit der Erweiterung ihrer Verantwortung für den Verwaltungsraum gerecht geworden, unterstrich Oberbürgermeister Gerd Maisch – ohne bei den Nachbargemeinden nach finanzieller Beteiligung zu rufen (immerhin kommen rund 1000 der insgesamt 4700 Schüler aus Illingen, Eberdingen, Sersheim und Oberriexingen). Maisch: „Darauf sind wir schon ein wenig stolz.“ Am Stromberg-Gymnasium stelle man ein Angebot für einen zeitgemäßen Schulbetrieb in einem besonderen architektonischen Rahmen zur Verfügung. Da wünsche man sich aber auch einen respektvollen Umgang mit dem Geschaffenen. Maisch lobte vor allem auch das Projekt „Grüner Schulhof“, der vom Förderverein initiiert worden war (die VKZ hat berichtet). Hier soll die Lage der Schule in der Natur genutzt und Brücken geschlagen werden.
Die Stadt habe sehr viel Geld in die Hand genommen, würdigte Elternbeiratsvorsitzende Karen Hansen. Ihr von Beifall begleiteter Wunsch: „Ich hoffe, dass das Land endlich auch in der Realität ankommt. Wir brauchen Lehrer. Die sind die menschliche Basis für die Schulen. Lehrer können nicht vom Ehrenamt ersetzt werden.“ Für den „Grünen Schulhof“ habe man zudem tolle Sponsoren gefunden, freute sich Karen Hansen. Ihr Dank galt speziell auch Margit Rösslein von der Familien-Bildung, mit deren Hilfe der Mensa-Betrieb organisiert wird. Am Dienstag soll es übrigens los gehen. Bis zu 300 Essen können ausgegeben werden, bisher liegen 220 Anmeldungen vor.
„O happy day“ schallte es durch das Haus. Es erklangen Geigen und Flügel. Schulleiter, OB und Architekt griffen zur Schere. Das erweiterte Stromberg-Gymnasium war offiziell eingeweiht.
Vaihingen (aa) – Auf die gestiegenen Schülerzahlen und den Bedarf zur Schaffung von Räumen für einen dritten Zug hat die Stadt Vaihingen mit der Erweiterung des Stromberg-Gymnasiums reagiert. Parallel wurde vor allem die Grundlage für einen Ganztagesbetrieb gelegt, denn der Mensa- und Küchenbereich ist das Herzstück des Anbaus.
Die nüchternen Zahlen der Erweiterung: Über 2000 Quadratmeter Grundfläche, 7300 Kubikmeter umbauter Raum. Vergleichbar ist das mit zwölf Einfamilienhäusern. Die Baukosten liegen bei 4,6 Millionen Euro, die mit der Schätzung fast übereinstimmen. Die Mehrwertsteuererhöhung konnte man nicht ganz auffangen.
Die Planung des Erweiterungsbaus wurde dem für den 1. Bauabschnitt verantwortlichen Architekturbüro Glück + Partner aus Stuttgart übertragen. Nach der Bewilligung der IZBB-Mittel in Höhe von 813000 Euro erfolgte der erste Spatenstich am 8. Mai 2006. Das Richtfest fand im Januar 2007 statt.
Entstanden sind sechs Klassenräume, zwei Physik-Lehrmittelräume, zwei Fachräume für Bildende Kunst, neun kleinere Lehr- und Lernmittelräume, drei Besprechungsräume und ein Lehrerzimmer. Unter der Überschrift IZBB (Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung) laufen 326 Quadratmeter (Küche, Mensa, Internetcafé, Projektraum, Silentiumraum). Die Mensa wird im Zwei-Schicht-Betrieb geführt. Zweimal pro Woche stehen jeweils für 3,50 Euro zwei Gerichte zur Verfügung (eines fleischlos). Eingesetzt wird ein elektronisches Chipsystem, Vorbestellungen sind nicht erforderlich.
Das Stromberg-Gymnasium, eingeweiht im Jahre 1999, wird derzeit von 645 Schülern besucht. Es gibt 48 Lehrkräfte – und einen offenbar sehr beliebten Hausmeister, der in den letzten knapp zwei Jahren zum heimlichen Bauleiter aufgestiegen ist.
