Mittwoch, 23. Mai 2012

Jugendhaus Gündelbach eingweiht


Freude über das neue Jugendhaus. Foto: Arning
Freude über das neue Jugendhaus. Foto: Arning

Gündelbach – Das Gündelbacher Jugendhaus könnte zum neuen Wahrzeichen des Ortes werden. Gestern Abend wurde das Gebäude im Jugendstil beim Sportplatz eingeweiht. Dabei wurden die Initiatoren des Projektes mit Lob überschüttet.
„Das ist das schönste Jugendhaus, das ich je gesehen habe“, lobte völlig begeistert die Vertreterin der Landesstiftung Baden-Württemberg, die für das Jes-Projekt zuständig ist. Jes steht für „Jugend engagiert sich“ – dies traf in den letzten Monaten in Gündelbach hundertprozentig zu.
Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist das Haus am Rande der Gemeinde fast fertiggestellt. Es kann am Sonntag ab 11 Uhr beim Tag der offenen Tür besichtigt werden. „Lust und Frust lagen nahe beieinander“, fand bei der Einweihungsfeier Britta Kinzler, die Vorsitzende des Vereins Gündelbacher Jugendtreff. Schon die Stadt Vaihingen habe bei der Genehmigung Auflagen gestellt: Das Gebäude solle sich unauffällig und scheunenartig in die Landschaft einfügen. Zwischenbemerkung von Oberbürgermeister Gerd Maisch: „Es wurden doch alle Auflagen erfüllt.“
Die Balken des Jugendhauses lagen fast 30 Jahre lang in Güglingen in einer Scheune, da das Wochenendhaus, erbaut in den 20er Jahren, 1980 in Pforzheim einer Wohnbebauung weichen musste. Britta Kinzler bekam es von ihrem Arbeitskollegen Hans Augenstein angeboten. Ich solle doch das alte Glomb endlich abholen, habe seine Tante immer wieder gesagt, erzählte Augenstein. Und die Gündelbacher holten es ab. Im April 2006 kamen die Teile an die Metter, wurden sortiert und bearbeitet. Eine Bodenplatte entstand. Im Sommer wurde das Fachwerk aufgeschlagen und die Gefache ausgemauert. Richtfest war am 3. November 2006.
Bei rund 77000 Euro liegen bisher die Kosten. Davon kamen 11000 Euro durch Eigenmittel zusammen, die rund 4000 Arbeitsstunden der 50 Helfer im Alter zwischen 12 und 79 Jahren können mit 30000 Euro angesetzt werden, es gab Spenden und Zuschüsse von nahezu 40000 Euro. Auch der Zuschuss des Förderprogramms „Jugend Räume schaffen“ konnte gerettet werden; er war für einen anderen Standort und eine andere Hausvariante (Container) zugesagt gewesen. Von der Vaihinger Bürgerstiftung flossen 8000 Euro.
„Ihr könnt stolz auf das Geschaffene sein“, fand gestern Abend Oberbürgermeister Gerd Maisch, der eine Sitzbank als Geschenk übergab. Und der gute Besuch der Einweihungsfeier zeige, dass die Gemeinde jetzt schon mit dem Jugendhaus verwurzelt sei. Maisch hob besonders Britta Kinzler hervor: „Man braucht eine, die vorne steht und zieht.“ Dazu die Vorsitzende: „Und ab und zu auch tritt.“
Ortsvorsteher Thomas Fritzlar hatte in alten Unterlagen gekramt und dabei entdeckt, dass Ralf Kussmaul, Ehemann von Britta Kinzler, 1976 schon den Antrag zur Einrichtung eines Jugendraumes gestellt hatte. Dass es nur ein feuchter Kellerraum in der alten Schule sein sollte, hatte die Jugendlichen damals mächtig geärgert. Erst ab 2001 gab es wieder ernsthafte Bemühungen um ein Jugendhaus, verschiedene Standortvarianten und Enttäuschungen. Erst als sich eine neue Führung des Jugendtreffs fand und der Rollsportclub im Jahre 2005 seinen Platz bei den Sportanlagen des FC aufgab, tat sich wieder etwas. „Ihr habt hier ein wunderschönes Gebäude geschaffen“, war das große Lob an alle Helfer, wobei Ortsvorsteher Fritzlar die Familie Kinzler als Motor ganz besonders hervorhob.
Uneingeschränkte Anerkennung kam auch von Architekt Martin Großmann, der beratend zur Seite stand: „Es war eine Freude, wie hier geschafft wurde.“ Und als Vertreter der Gündelbacher Vereine sprach Erich Baumgärtner vom FC seine Hochachtung für das Glanzstück aus.
In den vergangenen Monaten konnten sich hier die Jugendlichen mit Dingen beschäftigen, mit denen sie eigentlich nichts am Hut haben. Der Umgang mit Werkzeug und Maschinen bekam plötzlich einen ganz anderen Stellenwert. 21 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nahmen am Jes-Programm der Landesstiftung teil. Für das Soll von 40 Stunden gab es Urkunden. Mentorin Gerda Zitzmann, die in Vaihingen insgesamt acht derartige Projekte betreut, übergab die Auszeichnungen zusammen mit Gerd Maisch an Lukas Sing, Leonhard Hüeber, Hannah Kinzler, Julia Haug, Philipp Wimmer, Vera Kinzler, Christian Hangstörfer, Lutz Hüeber, Johannes Bölte und Bernice Leibbrand.
Das Gündelbacher Projekt wurde übrigens für den Landesehrenamtswettbewerb „Echt gut“ nominiert und wurde beim Abschlussevent von Jes in Stuttgart präsentiert. Derzeit wird in Absprache mit der Jugendarbeit Vaihingen und dem Landkreis ein Konzept für den Betrieb erstellt. Es ist auch denkbar, dass andere Altersgruppen einbezogen werden und sich das Haus zu einer Art Bürgerzentrum entwickelt. In Gündelbach ist alles denkbar.


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