Mittwoch, 23. Mai 2012

Bericht der CJD Jugendmusikschule


Auftritt in Nussdorf. Foto: Archiv
Auftritt in Nussdorf. Foto: Archiv

Vaihingen (ub) – „Hauptziel unserer Jugendmusikschule wird es sein müssen, den veränderten zeitlichen Rahmenbedingungen vor allem durch das G8 Rechnung zu tragen.“ Diese Aussage von Peter Kopp, Leiter der CJD Jugendmusikschule Vaihingen, stammt aus dem Jahr 2007. Am Mittwochabend konnte Kopp in der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses des Vaihinger Gemeinderats dieses Zitat wiederholen. „Denn diese Thematik ist das größte Problem unserer Musikschule.“
Das achtjährige Gymnasium beanspruche die 874 Schüler (577 aus Vaihingen, 113 aus Eberdingen, 97 aus Illingen und 87 aus Sersheim) weit mehr als noch vor einigen Jahren. Kopp: „Wir erhalten inzwischen Abmeldungen vom Unterricht, weil die Schüler keine Zeit mehr zum Üben finden. Ob da immer die Schule oder der zum Teil voll gestopfte Terminplan des Schülers schuld sind, ist offen – Tatsache ist aber, dass manche Schüler am Rande des körperlich und geistig Machbaren angekommen sind.“
So berichtete der Jugendmusikschulleiter beispielsweise von den Herbstarbeitstagen des Jugendsinfonieorchesters. Diese würden absolut störungsfrei verlaufen, weil sich die Schüler ausschlafen. Oder die Orchesterprobe am Freitagnachmittag: „Die eine Hälfte der Schüler schläft, die andere ist völlig überdreht.“ Wenn die geschlossene Ganztagesschule komme, sei die Existenz der CJD Jugendmusikschule gefährdet.
In der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses regte Michael Braun (Grüne, Aurich) an, die Jugendmusikschule in den Schulen zu integrieren. Sieglinde Kühnle (FW, Kleinglattbach) wollte die Existenzangst von Kopp nicht teilen: „Wenn es 100 Schüler weniger sind, müssen wir auch nicht heulen. Vor allem ist die Qualität wichtig.“
Und diesen Anspruch erfüllt die CJD Jugendmusikschule. So konnten beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ wieder „gute bis sehr gute“ Ergebnisse erzielt werden. Neu geregelt wurde die Begabtenförderung: So überprüft ein Gremium aus Lehrkräften der Musikschule unter Vorsitz des renommierten Pianisten Andreas Grau aus Vaihingen (als Externer) die Begabungen der vorspielenden Schüler auf Förderungswürdigkeit. Das bereit gestellte Geld für mehr Unterricht und zusätzlicher Kammermusik reichte für elf Schüler – 24 hatten sich beworben. Kopp: „Unser nächstes Ziel ist es, private Sponsoren von der Wichtigkeit dieser Förderung zu überzeugen, damit noch mehr Begabungen rechtzeitig und intensiv gefördert werden können.“
Völlig neu sei das Projekt „Zukunftsmusiker“ in Zusammenarbeit mit dem dm-Markt, der diese Aktion in Kooperation mit dem Verband deutscher Musikschulen aufgelegt hat. Dabei können sich Kinder im Markt um einen Schnupperkurs an der Musikschule bewerben, die Kosten trage der Drogeriemarkt. Ebenfalls neu sei das Streichklassenprojekt an der Grundschule Sersheim, wo zehn Grundschülern dreimal die Woche Grundkenntnisse auf dem Streichinstrument vermittelt werden.
Der Etat 2008 der CJD Jugendmusikschule geht von Einnahmen in Höhe von 831000 Euro aus. 540000 Euro kommen von den Unterrichtsgebühren (seit 2006 keine Erhöhung), 78000 Euro steuert das Land bei (Oberbürgermeister Gerd Maisch: „Wir können froh sein, dass das Land das noch leistet“), der Rest stammt aus den Zuschüssen der Gemeinden (136000 Euro von der Stadt Vaihingen, 26000 Euro von Eberdingen, 7400 Euro von Illingen und 20000 Euro von Sersheim). Den Löwenanteil bei den Ausgaben bilden die Gehälter für die Lehrer in Höhe von 666000 Euro.
An der CJD Jugendmusikschule werden Schüler im Alter von drei bis 25 Jahren unterrichtet. Am meisten gefragt sind Klavier-, Gitarren- und Geigenunterricht. Der Geigenunterricht kostet beispielsweise 68 Euro im Monat, 42 Euro im Monat ist das preiswerteste Angebot der Musikschule (Gruppenunterricht).
Von den Leistungen der Jugendmusikschule können sich die Besucher am 12. April beim Jahreskonzert in der Stadthalle überzeugen.


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