Altes Schulhaus Großglattbach: teure Sanierung
Großglattbach (aa) – Bei der Sanierung des denkmalgeschützten Hauses Ritterweg 21 (altes Schulhaus) gibt es unangenehme Überraschungen. Im Rahmen eines Ortstermins informierte Architekt Hans Fauth die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik über gravierende Schäden. Die Stadträte konnten vorläufig nur betretene Gesichter machen und stehen vor der Frage: was nun?
Auf rund eine Million Euro sind die Kosten für die Sanierung des Hauses (Baujahr 1835) bisher veranschlagt. Das wird nach Lage der Dinge hinten und vorne nicht ausreichen, denn vor allem Feuchtigkeitsschäden haben die Substanz stark angegriffen. Dazu kommen undichte Wände, unebene Böden, schadhafte Balken…
„Es ist eine mittlere Katastrophe, was wir vorgefunden haben“, drückte sich Hans Fauth am Dienstagabend aus. So sei zum Beispiel die Schwelle der Trennwand vom Raum der verlässlichen Grundschule zum Treppenhaus auf der gesamten Länge völlig durchgefault. „Die Wand muss vermutlich komplett raus.“ Die vielen unterschiedlichen Nutzungen und zahlreiche Umbauten hätten dem Gebäude geschadet.
„Das ist im Ansatz echt erschreckend“, fand bei der Besichtigung CDU-Stadtrat Günter Bächle. Seine erste Sorge galt den Kosten. Keine Frage: die werden ansteigen. „Wir werden eine Nachberechnung durchführen“, kündigte Architekt Fauth an, „nach Lage der Dinge wird manches nicht gehen, was einmal geplant war.“
Um den Ritterweg 21 hatte es in den letzten Monaten viel Wirbel gegeben. Der Plan aus dem Amt für Gebäude- und Grundstücksmanagement, das Haus an einen Privatmann zur verkaufen, war auf den erbitterten Widerstand aus der Bevölkerung gestoßen. Auch der Gemeinderat Mühlacker hatte geblockt. Das Haus soll nun unter städtischer Regie saniert werden. Es ist geplant, dass das Untergeschoss weiterhin den Vereinen und der Grundschule zur Verfügung steht. Im Obergeschoss sollen zwei Wohnungen entstehen.
In den letzten Wochen ist das Haus, das Oberbürgermeister Arno Schütterle als „wichtiges Gebäude für Großglattbach“ bezeichnete, durch die Beschäftigungsgesellschaft des Enzkreises (GSI) ausgebeint worden – und dabei sind gravierende Schäden zu Tage gekommen. Wie Gotthilf Kautter, Leiter des Amtes für Gebäude- und Grundstücksmanagement, bei der Besichtigung mitteilte, ist ein weiterer Antrag zur Aufstockung der Fördergelder aus Sonderprogrammen gestellt worden. OB Schütterle rechnet bis spätestens Ende März mit einem Bescheid aus Stuttgart.
Schütterle zum Abschluss der Besichtigung am Dienstagabend: „Noch Fragen?“ Antwort aus den Reihen der Stadträte: „Wir sind sprachlos!"
