Vaihingen (elf) – Wechsel an der Spitze des Krankenpflegevereins Vaihingen: Da die erste Vorsitzende Rosemarie Kapp nach sechs Jahren ihr Amt zur Verfügung stellte, übernimmt künftig Friedrich Wahl die Führung des mehr als 2000 Mitglieder starken Vereins.
„Die Aufgabe habe ich als einen wichtigen Lebensauftrag gesehen. Nach sechs Jahren darf ein Auftrag aber auch wieder weitergegeben werden“, sagte die scheidende Vorsitzende, die im März 2002 als Nachfolgerin von Christa Rentschler an die Spitze des Krankenpflegevereins gewählt wurde. Ihr Nachfolger Friedrich Wahl ist in der Stadt kein Unbekannter. Als Stadtrat und Mitglied des Gemeinderats sei der 64-Jährige von Rosemarie Kapp geradezu bekniet worden, das Amt zu übernehmen. „Sie kann so etwas“, schmunzelte Wahl, der ein einstimmiges Votum seitens der Versammlung bekam.
Noch eine Personalie: Auch die Schriftführerin Magda Stevens hat ihr Amt zur Verfügung gestellt, das künftig die langjährige Mitarbeiterin bei der Sozialstation Vaihingen Heike Rapp aus Aurich begleiten wird. Damit setzt sich die Vorstandschaft des Krankenpflegevereins folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender: Friedrich Wahl, 2. Vorsitzender: Jakob Menauer, Kassenverwalterin: Christa Gayer und Schriftführerin: Heike Rapp.
In ihrem letzten Bericht sprach Rosemarie Kapp von einem Jahr ohne „besondere Höhepunkte und Katastrophen“ und erinnerte an Aktivitäten wie den Besuch der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Krankenpflegevereins Sersheim, den Tag der offenen Tür, den Jahresausflug der Schwestern, Pfleger und Verwaltung, den Ausflug der Nachbarschaftshilfe und die Weihnachtsfeiern. Die vor zwei Jahren eingeführte freiwillige Übernahme der Kosten von so genannten Serviceleistungen durch den Krankenpflegeverein habe die betroffenen Mitglieder in 2007 um über 7000 Euro entlastet. Auf Leistungen für Mitglieder, die noch nicht von der Pflegekasse eingestuft sind, habe der Krankenpflegeverein im vergangenen Jahr einen Nachlass von rund 9000 Euro gewährt. In diesem Zusammenhang machte Rosemarie Kapp Werbung für eine Mitgliedschaft im Verein. Schließlich seien 2007 rund zwei Drittel der Mitgliedsbeiträge von 16 Euro pro Person wieder an die Mitglieder zurückgeflossen.
Reinhard Findeisen-Tietze, Betriebsleiter der Sozialstation erinnerte an den Umzug in das Ärztehaus Vaisana Anfang April 2007. nach fast einem Jahr falle das Resumee positiv aus, die Zusammenarbeit mit den Ärzten habe sich verbessert und intensiviert. Auch für die ambulanten und stationären Patienten sei die Sozialstation nun besser erreichbar. Die Zahl der Patienten habe sich um 3,5 Prozent auf 776 erhöht, wobei die Nachfrage um 3,6 Prozent auf rund 1,6 Millionen Euro zurückgegangen sei. Aufgrund des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes, durch das ab Juli auch Demente ohne körperlichen Pflegbedarf Anspruch auf Betreuungsangebote bis zu 2400 Euro jährlich haben, werde das Vorhaben verfolgt, eine Einzel- und Gruppenbetreuung für demente Patienten aufzubauen.
Dietmar Hammer, Leiter des Pflegedienstes der Sozialstation, berichtete im Vergleich zum Vorjahr von einem Rückgang der Einsätze der Pflegekräfte um 0,76 Prozent auf 85028. Gleichzeitig sei die Anzahl der betreuten Patienten um 2,83 Prozent auf 776 gestiegen. Eine moderate Personalaufstockung von zwei festangestellten Pflegekräften sei ebenso mit der anhaltend guten Nachfrage nach Pflegedienstleistungen verbunden wie mit den gestiegen Ansprüchen der Patienten und Angehörigen. Die Kundenbefragung habe ein gutes Ergebnis gebracht. So sei das Verhalten der Mitarbeiter der Sozialstation als sehr positiv bewertet worden.
Margit Gayer, Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe, teilte mit, dass im Selbstzahlerbereich 100 Personen insgesamt 8754 Einsatzstunden erbrachten, was einer Steigerung von 33 Prozent entspreche. Dabei handele sich um Tätigkeiten wie stundenweise Betreuung von dementen Personen, Begleitdienste, Babysitten, Kinderbetreuung oder Gartenarbeiten. Die 23 angestellten Mitarbeiterinnen hätten in den Bereichen Familienpflege, Pflegeversicherung und Selbstzahler insgesamt 6726 Einsatzstunden erbracht.
Oberbürgermeister Gerd Maisch stellte fest, dass die „hervorragende Arbeit des Krankenpflegevereins“ zu einer hohen Motivation in der Sozialstation führe. Dekan Hartmut Leins drückte seine Anerkennung und Wertschätzung gegenüber der Arbeit des Krankenpflegevereins aus und dankte für die „leibliche und seelische Hilfe“.
In einem einstündigen Vortrag stellte Pflegedienstleiter Thomas Hübner aus Sersheim die Arbeit des Hauses „Hospiz Bietigheim-Bissingen“ vor, das seit dem Jahr 2000 Menschen ein würdevolles Sterben ermöglicht.
