Enzweihingen: Noch zwei Wochen Baustress
Enzweihingen (aa). Die Arbeiter stehen voll im Saft. In der Sonne hat es weit über 30 Grad. Doch daran dürfen sie keine Gedanken verschwenden; sie sind im Druck, denn der Zeitplan für die Straßensanierung in Enzweihingen ist ausgereizt. Zehn Wochen waren ab Mitte April angesetzt. „Noch gut zwei Wochen werden wir brauchen“, sagt der Kapo, der seine Männer in der Grube von oben dirigiert. Auf der Kreuzung Rieter Straße, Einmündung Karl-Blessing-Straße/Pfarrgasse ist in den vergangenen Tagen ein Loch ausgebaggert worden, in dem ein zwei mal zwei Meter großer Wasserschacht untergebracht werden muss. Konsequenz für die Verkehrsteilnehmer. Jetzt stehen sie schon am Fußgängerüberweg Rieter Straße, denn die Fahrzeuge können nur einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Bis Ende der Woche sollen die Arbeiten in diesem Abschnitt jedoch erledigt sein. „Wir sind in den Endzügen“, sagt Thomas Pflug vom Wasserwerk der Stadt Vaihingen. „Die neuen Trinkwasserleitungen sind fast alle im Boden. Nächste Woche sind wir auf jeden Fall fertig.“ Zugegeben, es habe insgesamt doch ein klein wenig länger gedauert als geplant gewesen sei, den Termin 26. Juni habe man nicht halten können, „aber wir sind immer wieder auf Überraschungen gestoßen, auf unzutreffende Handskizzen, mussten zum Teil tagelang sehr aufwendig nach Anschlüssen suchen, konnten nicht mit dem Bagger arbeiten“. Auch Abwasserkanäle (zum Gasthaus Krone hin) sind zum Teil erneuert und Anschlussstutzen ausgetauscht worden – wenn die Erde schon mal aufgegraben ist... Doch das Finale ist in Sicht. Die restlichen Hausanschlüsse müssen noch angekoppelt werden. Die neuen Leitungen werden gespült und desinfiziert; es werden Wasserproben entnommen, Untersuchungen in den Fachlaboren durchgeführt – es handelt sich ja um Lebensmittel. Die Baumaßnahme erforderte ein hohes Maß an Umleitungslogistik. Durch die Baustelle waren große Teile der Ortschaft auf normalem Weg nicht zu erreichen. Und der Verkehr ins Strudelbachtal (Riet, Eberdingen Weissach...) war und ist noch stark gehandicapt. Der erste Bauabschnitt in der Vaihinger Straße brachte die größte Herausforderung. Hier legten die Arbeiter der beiden Firmen (ATS Markgröningen für den Straßenbau und Esslinger Rohrleitungsbau für die Wasserleitungen) eine Punktlandung hin. Danach entspannte sich die Situation wieder. „Wir sind froh, wenn es endlich wieder normal läuft“, sagen die von Staub und Lärm geplagten Anwohner. Und nicht nur die. Auch der Verkehr auf der Bundesstraße 10 wird sich entspannen. Nach der Aussage aus dem Ludwigsburger Landratsamt ist die Freigabe für 12. oder 13. Juli geplant. Ohne Gewähr, versteht sich. Aber wenn es der Kapo schon mal andeutet, müsste die Sache eigentlich klappen.
