Mittwoch, 23. Mai 2012

Halle wird saniert




Das Dach ist die Schwachstelle in der Halle im See. Foto: Bögel
Das Dach ist die Schwachstelle in der Halle im See. Foto: Bögel

KLeinglattbach (ub). Sie wurde 1978 erbaut und ist die größte Halle im Stadtgebiet von Vaihingen. Jetzt wird die Halle im See in Kleinglattbach saniert. „Sie hat es auch nötig“, sagt die Kleinglattbacher Ortsvorsteherin Sieglinde Kühnle.
 Der Technische Ausschuss des Vaihinger Gemeinderats hat am Mittwochabend Aufträge im Wert von rund 660 000 Euro vergeben. Besonders flott zu Werk ging dabei das Vaihinger Bauunternehmen Gebr. Ezel: Am Mittwochabend bekam die Firma den Zuschlag für die Erd- und Rohbauarbeiten (65 000 Euro), gestern Morgen rückten schon die Bagger an.
Ab Montag ist die Halle für die Sanierung gesperrt – offiziell bis Ende Oktober. Nach dem Bauzeitenplan des zuständigen Architekten Eberhard Lämmle sollen die Bauarbeiten schon bis Ende September abgeschlossen sein. Mit den Vereinen ist die Nutzungsunterbrechung abgesprochen. So stellt beispielsweise der TSV sein Vereinsheim fürs Umkleiden zur Verfügung; der Sportunterricht der Schule findet im Freien statt.
Die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle wird durch das Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes möglich. Für die Stadt Vaihingen wurden im Bereich Infrastrukturpauschale insgesamt 1,944 Millionen Euro bewilligt. Hiervon entfallen 1,178 Millionen auf das Friedrich-Abel-Gymnasium und 766 000 Euro auf das Schulzentrum Kleinglattbach einschließlich der Halle.
Dass in der Halle im See dringend etwas gemacht werden muss, unterstreicht auch Ortsvorsteherin Kühnle: „Der Hausmeister sagt, dass er für eine Veranstaltung im Winter 1000 Liter Heizöl braucht.“ Somit habe sich eine Holzpelletheizung in wenigen Jahren amortisiert.
„In der Halle ist es bei Veranstaltungen in der kalten Jahreszeit nie richtig warm geworden“, gibt Kühnle die Kritik der Besucher weiter. „Es hat manchmal richtig ins Genick gezogen.“ Auch hätten viele ältere Besucher über kalte Füße geklagt. Ortsvorsteherin Kühnle: „Es ist schon bitter nötig, dass etwas gemacht wird.“
Bis jetzt ist Wärmedämmung
eine Fehlanzeige
Die Mehrzweckhalle, Baujahr 1978, ist eine Stahlbeton-Skelett-Konstruktion. „Die Außenwandteile sind ohne Wärmedämmung“, sagt Architekt Eberhard Lämmle aus Vaihingen. Im Innenbereich existiert eine offene Schalung mit 30 Millimeter Mineralwolle – auch hier kein Effekt für die Wärmedämmung. Klarer Schwachpunkt der Halle ist aber das Dach, das aus Hohlkörper-Spannrippen und Mehrfachstegplatten besteht. Nach einem Energiegutachten des Ingenieurbüros Lachenmann gehen mehr als 50 Prozent der Energie über das Dach flöten.
Bei der jetzt anstehenden energetischen Sanierung wird nur die Dachfläche gedämmt. Dadurch soll der Energieverlust auf rund zehn Prozent heruntergefahren werden. Lämmle: „Durch die Innenmaßnahmen kann auch die Halle etwas freundlicher und zeitgemäßer gestaltet werden.“ Gedämmt von außen wird lediglich der Gymnastikraum und der noch zu bauende Lagerraum für die Pellets oder Holzhackschnitzel.
Den Auftrag für die Gerüstbauarbeiten, die in der nächsten Woche beginnen sollen, bekam vom Technischen Ausschuss die Firma Ibek in Vaihingen zum Angebotspreis von rund 51 000 Euro. Das sind 26 Prozent mehr als ursprünglich gerechnet. Waldemar Mann von der Hochbauabteilung der Stadtverwaltung: „Die Mehrkosten sind durch die gute Auftragslage der angefragten Firmen verursacht.“
Die Arbeiten für die Holzpelletheizung mit Wärmeverbund in der Halle erledigt die Markgröninger Firma Klaus Decker zum Angebotspreis von 193 000 Euro. Das sind 3,5 Prozent weniger als erwartet.
Die Dämmungs- und Holzmontagearbeiten übernimmt das Unternehmen Heinzelmann aus Mühlacker zum Preis von 276 000 Euro. Die Kostenschätzung lag hier bei etwa 201  000 Euro. Beim ersten Submissionsergebnis stellte sich aber heraus, dass das vom günstigsten Bieter angebotene Material nicht der ausgeschriebenen Qualität entsprach. Deshalb konnten die Bieter ein weiteres Nebenangebot mit einem anderen, qualitativ gleichwertigen aber günstigeren Material machen.
Den Zuschlag für die Metallbau-, Fenster- und Verglasungsarbeiten bekam die Firma Lämmle in Vaihingen für rund 72 000 Euro – das sind 25 Prozent weniger als berechnet.
Die Erd- und Rohbauarbeiten übernimmt die Firma Gebr. Ezel aus Vaihingen zum Preis von 65 000 Euro – 13,8 Prozent über der Kostenberechnung. Mann: „Die Mehrkosten liegen noch im Rahmen einer normalen Abweichung. Sie sind vermutlich durch eine gute Auftragslage verursacht.“
Als mögliche Sparmaßnahme wird auf einen geplanten Windfang am Haupteingang nicht verzichtet. Dies hätte eine Kostenminderung von 20 000 Euro bedeutet. Der Windfang wurde aber beschlossen, da bei Veranstaltungen immer wieder über Zugerscheinungen geklagt wird.
Die Bilanz von Mann: „Es gibt bei den Angeboten schon einige Ausreißer nach oben und unten.“ Das bestätigte auch der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch: Das Konjunkturprogramm des Bundes sei tendenziell wegen der Preise gefährlich. Man stehe aber unter Zeitdruck, da die Investitionshilfen im April 2009 auf den Markt gekommen sind und die geförderten Maßnahmen bis Ende 2010 realisiert sein müssen.




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