Mittwoch, 23. Mai 2012

Reduziertes Abifest




Feiern bis in den Morgen. Musik bis drei Uhr wird es am Freitag nicht geben. Foto: p
Feiern bis in den Morgen. Musik bis drei Uhr wird es am Freitag nicht geben. Foto: p

Vaihingen (elf). Unmut bei den Vaihinger Abiturienten: Drei Tage vor der Abiparty auf dem Roi Eagle zwischen Vaihingen und Großglattbach hat das Ordnungsamt der Stadt das Festvergnügen um drei Stunden reduziert – entgegen der ursprünglichen Gestattung vom 21. Mai. In einem Brief an den OB machten die Schulabgänger ihrem Ärger Luft.
. Sven Sattler aus Kleinglattbach, der die Abifete federführend organisiert, ist sauer. Mit Datum vom 21. Mai liegt ihm eine Gestattung seitens der Stadt Vaihingen vor, die die Musik bis 3 Uhr und den Ausschank von Getränken bis 5 Uhr erlaubt. Doch drei Tage vor dem Fest, das am Freitag (25. Juni) stattfindet, hob das Ordnungsamt den Finger und änderte die Gestattung. Musik ist jetzt noch bis 24 Uhr erlaubt, Getränke dürfen bis 2 Uhr ausgeschenkt werden. „Uns drei Tage vor der Veranstaltung vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist nicht die Art und Weise, wie wir uns den Umgang mit der Stadt vorstellen“, sagt Sattler. Seit vier Wochen hätten die Abiturienten die Fete mit den urprünglichen Zeiten „großflächig beworben“. Die geänderte Genehmigung würde einen Verlust von mehr als 1500 Euro bedeuten, was einem wirtschaftlichen Totalschaden gleichkomme. Besonders frustrierend sei die Begründung des Ordnungsamts. Dort werde mit Beschwerden über Ruhestörungen bei der Einweihung des Blockhauses im Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ am vergangenen Wochenende argumentiert. Einen Zusammenhang mit der Abiparty auf dem Roi Eagle kann Sven Sattler nicht erkennen: „Das halte ich nicht für hieb- und stichfest.“
Der Altersdurchschnitt bei der Party liege bei etwa 20 Jahren, viele der Besucher würden erfahrungsgemäß erst gegen 24 Uhr kommen. „Wenn wir dann die Musik ausmachen, gehen die wieder“, befürchtet Sattler. Dann verlagere sich das Fest auf die Straße. Dies könne gewiss nicht im Interesse des Ordnungsamtes sein. Der Abiturient erinnert an die „Abi-Ski-Party“ vom 27. Februar in der Stadthalle, bei der alles reibungslos verlaufen sei. „Außer verschnutzte Toiletten war da nichts. Und die wurden wieder gereinigt“, erinnert sich der 18-Jährige und verweist darauf, dass das Vaihinger Ordnungsamt seinerzeit die Organisation der Feier sogar gelobt hatte. In einem Brief an Oberbürgermeister Gerd Maisch brachten die Abiturienten gestern ihren Ärger zum Ausdruck. „Dieses Verhalten der Stadt Vaihingen ist hochgradig enttäuschend“, ist in dem Schreiben zu lesen, das Sven Sattler im Namen aller Abiturienten formuliert hat. Bei den bereits durchgeführten Veranstaltungen hätten die Festorganisatoren „die Auflagen des Ordnungsamts stets erfüllt und zur Zufriedenheit der örtlichen Polizeibehörde gearbeitet“.
Auf Anfrage unserer Zeitung findet der Vaihinger OB klare Worte: „Der Fehler ist im unserem Hause passiert. Das hätte man vorher besser abklären müssen.“ Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts hätte die Genehmigung erteilt, ohne dass sein Vorgesetzter davon wusste. Dennoch: Für eine Feier dieser Art hätte es noch nie eine Genehmigung bis drei Uhr gegeben. Das werde auch im aktuellen Fall nicht passieren. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung müsse das Ordnungsamt abwägen, welche Gefahrenlagen zu erwarten seien. In diesem Fall müsse erfahrungsgemäß von Ruhestörung ausgegangen werden. Um dieser Gefahr bereits im Vorfeld zu begegnen, müsse die Stadt Einschränkungen in der Gestattung vornehmen.
Im Übrigen, so der Oberbürgermeister, gehe von der Veranstaltung keinerlei öffentliches Interesse aus. Vielmehr sei das Fest darauf ausgelegt, so viele junge Leute wie möglich aus Nah und Fern anzulocken, damit Umsatz erzielt wird. Außerdem: „Wenn die nicht zur normalen Zeit, sondern erst von 23 bis 4 Uhr morgens feiern wollen, muss das nicht die Bevölkerung in Kauf nehmen“, sagt Maisch. „Dann müssen die sich eine andere Fläche für ihr Fest suchen.“ Wenn das Ordnungsamt als Begründung für die Gestattungsänderung das Blockhausfest vom vergangenen Wochenende auf dem „Perfekten Standort“ heranziehe, so sei dies absolut in Ordnung. Der Betreiber des Festes habe eine Genehmigung bis 23 Uhr gehabt und sich nicht daran gehalten. Das habe prompt eine Beschwerde zur Folge gehabt. Dies soll sich am Freitag auf dem Roi Eagle nicht wiederholen.
Am heutigen Donnerstag werden sich die Verantwortlichen der Stadt Vaihingen das Thema nochmals durch den Kopf gehen lassen. Dann sollen die endgültigen Zeiten für die bevorstehende Abiparty der Schulabgänger der beiden Vaihinger Gymnasien festgelegt werden. Doch eines steht für Oberbürgermeister Gerd Maisch bereits fest: „Bis drei Uhr Musik – das geht gar nicht.“




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