Mittwoch, 23. Mai 2012

Wiedereinweihung der Kirche








Einweihung der Eberdinger Kirche. Foto: Arning
Einweihung der Eberdinger Kirche. Foto: Arning

Eberdingen (aa). „Wir stellen gerne jeden Sonntag Stühle auf.“ Pfarrerin Dorothee Lächler freute sich riesig über die große Resonanz beim Gottesdienst zur Wiedereinweihung der Eberdinger Martinskirche. Die Kirche müsse nicht geschont werden. „Wir sind froh, für unsere Gottesdienste und Andachten wieder eine Heimat zu haben“, freute sich die Pfarrerin. „Sie haben jetzt wieder ein solides Dach über dem Kopf“, fand Architekt Wolfgang Paul aus Großsachsenheim. Das Dachgestühl zeuge von hoher Zimmermannskunst, der Innenraum sei licht und hell. Die verwendeten Materialien seien schlicht. In den Bau sei viel kompetentes Fachwissen geflossen, sensible künstlerische Hände hätten mitgewirkt. Paul fand den Abschied von seinem Auftrag mehr traurig als erfreulich. Manches habe man aus Kostengründen zurückstellen müssen (zum Beispiel eine neue Lautsprecheranlage und eine bewegliche Bestuhlung), berichtete Pfarrerin Lächler. Und bei der Gestaltung des Außenbereichs müsse man erst noch die Entscheidungen der bürgerlichen Gemeinde abwarten, die die Sanierung des Alten Rathauses plane. Da konnte jedoch Bürgermeister Peter Schäfer in einem Grußwort schon frohe Botschaften verkünden: „Wir werden gemeinsam einen wunderschönen Pflasterbelag finden.“ Schäfer zeigte sich hoch angetan von der Renovierung und der Kirchengemeinde: „Hier ist alles aufs Beste bestellt. Lediglich die Bausubstanz musste für die Zukunft fit gemacht werden. Und es ist alles wunderschön geworden.“ Dorothee Lächler werde sicher wie Dekan Leins einmal als Baupfarrerin im Gedächtnis bleiben, fand Peter Schäfer. Man könne stolz auf das Geleistete sein, auch auf die Punktlandung bei der Sanierung. Die Kirche sei ein Zentrum des dörflichen Lebens; hier finde der Mensch Halt. Die Grüße für den Kirchenbezirk überbrachte der Enzweihinger Pfarrer Hermann Strecker. „Ohne den Kirchenbezirk und die Landeskirche hätten wir das Vorhaben auch nicht geschafft“, gestand Pfarrerin Lächler ein. Und immerhin sei ja auch in der vergangenen Woche noch die Genehmigung des Oberkirchenrates zur Durchführung der Arbeiten gekommen – quasi zum Abschluss der Sanierung. Pfarrer Strecker sprach von einer gelungenen und mit großer Geduld getragenen Renovierung. Insgesamt habe der Bezirk 57 550 Euro zur Verfügung gestellt (10 000 davon stehen noch aus). „Ich wünsche, dass die Freude am Haus Gottes neu entfacht wird“, meinte Strecker. Die Freude durfte gleich vor der Kirche mit Sekt zum Ausdruck gebracht werden. „Stoßen Sie mit uns an“, forderte die Pfarrerin die Gäste auf. Da musste sie nicht zweimal bitten. Den Gottesdienst hatte zuvor Kirchenrat Dr. Frank Zeeb aus Stuttgart gehalten. Die Dach- und Innenrenovierung der Martinskirche, erbaut 1523 und 1857/58 mit einem neugotischen Kirchturm aufgestockt, hatte sich länger hingezogen als geplant gewesen war. Ursprünglich war eine Wiedereinweihung zum 1. Advent 2009 vorgesehen, dann zur Konfirmation 2010. Mitte Oktober 2008 war mit den Arbeiten begonnen worden (die VKZ hat mehrmals berichtet). Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 795 000 Euro. 422 000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Aus Opfer und Spenden werden 150 000 Euro erhofft; davon fehlen noch rund 40 000 Euro. Gestern wird sich der Betrag sicherlich reduziert haben.


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