Vaihingen (elf). Wird es zum Ausklang des 3. Vaihinger Kultursommers im nächsten Jahr ein Feuerwerk geben oder nicht? Walter Sämann (Freie Wähler, Vaihingen) stellte den finalen Lichterzauber infrage, als der Vaihinger Sozial- und Kulturausschuss das Thema am Mittwoch auf der Agenda hatte.
Genau 25 190,84 Euro legte die Stadt Vaihingen im vergangenen Kultursommer 2009 drauf. Während die Einnahmen durch Karteneinnahmen, Sponsorengelder und Stadtmarketing bei gut 46 000 Euro lagen, schlugen die Ausgaben für das Programm, die Werbung und die Produktion mit knapp 72 000 Euro zu Buche. „Damit sind wir gut rausgekommen“, fand Kulturamtsleiterin Julia Dorda, zumal 30 000 Euro als Abmangel einkalkuliert waren. Als sie den Sozial- und Kulturausschuss für den Kultursommer 2011 erneut um ein Abmangelbudget in gleicher Höhe bat, stieß dies nicht gleich auf bedingungslose Gegenliebe.
„Kultur muss sein“, stellte Walter Sämann fest. „Doch das Feuerwerk am letzten Tag ist eine Nummer zu groß.“ In nächster Zeit werde es in der Stadt auf jeden Euro ankommen. Da sei es den Bürgern nur schwer zu vermitteln, das Geld in die Luft zu feuern. Annekatrin Romano (SPD, Vaihingen) widersprach. Die letzte Veranstaltung des Kultursommers 2009 sei schließlich unter anderem wegen des Feuerwerks ausverkauft gewesen.
Dagmar Holzberg (FDP, Vaihingen) fand es gut, dass der Kultursommer alle zwei Jahre stattfindet, wünschte sich allerdings auch die Berücksichtigung der darstellenden Kunst. Kulturamtsleiterin Dorda signalisierte, auch gerne neue Ideen in den Kultursommer zu integrieren. Da das Programm im vergangenen Sommer aber gut beim Publikum angekommen sei, wolle sie für 2011 am gleichen Konzept festhalten. Oberbürgermeister Gerd Maisch pflichtete ihr bei: „Wir legen Wert darauf, dass der Vaihinger Kultursommer ein Profil und Kontinuität hat.“ Das sei wichtig für den Ruf der Veranstaltung bei Gästen und Künstlern.
Auch Eberhard Berg (SPD, Kleinglattbach) fand die bestehende Konzeption in Ordnung und störte sich auch nicht am beantragten Abmangelbudget: „Wenn eine Woche vorher der Damm wegen Hochwasser bricht, haben wir einen Fehlbetrag von 60 000 Euro. Bei Freiluftveranstaltungen gehen wir ein Risiko ein.“
Julia Dorda warf einen Blick zurück auf den 2. Vaihinger Kultursommer im vergangenen Jahr. Das Programm sei bunt gemischt gewesen. „Für jedes Alter war etwas dabei“, erinnerte die Kulturamtsleiterin. Für alle Veranstaltungen habe man einen Sponsor gefunden, der die kompletten Programmkosten übernommen hat. Positive Rückmeldungen hat Julia Dorda nicht nur von den Gästen, sondern auch von den Künstlern bekommen. Das hat sich offenbar herumgesprochen, denn bereits jetzt liegen ihr Anfragen von Künstlern und Agenturen für den Kultursommer im nächsten Jahr vor. Damit sie fürs nächste Mal ein noch besseres Programm präsentieren kann, war ihr daran gelegen, dass der Sozial- und Kulturausschuss bei seiner Sitzung am Mittwoch gleich den endgültigen Termin festlegt. „Damit wir flexibler sind, wollen wir bereits ein Jahr vorher damit beginnen, das Programm zusammenzustellen“, sagte OB Maisch und hoffte auch noch mehr Zuschauer. „Wir hatten insgesamt 1600 Besucher im vergangenen Jahr. Das ist noch steigerungsfähig.“
Der nächste Vaihinger Kultursommer wird von 29. Juli bis 7. August 2011 stattfinden. Und: Das Abmangelbudget in Höhe von 30 000 Euro bekam Julia Dorda am Ende auch noch genehmigt.
