Roßwag (elf). Sie ist das größte Straßenbauprojekt, das in diesem Jahr im Landkreis Ludwigsburg fertiggestellt wird – die Enzbrücke in Roßwag. Gestern Nachmittag ist sie im Beisein von zahlreichen Roßwagern und Vertretern der Verwaltungen offiziell für den Verkehr freigegeben worden.
Im Rahmen eines Dorffestes wird die Einweihung der Brücke am Samstag von den Roßwager Bürgern gefeiert. Dies hinderte mehr als hundert Bürger allerdings nicht daran, auch bei der Freigabe durch Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Landratsamts Ludwigsburg und der Stadt Vaihingen dabei zu sein. „So sind sie eben, meine Roßwager“, freute sich Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger am Interesse der Dorfbewohner.
Insgesamt hat die Bauzeit für die neue Brücke 13 Monate betragen. Die Kosten liegen bei 1,8 Millionen Euro, die Fördermittel lagen bei 920 000 Euro. 1,3 Millionen Euro verschlang die Brücke, 400 000 Euro kostete der Straßenbau und 100 000 Euro wurden für Bepflanzung, Schilder, Markierung, Schutzplanken und dergleichen einkalkuliert. Im Gegensatz zur alten hat die neue Brücke nur noch zwei Pfeiler. Mit 69 Metern Gesamtlänge ist sie drei Meter kürzer, dafür mit 10,75 Metern doppelt so breit. Ihre Tragfähigkeit liegt bei 60 Tonnen. So viel zu den Zahlen.
„Brücken bringen die Menschen einander nahe und sichern ihre Mobilität“, sagte Josef Kreuzberger, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Stuttgart. Dies gelte hier insbesondere für die Bürger aus Roßwag und Aurich. Mit dem neuen Bauwerk sei auch die Verkehrssicherheit deutlich erhöht worden. Kreuzberger erinnerte daran, dass die Förderung der Maßnahme in Höhe von 920 000 Euro nicht ohne Mittel des Bundes möglich gewesen sei. Gerade in Zeiten knapper Kassen sei eine solche Förderung keine Selbstverständlichkeit, betonte der RP-Vize und wünschte „allzeit gute und unfallfreie Fahrt“ auf der Brücke.
Jürgen Vogt, Verkehrsdezernent im Landratsamt Ludwigsburg erinnerte daran, dass am Anfang der Arbeiten der Abriss der 60 Jahre alten, schadhaften Brücke stand. „Wir haben uns gegen die Sanierung und Aufrüstung der alten Brücke entscheiden, nachdem die Vergleichsrechnung ergeben hatte, dass der Neubau kostengünstiger ist“, machte Vogt deutlich. Die neue Brücke, die flussaufwärts ein Meter neben der alten entstanden ist, biete neben ihrer größeren Ausmaße und höherer Tragfähigkeit auch noch einen einseitigen Geh- und Radweg. Mit der Verringerung der Anzahl der Pfeiler von drei auf zwei, ihrer schlanken Form sowie der Anhebung der Brücke auf der gegenüberliegenden Seite der Enz habe man auch alles Mögliche für den Hochwasserschutz getan. Der Verkehrsdezernent erläuterte, dass im Rahmen des Brückenbaus auch die Kreisstraße 1649 in Richtung Aurich im Anschlussbereich erneuert und im Auftrag der Stadt Vaihingen die Einmündung der Hagenrainstraße ausgebaut wurden.
Oberbürgermeister Gerd Maisch betonte, dass die Brücke für Roßwag immens wichtig sei. „Sie ist die einzige Verbindung des Ortes über die Enz“, sagte Maisch. Die Verwaltung habe sich intensiv mit der Planung beschäftigt, an der sich auch die Bevölkerung des Ortes beteiligt hätte. „Dadurch ist die Brücke ein gelungenes Bauwerk geworden.“ Wie groß die Bedeutung der Brücke für die Roßwager ist, zeige sich an dem spontanen Dorffest, das ihr zu Ehren am Samstag (17 Uhr) stattfindet. „An dem Tag werden die Roßwager auf ihrer neuen Brücke tanzen“, vermutete der OB
