Mittwoch, 23. Mai 2012

Weltmeisterliche Wilhelm-Feil-Schüler




Die Wilhelm-Feil-Schüler halten die Fahne von Myanmar. Für den Wettbewerb „Lebensweltmeisterschaften“ beschäftigten sie sich mit dem asiatischen Staat.	Foto: p
Die Wilhelm-Feil-Schüler halten die Fahne von Myanmar. Für den Wettbewerb „Lebensweltmeisterschaften“ beschäftigten sie sich mit dem asiatischen Staat. Foto: p

Vaihingen (elf). Das war wahrhaftig weltmeisterlich, was die Siebt- und Achtklässler der Wilhelm-Feil-Schule in Vaihingen geschafft haben: Beim bundesweiten Schulwettbewerb „Lebensweltmeisterschaft“ kamen sie bei 204 teilnehmenden Teams unter die letzten 16 und sind unter den Förderschulen sogar die Besten.
Der Schulwettbewerb zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hatte das Ziel, dass Schüler in Deutschland Lebenswelten von Jugendlichen in anderen Ländern kennenlernen (wir berichteten). Insgesamt 204 Schulen durften mitmachen, was der Zahl der Länder entspricht, die bei der Qualifikation zur WM mit dabei waren. Die baden-württembergischen Schulen hatten sich mit den asiatischen Ländern auseinanderzusetzen. Für die Wilhelm-Feil-Schule kam es ganz dicke: Das Land, mit dem sie in Kontakt treten mussten, war Myanmar (auch als Birma oder Burma bekannt). Die Aufgabe: Es musste ein direkter Kontakt zum Land hergestellt werden. Auf einem Plakat sollte anschließend alles, was die Schüler über das Land in Erfahrung gebracht haben, dokumentiert werden. Das Plakat musste bis 31. Januar fertig sein und machte 50 Prozent der Gesamtwertung aus. Die anderen 50 Prozent wurden sportlich in einem Fußballwettbewerb erspielt.
Dabei erwischten die Jugendlichen der Wilhelm-Feil-Schule eine Welle, die sie von Erfolg zu Erfolg spülte. So kamen sie bei der Regionalrunde in Ludwigsburg sportlich auf Rang fünf, belegten aber mit ihrem Plakat, das einem Tempel nachempfunden wurde, Rang eins und wurden Zweiter in der Schlusstabelle. Dies bedeutete gleichzeitig die Qualifikation für die Zwischenrunde in Saarbrücken. „Dort kamen nur die ersten beiden Teams weiter“, erinnert sich Schulleiter Martin Denkler. Dabei sein ist alles, dachten sich die Vaihinger und reisten ins Saarland. Doch die Ereignisse schienen sich zu wiederholen: erneut Platz fünf im sportlichen Bereich und erneut Platz eins für das beste Plakat. Das reichte für den zweiten Platz, die Qualifikation für die Endrunde war geschafft. Damit gehörten die Vaihinger bundesweit zu den besten 32 von 204 Teams.„Das war schon klasse“, sagt Denkler. Kein Wunder, schließlich waren bei den anderen Schulen auch Realschulen und Gymnasien dabei.
Mit nicht allzu großen Erwartungen ging es also nach Kiel. Dort haben sie im 50 : 50-Wertungsmodus sogar das Achtelfinale erreicht. Doch ab dann zählte das Plakat nicht mehr, sondern nur noch die harten Ergebnisse aus den Fußballspielen. Pech dann im Achtelfinale: 30 Sekunden vor Schluss stand es noch 0:0. Das roch nach Neun-Meter-Schießen, bei dem alles möglich gewesen wäre. Doch dann fiel das Gegentor – aus der Traum. Dennoch: Bei dem Wettbewerb hat die Wilhelm-Feil-Schule bundesweit als beste Förderschule abgeschnitten. Und: Die Wertungsrichter gaben dem Plakat auch in der Endrunde den ersten Platz. Ein mehr als beachtlicher Erfolg für die 26 Jugendlichen, die Lehrerinnen Jacqueline Beck-Bonhomme, Daniela Glück und Helga Birke sowie Schulleiter Martin Denkler.
Gestern haben die erfolgreichen Lebens-WM-Teilnehmer ihr Projekt den Schulkameraden vorgestellt. Davor berichteten sie der VKZ von ihren Eindrücken: „Es hat uns sehr gefreut, dass wir die beste Förderschule waren“ (Kevin). „Wir haben nie gedacht, dass wir so weit kommen würden“ (Cindy). „Es war schön zu sehen, wie das Plakat immer mehr Gestalt angenommen hat“ (Ludmilla). „Wir sind vor Freude in die Luft gesprungen“ (Angelina).
Schulleiter Martin Denkler erfreute sich unterdessen nicht nur am guten Ergebnis seiner Schüler. Er hob auch den pädagogischen Wert des Wettbewerbs hervor. „Dabei wurden viele Kompetenzen geschult.“ Wie holt man sich die Informationen? Wie geht man mit einer Niederlage um? Der Zusammenhalt wurde gestärkt. Außerdem, so der Schulleiter der Förderschule, war es ein fächerübergreifendes Projekt, bei dem es inhaltlich um Erdkunde, Sport, Deutsch und Politik ging.




Seitenanfang