Mittwoch, 23. Mai 2012

Mittelalter in Aurich




Eröffnung des Mittelalter-Marktes. Foto: Bögel
Eröffnung des Mittelalter-Marktes. Foto: Bögel

Aurich (ub). Illustres Lagervolk, kläffende Kleinhunde als mittelalterliche Alarmanlage, stattliche Mannsbilder im Kettenhemd, Magie und Räucherstäbchen – das Mittelalter hielt am Wochenende Einzug in Aurich.
 Marktleute, Handwerker und Söldner boten ihre Waren feil, Äxte wurden geworfen, Spielleute musizierten, es gab Wettkämpfe im Tauziehen und eine Feuerschau. Der Bogenschießlplatz des Schützenvereins Aurich war das ideale Gelände für das erste Mittelalter-Spektakel. 1000 Parkplätze waren für die Besucher des Events organisiert. „Wenn die Sache zum Erfolg wird, wollen wird das mittelalterliche Treiben in Absprache mit Schloss Kaltenstein zum festen Programmpunkt machen“, sagt Harald Beutel, Vorsitzender des Schützenvereins.
Vor einem Jahr wurde die Idee für einen Mittelalter-Markt geboren. „Das Schützenfest wurde nicht mehr richtig angenommen, im letzten Jahr gab es gar eine Pause. Deshalb mussten wir nach neuen Veranstaltungen suchen“, sagt Beutel. Der Wechsel der Vorstandschaft beim SV Aurich und die boomende Mittelalterszene – auch einige Mitglieder des Schützenvereins sind hier involviert – legten das Spektakel nahe.
Mit 10000 Flyern und Anzeigen in den einschlägigen Internetforen wurde das Spektakel dementsprechend beworben. So kamen am Wochenende viele Besucher aus dem ganzen Land in die Höhenlage von Aurich.
Eröffnet wurde das mittelalterliche Treiben mit einem Mahl am Freitagabend. 60 Personen im Schützenhaus wurden stilecht mit einem Sechs-Gänge-Menü bewirtet. Zu essen gab es unter anderem Schmalzbrot, Fisch in der Tunke und Keule des Huhns sowie Haxe des Schweins.
Ab Samstag lud dann das Lagervolk zum Streifzug auf dem Gelände ein. Ihren Stand aufgebaut hatten auch Hera und Malou aus Neustadt an der Weinstraße. Hera ist eine Hexe, Ehemann Malou stellt Amulette her. „Vor zehn Jahren, als ich 56 Jahre alt war, bin ich erwacht“, erzählt Hera, die ihren bürgerlichen Namen nur bei Behördengängen verwendet. Als dem Ehepaar bewusst worden sei, was in ihm schlummere, präsentiere man seine Künste auf den mittelalterlichen Märkten. Hera bezeichnet sich als Hexe, als Frau, die besondere Gaben habe und befähigt sei, anderen Menschen zu helfen. „Ich habe auch die Gabe, Schmerzen zu lindern“, sagt Hera.
Die Besucher konnten beim Kartenlegen überprüfen, ob es der korrekte Blick in die Vergangenheit war. Wer es deftiger liebte, konnte sich eine Einweisung in das Geheimnis des Bierbrauens geben lassen. Das Mittelalter lebt in Aurich – wenigstens für ein Wochenende.




Seitenanfang