Mittwoch, 23. Mai 2012

Felderrundfahrt der Landwirte






Blick in die Grube. Foto: Rücker
Blick in die Grube. Foto: Rücker

Vaihingen (sr). Eintauchen in die Grube und ein Abstecher in die Bodenkunde standen gestern auf dem Programm der traditionellen Felderrundfahrt der Landwirte in Vaihingen. Auf Strohballen ließen sich Bauern, Amtsleiter und sonstige Interessierte durchs Weitfeld kutschieren.
 Das sei den Landwirten von Herzen gegönnt: Insgesamt stehen die Feldfrüchte gut da, stellt Eberhard Zucker, Vorsitzender des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg, fest.
Dem Getreide habe der kalte und feuchte Mai gefallen. Nur dem Mais, dem sei’s ein wenig zu kalt gewesen. „Der holt aber gut auf“, ergänzt Albert Scholpp, Produktionsberater Pflanzenbau beim Landratsamt Ludwigsburg. Der Anbau der Braugerste sei im Landkreis zwar zurückgegangen, doch im Vaihinger Raum sei der Rohstoff für die Bierherstellung noch relativ stark vertreten. Bei der Gerste auf den Feldern könne es sich auch um Futtergerste handeln, so Scholpp.
Im Landkreis Ludwigsburg gebe es Felder mit verunreinigtem Maissaatgut. In Spuren war dort im Saatgut die gentechnisch veränderte Maislinie NK603 vorhanden, eine herbizidresistente Pflanze. Die Ergebnisse zur Verbreitung des verunreinigten Maissaatguts in Baden-Württemberg sprächen klar dafür, den bereits ausgebrachten Mais von den Feldern zu entfernen, forderte das Ministerim für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz. Doch bevor die Jungpflanzen von den betroffenen Feldern entfernt werden können, müsse die rechtliche Situation geklärt sein, so Scholpp. Im Vaihinger Raum seien keine Flächen betroffen.
Nachdem der Schlepper mit seiner zweibeinigen Fracht ein Rapsfeld im Weitfeld erreicht hat, beginnt für die Bauern ein Vortrag zur Bodenkunde.
Ulrich Zinßer von der Firma PRP hüpft in ein rund zwei Meter tiefes Loch und erläutert das Bodenprofil. Unten durchzieht eine graue Schicht, lebensfeindlich und dicht gepackt die Erde. Darüber liegt Stein an Stein. Feine Würzelchen versuchen sich dort hindurchzuzwängen. Darüber wiederum befindet sich eine rund 50 Zentimeter dicke Schicht, der Speicherhorizont. Ihn durchziehen jede Menge Regenwurmgänge, was diese Bodenart zu einem hervorragenden Wasser- und Nährstoffspeicher macht. Und durch die schmalen Röhren des Gewürms schlängeln sich die Wurzeln der Rapspflanze. „Jetzt guck’ do no“, entfährt es einem der sturmerprobten Landwirte.
Regenwürmer, laut Zinßer die wichtigsten Mitarbeiter des Bauern, bilden bis zu acht Meter lange Verbindungen zwischen den Bodenhorizonten. Obenauf liegt der Humus. Möglichst viel Humus und vitale Bodenfunktionen, das sollte das Ziel für die Landwirte sein. Peter Janßen von der BayWa Vaihingen erläutert, dass biologische Verfahren vermehrt Einzug in die konventionelle Landwirtschaft hielten.
Mit speziellen Pflanzen- und Bodenstärkungsmitteln sei auf diesem Demonstrationsfeld des Kleinglattbacher Hofguts Sanders/Grönfeld gearbeitet worden. Im Fokus sei dabei, Böden gesund zu erhalten und das Bodenleben zu stärken, so Janßen.
Oberbürgermeister Gerd Maisch begrüßte zwar zu Beginn der Veranstaltung, musste sich dann aber verabschieden, um wenig später das Public-Viewing zu eröffnen – soweit die Theorie. Dessen offizielle Eröffnung wurde jedoch, wie die VKZ später erfuhr, spontan auf Sonntag verschoben.




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