Mittwoch, 23. Mai 2012

Einkaufserlebnis für Weinzähne






Das Weindorf bietet eine gute Gelegenheit, einen leckeren tropfen zu probieren. Foto; Elsässer
Das Weindorf bietet eine gute Gelegenheit, einen leckeren Tropfen zu probieren. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf). Wenn das mal keine Punktlandung war: Bis 18 Uhr hatten gestern die Vaihinger Geschäfte im Rahmen des Weindorfs geöffnet. Und eine halbe Stunde später setzte dann der Gewitterregen ein. Schade nur für die Weingärtner, die dafür wenigstens am Samstagabend viele Besucher verzeichneten.
Für den einen oder anderen Besucher des verkaufsoffenen Sonntags war es schon schade. Da nutzen sie die Gelegenheit zum Einkauf zur Freude der Geschäftsleute bis zur letzten Minute aus und freuten sich auf einen leckeren Tropfen auf dem Weindorf. Kaum angekommen, setzte ein Gewitterregen ein. Das zwang viele unter die wenigen Sonnenschirme oder gleich zur Heimkehr.
Kurz vorher frohlockte Hans Becker, Vorsitzender des Werbegemeinschaft Vaihingen (WGV), noch über den zufriedenstellenden Verkaufssonntag: „Viele Leute auf der Fußgängerzone liefen mit Einkaufstaschen herum“, stellte er fest. Er selbst sei mit dem Geschäft sehr zufrieden: „Die Leute, die gekommen sind, haben auch etwas gekauft.“ Im Vergleich zu manch anderen verkaufsoffenen Sonntagen, an denen er vor lauter Leute nicht einmal den Laden seines Nachbarn sah, seien die Kunden gestern mit richtiger Kaufabsicht unterwegs gewesen. Der WGV-Vorsitzende lobte außerdem seine Kollegen, die – wie er selbst – vor dem Geschäft mit diversen Angeboten für Kaufanreize sorgten. „Damit wird dem Kunden die Schwellenangst genommen“, so Becker.
Vereinzelt kritische Töne von Seiten der Kundschaft hat Becker in Sachen kulinarisches Angebot auf dem Weindorf vernommen. Dort habe es, so der Tenor, zu wenig zum Wein passende Speisen wie Winzerbrot oder Fisch gegeben. „Eine Grillwurst oder Pommes müssen sein“, stellte Becker klar. Doch ein weintypisches Essensangebot habe in der Tat gefehlt.
Oberbürgermeister Gerd Maisch, der sich an beiden Tagen von der Resonanz in der Innenstadt überzeugte, freute sich, dass das Weindorf bereits zum dritten Mal im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags stattfand. „Gemütliches Bummeln in der Stadt mit einem Abschluss auf dem Marktplatz – auf diese Weise kann Vaihingen zeigen, was es zu bieten hat“, sagte der OB.
Ähnlich sagte dies auch Ulrich Allmendinger von der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen. Das Weindorf sei eine hervorragende Plattform, um sich zu zeigen. Wenngleich es am Wochenende kein typisches Weinwetter gab, so sei der Zeitpunkt für ein Weindorf dennoch ideal gewesen. Er hatte ebenso vom neuen Jahrgang 2009 Weine im Ausschank wie die WG Ensingen, die mit dem Tag des offenen Weinbergs gleich auf zwei Hochzeiten tanzte. Vorsitzender Werner Winkler sah dies allerdings nicht als Problem: „Wir haben genügend Leute im Hintergrund“, sagte er. Vor allem weiße und Roséweine wurden am Stand der WG ausgeschenkt. Das war bei den Weingärtnern Horrheim-Gündelbach nicht anders. Das Weindorf ist ein guter Auftakt für die Sommerfeste“, sagte Vorsitzender Alfred Weiberle.
Mit einer Doppelbelastung hatte auch Weinbau Allmendinger aus Horrheim zu kämpfen, wo derzeit Besenzeit ist. Trotzdem machten sie beim Weindorf mit: „Eine gute Gelegenheit, sich zu zeigen und die Weine zu präsentieren“, sagte Thomas Kheim von Weinbau Allmendinger. Bastian Walz vom gleichnamigen Weingut sah es als Selbstverständlichkeit an, sowohl beim Weindorf als auch in den Ensinger Weinbergen präsent zu sein. „Wenn man das will, ist es auch kein Problem, an zwei Stellen gleichzeitig zu sein.“ Er fand es gut, dass es genügend Betriebe gibt, die ihre Weine im Rahmen des Weindorfs vorstellen. „Somit können sich die Leute nach dem Einkauf auch noch über Weine informieren“, so Walz.




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