Ludwigsburg (LL), Einen Weg in heimische Vorgärten und Parks hat mittlerweile der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler gefunden.
Der Kleinschmetterling, der vor vier Jahren erstmals in Deutschland auftauchte und dem in der Schweiz und am Oberrhein bereits viele Buchsbäume zum Opfer gefallen sind, beginnt sich auch im Landkreis Ludwigsburg auszubreiten. Obwohl die ausgewachsenen Raupen des Schädlings bis zu fünf Zentimeter lang werden, sind sie anfangs nur schwer zu entdecken – gut getarnt leben sie verborgen im Innern der Wirtspflanze.
Sichtbare Zeichen eines Befalls sind bis auf die Blattrippen abgefressene Buchstriebe sowie Gespinste – von den Raupen aus Fäden hergestellte Kokons. Anfang Juni lassen sich auch noch ausgewachsene gelb- bis dunkelgrüne Raupen mit schwarzen und weißen Streifen sowie schwarzen Flecken finden. Da ein Befall mit dem Buchsbaumzünsler eine ernsthafte Bedrohung für die Pflanzen darstellt, rät die Obstbauberatungsstelle des Landratsamts dazu, Buchsbäume und -hecken umgehend auf Befall zu kontrollieren. Pro Jahr entwickeln sich drei Raupengenerationen, die vom grünen Blattwerk der Buchsbäume nicht viel übrig lassen. In den nächsten Tagen werden sich die Raupen in den Gespinsten verpuppen. Nach einer Puppenruhe schlüpfen Falter, die während ihrer Lebenszeit von etwa acht Tagen gezielt Buchsbäume aufsuchen, um dort ihre Eier abzulegen. Mit dem Schlüpfen der nächsten Raupengeneration ist bereits in der zweiten Junihälfte zu rechnen. Die Folgen eines Befalls mit Buchsbaumzünslern, der nach bisherigen Erkenntnissen kaum natürliche Feinde kennt: Sind Büsche und Hecken kahl gefressen, ernähren sich die Raupen von der Buchsbaumrinde. Wird diese geschädigt, können einzelne Triebe, unter Umständen sogar die ganzen Pflanzen absterben.
Was kann nun der Einzelne tun, um seine Pflanzen zu schützen? Wo immer es möglich ist, sollten Raupen und Puppen abgesammelt werden, bevor sich daraus Falter entwickeln können. Weil Insektizide gegen ausgewachsene Raupen und Puppen weitgehend wirkungslos sind, rät die Obstbauberatungsstelle zum jetzigen Zeitpunkt von Spritzungen ab. Die jungen Raupen der zweiten Generation, die im Laufe des Junis erwartet werden, können allerdings mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Dabei müssen vor allem die Innenbereiche der Büsche gut mitbenetzt werden.
Weitere Hinweise zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers finden Interessierte auf der Homepage des Landratsamts unter www.landratsamt-ludwigsburg.de. Informationen gibt es auch telefonisch bei der Obstbauberatungsstelle des Landratsamts, Telefonnummer 0 71 41/144-4953 und -4954.
