Mittwoch, 23. Mai 2012

Enz ist abgelassen




Am Samstag wurde die Enz in Vaihingen abgelassen. Foto: Bögel
Am Samstag wurde die Enz in Vaihingen abgelassen. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Spektakuläre Aktion, die für einige Zeit das Stadtbild von Vaihingen verändert: Am Samstag wurde bei der Wasserkraftanlage Vaihingen (früher Häcker) die Enz abgelassen. Bis Ende Juli ist das Flussbett zwischen dem E-Werk Auch und der Mühle trocken.
Im März hat die KE Wasserkraftanlagen GbR (Sitz in Zwiesel) die Anlage in Vaihingen von der Firma Häcker übernommen. Damit eine grundlegende Modernisierung erfolgen kann, musste die Enz am Samstag abgelassen werden. Helfer des Bezirksfischereivereins Vaihingen sammelten die kleinen Fische ein, die nicht vom Hauptstrom über die Anlage gespült wurden.
Rund 600000 Euro investieren die neuen Wasserkraftanlagen-Betreiber in Vaihingen. „Dann sind wir für die nächsten 15, 20 Jahre gerüstet“, so Geschäftsführer Fritz Eberlein. Der Einlaufbereich der Wasserkraftanlage wird komplett umgestaltet, der Einlauf auf die Rechen erfolgt nicht mehr so frontal wie bisher. Es gibt wesentlich flachere Rechen mit größerer Fläche und eine neue elektrische Schaltanlage. Auch der Anschluss an das Netz der EnBW wird in den nächsten Wochen hergestellt. „Nach der Sanierung können wir Strom für 600 Haushalte produzieren“, sagt Eberlein.
Im Gespräch ist auch eine Fischtreppe, doch beantragt wurde sie noch nicht. Um den Fischbestand nicht zu gefährden, wurde das Wasser am Samstag langsam abgelassen. Auch musste durch die erhöhte Wassermenge eine Welle in Richtung Enzweihingen vermieden werden.
Mitglieder des Bezirksfischereivereins Vaihingen waren am Samstagnachmittag im Einsatz, um mit Eimer und Käscher vor allem die kleinen Fische aus den übrig gebliebenen Pfützen zu retten. „Das sind viele dabei, die auf der Roten Liste stehen“, weiß Jupp Hönekop, Vorsitzender des Bezirksfischereivereins. Auch Unrat, der bei der Enzputzete nicht geborgen werden konnte, wurde eingesammelt. Tausende von Fische und Krebse wurden im Laufe des Tages eingesammelt und nach dem Wehr wieder in tieferes Gewässer ausgesetzt.
Für die Modernisierungsmaßnahmen an der Wasserkraftanlage gibt es Lob von Hönekop.Durch den Umbau des Einlaufs auf die Rechen sei der Sog für die Fische deutlich geringer. Seither wurden viele Tiere in der Anlage immer wieder verhäckselt. „Bald können die Fische seitlich vorbei“, so Hönekop.




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