Mittwoch, 23. Mai 2012

Open-Air-Kino, Klappe, die dritte




Auf gutes Wetter und ausverkaufte Veranstaltungen hoffen die beiden Veranstalter des Open-Air-Kinos. Foto: VKZ-Archiv
Auf gutes Wetter und ausverkaufte Veranstaltungen hoffen die beiden Veranstalter des Open-Air-Kinos. Foto: VKZ-Archiv

Vaihingen (elf) – Aller guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund. Das sagen auch Michael Eisinger aus Vaihingen und Holger Raukamp aus Ensingen. Vom 21. bis 30. August unternehmen die beiden einen dritten Anlauf in Sachen Open-Air-Kino in Vaihingen. „Es ist uns schwer gefallen“, so Eisinger im Gespräch mit unserer Zeitung.
Vor allen Bemühngen steht das gute Wetter. Daran hat es in den vergangenen beiden Veranstaltungen gemangelt. „Wir waren zwei Jahre lang nicht von der Sonne verwöhnt – doch mit dem Wetter steht und fällt das Ganze“, sagt Eisinger. Die beiden Veranstalter des Kinovergnügens unter freiem Himmel haben zwar am Ende nicht draufgelegt, „doch die Arbeitsstunden darf man dann nicht zählen“. Jetzt sei es notwendig, ein bis zwei gute Sommer mit vollen Rängen zu erleben, um Rücklagen bilden zu können. „Dann könnte man auch mal sieben Tage Regen überleben.“ Nur wenn es dieses Jahr erneut schlechtes Wetter geben wird, sieht Eisinger für die nächsten Jahre schwarz: „Dann wird es dieses Mal das letzte Open-Air-Kino sein, das ich auf eigenes Risiko finanzieren werde.“
Dieses trägt ausschließlich der Veranstalter – die Filmverleiher verlangen dagegen teure Mindestgarantien. So will der Verleih in aller Regel garantierte Mindesteinnahmen in Höhe von 500 Euro pro Film sehen. Muss ein Streifen wegen schlechten Wetters abgesagt werden, müssen Eisinger und Raukamp das Geld aus der eigenen Tasche bezahlen. Keine tollen Aussichten, zumal Eisinger aufgrund der Wirtschaftskrise auch von sinkenden Werbeeinnahmen ausgeht.
Dennoch wagen es Eisinger und Raukamp noch einmal und sind zuversichtlich: „Wir freuen uns riesig drauf. Und wenn die Leute nach der Vorstellung zufrieden nach Hause gehen, ist das Bestätigung genug.“ Aufgrund des Kultursommers musste das Open-Air-Kino von der zweiten auf die dritte Ferienwoche verschoben werden. Darüber ist Eisinger nicht ganz so glücklich, zumal er befürchtet, dass das Wetter dann noch unbeständiger wird. Doch er kann der Terminverschiebung auch etwas Positives abgewinnen: „Es wird dann auch schon etwas früher dunkel, so dass wir um 21.15 Uhr mit den Vorstellungen beginnen können.“
Veranstaltungsort ist wieder der Platz zwischen der Stadthalle und der Ferdinand-Steinbeis-Realschule. Zentral gelegen und wenige Nachbarn – „so werden die Lärmbelästigungen in Grenzen gehalten“, weiß Eisinger. Das Programm soll hochwertig, möglichst breit gefächert und familientauglich sein. Eine Liste von 18 Filmen soll nun mit den jeweiligen Verleihern abgearbeitet werden. Die Verhandlungen werden dann zeigen, ob die Wunschkandidaten dabei sind. Dazu gehört unter anderem „Australia“, eine abenteuerliche Liebesgeschichte in „Down Under“ vor dem zweiten Weltkrieg. Auch Oscar-Gewinner „Slumdog Millionaire“ und die französische Komödie „Willkommen bei den Schti’s“ stehen ganz oben auf der Wunschliste fürs Open-Air-Kino. Gut möglich aber auch, dass Science-Fiction-Fans bei „Star Trek 11“ auf ihre Kosten kommen. Das typische Publikum des Cabrio-Kinos würde sich bestimmt an Streifen wie „So glücklich war ich noch nie“, „Phantomschmerz“ mit Til Schweiger oder „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ freuen. Noch in diesem Monat soll das Programm endgültig stehen.
Im Zusammenhang mit dem Open-Air-Kino kann sich Michael Eisinger einen Seitenhieb auf den Vaihinger Sozial- und Kulturausschuss nicht verkneifen, der vergangenes Jahr ein Kino auf Probe in der Peterskirche abgelehnt hatte. „Die Verwaltung hat den Vorschlag auf den Tisch gelegt und die Räte wollten das nicht auf die eine aber auch nicht auf die andere Weise. Eine alternative Lösung hatten sie auch nicht parat“, moniert Eisinger und bekundet „völliges Unverständnis“ gegenüber den Ausschussmitgliedern. Ihm dränge sich der Eindruck auf, dass jeder für eine Kinotestphase sei, am Ende jedoch keiner dafür die Ärmel hochkrempeln will. Er selbst wisse nicht, wie das Kino von der Bevölkerung angenommen würde. Doch es sei wichtig, die Leute in die Stadt zu locken. Eisinger: „Je mehr kommen, desto mehr profitiert auch der Einzelhandel davon.“




Seitenanfang