Mittwoch, 23. Mai 2012

Stefan Krüger zieht einen Schlussstrich




Stefan Krüger bei der Einweihung des Oberriexinger Sportplatzes im Jahr 2007. Foto: VKZ-Archiv

Oberriexingen (phs). Der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins Oberriexingen hat seinen Rücktritt erklärt. Stefan Krüger fühlt sich von den Bürgern der kleinen Stadt im Stich gelassen. Bei der Wahl am vergangenen Sonntag hatten sie entschieden, dass er nicht mehr im Gemeinderat sitzen soll.

Vor der Kommunalwahl war in Oberriexingen die Welt noch in Ordnung. Mittlerweile sind Gewitterwolken über die kleine Enzstadt gezogen. Der Turn- und Sportvereins Oberriexingen könnte kurz vor einer Krise stehen. Der Grund: Stefan Krüger, der Vorsitzende des Vereins, hat nach dem für ihn enttäuschenden Ausgang der Gemeinderatswahl das Handtuch geworfen. Er bekam lediglich 501 Stimmen und damit kein Mandat für den Oberriexinger Rat. „Als TSV-Vorsitzender bin ich darauf angewiesen, dass die Menschen im Ort hinter mir stehen. Das ist offensichtlich nicht der Fall“, sagt Krüger.

Für ihn sei 30 Sekunden nachdem er vom Wahlergebnis gehört hatte klar gewesen, dass er den Posten aufgibt. „Der Verein hat rund 1150 Mitglieder, davon müssten etwa 650 wahlberechtigt sein. Also schließe ich daraus, dass auch die Mitglieder nicht ausreichend hinter mir stehen.“ Insgesamt waren in Oberriexingen 2385 Personen wahlberechtigt, 1441 gaben ihre Stimmen tatsächlich ab. Nur vier von insgesamt 21 Kandidaten erzielten ein schlechteres Ergebnis als Krüger.

„Die Mitglieder des TSV haben mich im Stich gelassen“, sagt er. Aber auch von den restlichen Oberriexinger Bürgern sei er enttäuscht. „Ich habe immer eine Politik für alle gemacht und ich denke, dass ich auch meinen Job als Vereinsvorsitzender gut gemacht habe.“ Deshalb schmerze ihn das Wahlergebnis besonders, er fühle sich abgestraft.

Den Verein hat Krüger über seine Entscheidung am Donnerstag informiert. „Ganz offensichtlich habe ich auf vielen Feldern nicht den Erwartungen der Wähler entsprochen. Natürlich ist das zunächst einmal sehr enttäuschend“, heißt es in seiner E-Mail, die der Vaihinger Kreiszeitung vorliegt. Und weiter: „Aus diesem Grund werde ich neben dem zum Ende der Wahlperiode auslaufenden Gemeinderatsmandat zum 30. Juni 2009 auch mein Amt als Erster Vorsitzender des TSV Oberriexingen zurückgeben und mich aus allen anderen örtlichen Verpflichtungen zurückziehen.“ Er wolle sich jetzt mehr um seine Familie und sein kleines Unternehmen kümmern.

Bisher gibt es noch keinen Nachfolger für Stefan Krüger

Ein paar wenige Vertraute hat Krüger vorher informiert. Doch das ändert an der Brisanz der Situation nichts: Bisher gibt es keinen Nachfolger, der den TSV leiten könnte. Und auch einige andere Posten im Vorstand des Vereins sind nicht besetzt. „Deshalb muss sich der Ältestenrat des TSV Oberriexingen um einen Nachfolger kümmern und eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen“, sagt Krüger. Vom Ende seines Engagements sollen die Tätigkeiten in Oberriexingen und die beim Württembergischen Landessportbund betroffen sein. „Bei der Sportkreisjugend mache ich weiter“, sagt er.

Den letzten Auftritt als TSV-Vorsitzender wird Krüger kommenden Freitag beim Volkslauf haben. „Das ziehe ich noch ganz normal über die Bühne“, sagt er. Danach sei dann Schluss. Mitglied wolle er im TSV jedoch trotzdem bleiben. Und auch der Stadt, in der er seit 1992 wohnt, will er nicht den Rücken kehren. Trotz aller Enttäuschung.




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