Mittwoch, 23. Mai 2012

Suche nach einem Platz für ein Sportzentrum




Hier könnte ein Sportzentrum gebaut werden. foto: Arning
Hier könnte ein Sportzentrum gebaut werden. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Wo könnte in Vaihingen ein repräsentatives Sportzentrum entstehen? Die Antwort auf diese Frage droht zur harten Nuss zu werden. Der Stadtteilausschuss sah sich am Dienstag nicht in der Lage, eine Empfehlung an den Gemeinderat anzugeben.
Nur in einem Punkt ist man einer Meinung: Der bisher vorgesehene Standort für eine sogenannte Kampfbahn Typ C (Leichtathletikanlage mit vier Rundbahnen und sechs 100-Meter-Bahnen; größere Versionen sind die Typen B und A) auf der Fläche des Egelsee-Sportplatzes an der Walter-de-Pay-Straße soll aufgegeben werden. Dafür will man einen attraktiven (naturnahen) Zugang zur Enz schaffen. Eine normgerechte Anlage (die jetzige Aschenrundbahn ist nur 369 Meter lang) wäre im Egelsee nicht unterzubringen; dafür müsste man in die Straßenführung und in den Festplatz/Verkehrsübungsplatz eingreifen.
Das Stadtplanungsamt hat verschiedene Alternativen erarbeitet und dabei die Anforderungen der Nutzergruppen Schule und Vereine bewertet. Für die Vereine ist eine allgemeine gute Erreichbarkeit wichtig, für die Schulen eine akzeptable fußläufige Erreichbarkeit, was jedoch in erster Linie für eine weitere Sporthalle gilt, die schon lange im Gespräch ist.
Der Vorschlag aus dem Planungsamt lief auf einen neuen Platz im Egelsee hinaus (zwischen Freibadgelände und Bundesstraße 10). Dafür soll ein Rahmenplan für eine Kampfbahn Typ C und eine weitere Sporthalle erstellt werden. Bei dieser Variante könne zum Beispiel der VfB Vaihingen auf den Bau eines regulären zweiten Spielfeldes verzichten, stattdessen nur ein kleines Jugendspielfeld bauen. Untersucht wurden Standorte im Fuchsloch beim Bahnhof, beim Friedrich-Abel-Gymnasium und natürlich auch beim Stromberg-Gymnasium. Hier ergaben sich Negativ-Punkte vor allem durch die zu beachtenden Abstände zur Firma Schick (Fuchsloch und Stromberg-Gymnasium) sowie mögliche Lärmbelästigungen für die Bewohner des Baresel-Geländes (FAG).
„Wir sehen den Egelsee zwischen Freibad und B10 als günstigsten Standort für eine Kampfbahn Typ C an“, machte Oberbürgermeister Gerd Maisch klar. Wenn sie da nicht gebaut werde, gebe es dort natürlich auch keine Halle und somit kein Sportzentrum.
Mit dieser Ansicht konnte Maisch jedoch nicht alle überzeugen. „Ein schlechter Standort für die Schulen“, klagte Lars Keller, „ich sehe es so, dass wir für die Schulen bauen. Aber offenbar kommt zuerst der TVV und dann lange nichts.“ Armin Zeeb favorisierte das Fuchsloch („Guter ÖPNV-Anschluss, viele Parkplätze“). Uwe Schwarz riet dringend vom Baresel-Gelände und vom Fuchsloch ab, sah an der B10 auch Lärm- und Entfernungsprobleme und bat um weitere Prüfung des Standortes Stromberg-Gymnasium. Auch Peter Schimke und Friedrich Wahl wollten lieber das Stromberg-Gymnasium. Da sah Eberhard Zucker jedoch enorme Eingriffe in die landwirtschaftlichen Flächen. Ulrich Grau plädierte indessen für den Egelsee, ebenso Jürgen Rapp.
„Wir werden nicht glücklich heute“, fasste es Lars Keller zusammen. Man brauche für eine Entscheidung noch Fakten, müsse mit den Schulen noch vertiefter sprechen. Das wurde von der Verwaltung zugesagt. So soll zum Beispiel ermittelt werden, was ein Bus-Shuttle von den Schulen zum Egelsee kosten würde. Bürgermeister Wilfried Nestle betonte aber: „Ohne eine konzeptionelle Entscheidung geht es mit einer Aufwertung der Enz nicht weiter.“
Und auch das war von ihm zu hören: „Eine Sportanlage vom Typ C gehört nun mal zur Infrastruktur einer Großen Kreisstadt.“ Obwohl „die Leichtathletik in Vaihingen nicht die Bedeutung hat, die einen von den Schulen ablegenen Standort rechtfertigen würde“ (Zitat aus der Sitzungsvorlage). Klargestellt wurde: „Natürlich bleibt der Egelsee-Sportplatz erhalten, bis neue Anlagen gebaut sind.“
Die nächste Runde in Sachen Kampfbahn und Sportzentrum steht am 26. Juni im Gemeinderat an.




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