Mittwoch, 23. Mai 2012

Kandidaten-Trio für Oberriexingen




Wer wird Chef im Oberriexinger Rathaus? Foto: Bögel
Wer wird Chef im Oberriexinger Rathaus? Foto: Bögel

Oberriexingen (ub).  Gestern war um 18 Uhr Bewerbungsschluss: Drei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Willi Baur als Chef im Oberriexinger Rathaus. Der Gemeindewahlausschuss prüfte am Abend die Bewerbungen und legte die Reihenfolge auf den Stimmzetteln fest. Gewählt wird der Bürgermeister am 5. Juli, eine mögliche Neuwahl (wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit schafft) findet am 19. Juli statt.
Bis zum späten Nachmittag hatte sich am Dienstag das Gerücht gehalten, dass noch ein vierter Kandidat seinen Hut in den Ring werfen will. Doch bis 18 Uhr lag keine weitere Bewerbung vor. So konnte der Gemeindewahlausschuss innerhalb weniger Minuten die Wählbarkeit der drei bekannten Aspiranten beschließen. Die offizielle Vorstellung ist am Mittwoch (17. Juni) um 19.30 Uhr in der Festhalle. Jeder Bewerber bekommt eine Redezeit von 25 Minuten. Nach dem Beschluss des Gemeindewahlausschusses kann jeder Kandidat dazuhin noch einmal kostenlos die Halle oder das Foyer für eine Veranstaltung nutzen. Auf den Stimmzetteln stehen die Kandidaten in folgender Reihenfolge: Werner Somlai, Armin Zeeb und Günther Pilz.
Relativ früh gab seine Kandidatur Werner Somlai (55) bekannt. Seit 27 Jahren ist der gebürtige Enzweihinger Kämmerer bei der Stadt Oberriexingen. „Kämmerer ist mir zu wenig. Ich will jetzt als Bürgermeister weitermachen“, sagt Somlai über seine Beweggründe zur Kandidatur. Er möchte an der Spitze der Verwaltung „die Weichen für die Zukunft stellen“. Somlai: „Wir stehen finanziell hervorragend da und haben eine exzellente Ausgangsbasis für die Zukunft.“ Der Kämmerer und Bürgermeister-Kandidat weist einen Schuldenstand von 560000 Euro bei einer Rücklage von 1,9 Millionen Euro für Oberriexingen aus.
Als Ziele formuliert Somlai (verheiratet, eine Tochter) die Fortführung der Ortskernsanierung, die Steigerung der Wohnqualität und bessere Einkaufsmöglichkeiten. Mehr engagieren als Bürgermeister wolle sich Somlai bei der Wirtschaftsförderung. „Ich könnte mir ein Stammtisch für Gewerbetreibende vorstellen. Ich will wissen, was da läuft“, so Somlai im Gespräch mit der Vaihinger Kreiszeitung. Wichtig sei, Arbeitsplätze am Ort zu halten beziehungsweise neue zu schaffen.
27 Jahre habe er mit Bürgermeister Willi Baur „hervorragend“ zusammen gearbeitet. Baur habe in seiner Amtszeit „viel, viel“ für die Gemeinde erreicht. Mit dem Wahlkampf will Werner Somlai, der mit seiner Familie in Oberriexingen wohnt, heute Abend beginnen. „Da gibt es ein Auftaktfest.“ Als Besonderheit stuft der Bewerber einen historischen Stadtrundgang am 5. Juli ein.
Und wie beurteilt Somlai die Konkurrenz? „Der schärfste Widersacher dürfte Günther Pilz sein, aber auch Herrn Zeeb darf man nicht unterschätzen.“
Zeitgleich mit Somlai gab Armin Zeeb (53) aus Vaihingen seine Unterlagen für die Kandidatur ab. Zeeb (verheiratet, drei Kinder) ist stellvertretender Geschäftsführer bei der Sozialberatung Ludwigsburg und sitzt für die Grünen im Vaihinger Gemeinderat und Ludwigsburger Kreistag. „Bürgermeister in Oberriexingen zu werden, war schon immer mein Ziel“, sagt Zeeb im VKZ-Gespräch. Im letzten Berufsdrittel suche er noch einmal eine neue Herausforderung und die Kandidatur bei der Bürgermeister-Wahl in Eberdingen sei ein Versuch für die aktuelle Wahl gewesen. Als Sozialarbeiter sei er für den Posten des Bürgermeisters geeignet, „denn hier kommt es auf das persönliche Gespräch an“. „Ich will vorne stehen, ich will etwas bewegen“, meint Zeeb, der seit 1984 auf kommunalpolitische Erfahrungen verweisen kann.
Als Ziele nennt der ehrenamtliche Richter die Kinderbetreuung ab einem Jahr, gute Verbindungen für die Schüler und die ökologische Entwicklung der Stadt. „Ich suche mein Heil nicht in der Erweiterung, diese Marschrichtung ist vorbei.“ Zuerst müsse der Innenstadtbereich bebaut werden.
Die Arbeit von Willi Baur sieht er positiv – „der Ort ist gut aufgestellt“. Eine Wahlkampfstrategie kann der Vaihinger nicht bieten. Es gebe die offizielle Kandidatenvorstellung und dann wolle er noch zwei, drei Termine in Gasthäusern oder anderen Lokalitäten anbieten. Ab 22. Juni will Zeeb von Haus zu Haus marschieren, um sich den Bürgern persönlich vorstellen. Und was sagt Zeeb zu seinen Konkurrenten? „Für manche ist schon beeindruckend wie Herr Pilz Gas gibt, aber ich sehe Herr Somlai als größten Konkurrenten, denn er ist im Ort gut aufgestellt.“
Einen siebentägigen Marsch durch Oberriexingen, bei dem er fast an jeder Haustür geklingelt hat, hat der dritte Bewerber, Günther Pilz (31) aus Erdmannhausen, bereits hinter sich. Pilz war von 2002 bis 2005 Hauptamtsleiter in Oberriexingen – „und da hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt, mich als Bürgermeister zu bewerben“. Vor zwei Jahren sei der Entschluss dann endgültig gereift, so Pilz, der derzeit als Fachdienstleiter bei der Stadt Murrhardt arbeitet mit der Gesamtverantwortung über das Personal-, Haupt- und Ordnungsamt. Pilz zur VKZ: „Mir gefällt der Menschenschlag in Oberriexingen. Während meiner Zeit hier hatte ich fast ausschließlich positive Begegnungen.“
Pilz setzt bei seinen Zielen auf ein ganzheitliches Stadtentwicklungskonzept, das die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Sehr frühzeitig müsse man die Bürger beteiligen, so sein Credo. Konkrete Ziele wolle er erst bei der offiziellen Kandidatenvorstellung am 17. Juni nennen.
Und was sagt er zur Arbeit von Bürgermeister Willi Baur? „Herr Baur ist seit fast 40 Jahren Bürgermeister in Oberriexingen. Das spricht für sich.“ Beim Wahlkampf setzt Pilz, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin wohnt, auf Zielgruppengespräche. „Man muss persönlich hören und sehen.“ Erfolgreich sei auch sein Auftakt mit dem Sommerfest beim Waldspielplatz am Wochenende gewesen.
Für den Wahlausgang am 5. Juli zeigt sich der Diplom-Verwaltungswirt „sehr zuversichtlich“ – „ich setze da fest auf meine Bewerbung“. Das bestehende Bewerberfeld mit den Kandidaten sei für eine Stadt wie Oberriexingen gut. „Da haben die Bürger eine richtige Wahl.“




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