Mittwoch, 23. Mai 2012

Wahlergebnisse aus Vaihingen




Vaihingen (aa). Die Freien Wähler genossen vor der Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses den Triumph still. Sie wurden bei der Gemeinderatswahl in Vaihingen mit Abstand die stärkste Fraktion. 13 Sitze haben sie künftig im Vaihinger Stadtparlament. Die CDU erlitt heftige Einbußen und rutschte auf sieben Sitze runter. Die SPD hat nur noch fünf Sitze, ebenso die Grünen; die FDP hat ihre vier Sitze gehalten. Neu im Gremium ist der Vertreter der Bürgerinitiative B10-Umgehung
 „Mit diesem Ergebnis kann ich gut leben.“ Walter Sämann, Fraktionschef der Freien Wähler, konnte sich entspannt zurücklehnen. Bei einem verkleinerten Gremium (28 feste Sitze, dazu kommen jetzt sieben Ausgleichssitze), sind die Freien wie bisher die Nummer 1. Vor fünf Jahren hatten sie 14 Sitze geholt; während der Wahlperiode war zudem Sieglinde Kühnle zu ihnen übergewechselt.
Geradezu dramatisch stellt sich für viele der Absturz der CDU dar. Die zwölf Sitze von 2004 sind auf sieben geschmolzen. Fraktionsvorsitzender Thomas Fritz lakonisch: „Dann isch's halt so. Ich sehe das ganz entspannt. Wir bieten unser Engagement an, der Wähler entscheidet.“ Durch die Sitzreduzierung auf 28 habe sich eine Verkleinerung der Fraktion angedeutet.
„Ich nehm es so hin.“ Eberhard Berg von der SPD wollte das Ergebnis gestern Abend nicht groß kommentieren, während bei Susanne Schwarz-Zeeb (Grüne) und Friedrich Wahl (FDP) durchaus Zufriedenheit vorherrschte. Die Grünen haben zwar einen Sitz weniger als bisher, doch mit 15,2 Prozent der Stimmen können sie leben. Vor fünf Jahren hatten sie nur 14,2 Prozent. Bei den Liberalen sah es lange nach einer Drei-Personen-Fraktion aus, doch als das letzte Briefwahllokal ausgezählt war, stand plötzlich auch noch Dagmar Holzberg auf der neuen Ratsliste.
Die Nummer 1 unter den Stadträten ist mit deutlichem Vorsprung Eberhard Zucker (FW, Vaihingen). Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes holte sich 6548 Zähler und lag damit vor seinem Fraktionschef Walter Sämann (6241). Auf Rang drei Sieglinde Kühnle (5312).
Der 7. Juni war für etliche amtierende Stadträte ein Tag des Abschieds. So schaffte es bei den Freien Wählern Matthias Siehler (Enzweihingen) nicht. Ilse Goldschmid (SPD, Kleinglattbach) ist ebenfalls gescheitert. Und auch ihr Fraktionskollege Joachim Burkhardt (Roßwag) wurde abgewählt. Bei der CDU hat es Jürgen Rapp (Vaihingen) erwischt, bei den Grünen ist Bernhard van Dyken (Enzweihingen) draußen. Auch Margit Fox-Rappold (FDP, Vaihingen) hat künftig mittwochs frei. Acht Stimmen fehlten ihr.
Die Neuen waren teilweise
schon im Gemeinderat vertreten
Neu sind: Armin Nonnemacher (FW, Vaihingen), der schon mal im Gemeinderat saß, für die Grünen holten Gudrun Natterer und Harald Gaßner (beide Vaihingen) Ausgleichssitze. Dr. Heike Tapken-Brust (Grüne, Enzweihingen) ist nach einer Pause wieder im Gremium. Christel Schaller (FW, Roßwag) hat sich gegen zwei Roßwager Stadträte durchgesetzt. Armin Köhler (FW, Horrheim) ist ebenfalls neu.
Die Bürgerinitiative B10-Umgehung hat mit ihrer Mini-Liste von vier Personen, alle aus Enzweihingen, einen Achtungserfolg erreicht: Kurt Erhardt sitzt künftig mit im Vaihinger Gemeinderat und wird das Thema sicher wachhalten.
Im Vaihinger Stadtparlament gab es bisher 32 Sitze. Durch Ausgleichsmandate betrug die Sitzzahl 43. Die Wahl hat immerhin auch noch sieben Ausgleichssitze ergeben (Schneider, Bolter , Natterer, Gaßner, Lachenmann, Holzberg, Hilgers). So ist das Gremium 35 Köpfe groß.
Es zog sich gestern bei der Auszählung alles in die Länge. Erst um 17.14 Uhr flimmerte das Endergebnis der Wahlen im Sitzungssaal über die Leinwand. Das Problem waren diesmal die Briefwahlbezirke. Die rund 2000 Briefwähler stellten die drei Teams vor eine riesige Herausforderung. „Wir müssen das bei künftigen Wahlen berücksichtigen“, sah auch Oberbürgermeister Gerd Maisch ein. Zur Erklärung: Bei der Briefwahl sind vor der eigentlichen Auszählung noch die Wahlzulassung zu prüfen und noch diverse Umschläge zu öffnen, was sich schon am Sonntag in die Länge gezogen hatte. Wahlchef Wolfgang Schüle gab zu, dass man das Briefwahlaufkommen unterschätzt habe: „Gegenüber 2004 hatten wir 600 Briefwähler mehr, insgesamt waren es rund 2050.“ Kein Wunder, dass am Ende die Briefwahlergebnisse noch für einige Veränderungen sorgten.
Was auffiel: Die Wahlbeteiligung pendelte sich bis auf eine Stelle nach dem Komma bei der gleichen Quote wie 2004 ein: 56,1 Prozent.




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