Mittwoch, 23. Mai 2012

Zum Abschluss Tränen




Tränen und eine herzliche Umarmung: Der langjährige Musikdirektor des Vaihinger Maientags, Bruno Gießer, wird von Oberbürgermeister Gerd Maisch auf dem Marktplatz verabschiedet. Foto: Schmid
Tränen und eine herzliche Umarmung: Der langjährige Musikdirektor des Vaihinger Maientags, Bruno Gießer, wird von Oberbürgermeister Gerd Maisch auf dem Marktplatz verabschiedet. Foto: Schmid

Vaihingen (phs). Herzzerreißende Szenen auf dem Marktplatz: Beim offiziellen Abschluss des Vaihinger Maientags brach Bruno Gießer in Tränen aus. Es war sein letzter Maientag als Dirigent – ein Abschied nach 33 Jahren.
Ganz routiniert schreitet Bruno Gießer über den Vaihinger Marktplatz. Im Rücken hat der weißhaarige Mann die Kapelle des Vaihinger Musikvereins. Wie in jedem Jahr sollen die Musiker zum Abschluss des Vaihinger Maientags nochmals spielen. Sie stellen sich auf, stimmen gleich das erste Lied an. Alles wie immer und doch ist dieses Mal auf dem Marktplatz etwas anders.
Ein Kapitel des Vaihinger Maientags geht zu Ende
Es ist ein besonderer Maientagsabschluss. Nicht nur das Fest der Vaihinger neigt sich dem Ende zu. Eine ganze Ära ist vorbei: Nach 33 Jahren als Dirigent des Vaihinger Musikvereins verabschiedet sich Bruno Gießer. Die Szenen, die sich auf dem Marktplatz am Montagabend abspielen, sind herzzerreißend. Es fließen Tränen, es wird geschluchzt. Oberbürgermeister Gerd Maisch und Bruno Gießer fallen sich in die Arme. Es ist ein würdiger Abschied.
„In den drei Jahrzehnten hat er mit seiner Arbeit den Musikverein und den Vaihinger Maientag geprägt“, sagt Maisch. Die Menge applaudiert. „Unter seiner Leitung bereicherte der Musikverein Vaihingen das gesellschaftliche Leben in der Stadt.“ Beim Vaihinger Traditionsfest war Bruno Gießer immer schon freitags im Einsatz, samstags und sonntags wurden ebenfalls immer Ständchen gespielt. Am Pfingstmontag schließlich der Höhepunkt: Tagwache, Umzug, Rondellfeier, Abschlusskonzert.
Neben Bruno Gießer haben sich jedoch auch noch andere Menschen um das Fest der Vaihinger verdient gemacht. Zum Beispiel Constanze Budday-Lämmle. „Entsprechend der langjährigen Tradition der Familie Lämmle hat sie schon Mitte der 80er Jahre mitgeholfen, Festwagen für den Umzug zu schmücken“, sagt Gerd Maisch. Außerdem übernimmt Budday-Lämmle die Betreuung des Pokalwagens und sucht nach Mitläufern für den Umzug. „So etwas geschieht oft im Stillen und wird von der Bevölkerung kaum bemerkt.“ Der Oberbürgermeister bedankt sich auch bei allen anderen Vaihingern, die sich jedes Jahr engagieren.
Ehemalige Vaihinger werden vom Oberbürgermeister empfangen
Tradition hat beim Abschlussfest des Maientags der Gruß an ganz besondere Gäste. Es sind Menschen, die früher in Vaihingen gelebt haben und heute die Welt ihr Zuhause nennen. Menschen, die ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und sie im Ausland wieder aufgeschlagen haben. Dieses Jahr sind Marie Luise Württemberger sowie Heinz und Hedwig Pfleiderer zum Maientag angereist. Württemberger lebt seit einigen Jahren in Australien, das Ehepaar Pfleiderer in Costa Rica. Für alle drei gibt es einen Händedruck vom Oberbürgermeister und ein kleines Präsent.
Der Musikverein stimmt das zweite Lied an. Bruno Gießer übernimmt nochmals die Leitung. Sein Dirigierstab schwingt auf und ab, zieht Kreise in der Luft. Die Zuschauer auf dem Maientag singen. Oberbürgermeister Maisch ergreift nochmal das Wort, sagt, dass sich die Vaihinger jetzt auf den nächsten Maientag freuen können. „Der ist genau in 357 Tagen.“ Gießer wird sicher auch wieder mit dabei sein – nur nicht als Dirigent.




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