Vaihingen (aa) – Der Leitz-Ordner ist prall gefüllt: Pläne, Statistiken, Fotos, Briefe, Bewertungen… Auf unendlich vielen Seiten ist hier die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes (FNP) für die Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen dokumentiert. Seit dem 23. Juni kann der Plan, der sich als Mammutwerk präsentiert, von der Bevölkerung eingesehen werden (bis Anfang August). Die Bürger sind aufgefordert, Wünsche, Anregungen und Bedenken vorzubringen.
„Wie können wir mit dem Thema möglichste viele Bürger erreichen?“ Stadtplaner Ernst Loos ist um Ideen nicht verlegen. Ihm ist da gleich die Zeitung eingefallen. Die VKZ wird in den nächsten Wochen die Schwerpunkte aus der Fortschreibung vorstellen – nach Ortschaften geordnet. Dabei werden natürlich auch Oberriexingen, Sersheim und Eberdingen, also die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, vorgestellt.
Die Truppe vom Planungsamt hatte in den letzten Wochen und Monaten heftig zu tun. Unter der Regie von Thomas Schmitt wurden Dutzende von Ordnern zusammengestellt, „denn die Vorgaben des Gesetzgebers müssen erfüllt werden“. Im Vaihinger Planungsamt in der Friedrich-Kraut-Straße liegen zwei Exemplare aus; die Wände sind mit großen Karten verziert. In jeder Verwaltungsstelle sind die den Ort betreffenden Fakten einzusehen, auch in Sersheim, Oberriexingen, Eberdingen, Hochdorf und Nussdorf finden die Bürger ihre FNP-Unterlagen. Und wer sich lieber am heimischen PC einlesen will: Alles steht auch auf den Internetseiten der Stadtverwaltung Vaihingen (www.vaihingen.de/d/145).
Der FNP stammt aus dem Jahre 1980. Die letzte Änderung (als umfassende Teilfortschreibung für Wohn- und Gewerbeflächen) wurde 1998 abgeschlossen. Thomas Schmitt: „Eine Reihe von Informationen und Darstellungen zu externen Planungen sind überholt, zum Beispiel nachrichtliche Übernahme von Fachplanungen, Schutzgebiete oder Verkehrsplanungen. Außerdem ist die Siedlungsentwicklung über verschiedene Darstellungen des FNP, die die Planungen der Verwaltungsgemeinschaft widerspiegeln, hinweggegangen. Oder die Darstellungen sind auf ihre Aktualität zu überprüfen.“ Ein Beispiel: Das Stromberg-Gymnasium ist im bisherigen FNP noch nicht als Gemeinbedarfsfläche, sondern als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Auch Bereiche mit einer Gemengelage, also die zum Teil problematische Zuordnung von (älterem) Gewerbe und Wohnen im Innenbereich, sollen auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft werden
Die Reserveflächen zur Planung von neuen Baugebieten im FNP sind – bis auf Kleinglattbach Süd II – weitgehend aufgebraucht. Baulücken stehen nur sehr eingeschränkt der Nachfrage zur Verfügung, sodass sich aus dieser Sicht die Notwendigkeit zur Ausweisung weiterer Wohnbauflächen ergibt.
Die Vorarbeiten liefen bereits vor drei Jahren an. Ernst Loos: „Wir mussten uns klar werden: wo soll es hingehen?“ Im Januar 2006 hat der Gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft den Einleitungsbeschluss gefasst; eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wurde im Februar und März durchgeführt und auch die Träger öffentlicher Belange eingeschaltet. Kritisiert wurde vor allem die Bedarfsermittlung der Wohnbauflächen, denn die Zahlen blieben unter denen der offiziellen Statistiken. Sie wurden modifiziert. Der Vaihinger Gemeinderat hat im April den Entwurf zur FNP-Fortschreibung festgestellt und die öffentliche Auslegung beschlossen. Dies gilt auch für den Landschaftsplan der Verwaltungsgemeinschaft.
In den kommenden Wochen wird die VKZ die Pläne im Rahmen einer kleinen Serie vorstellen. Dabei wird auf die Entwicklung in jedem Stadtteil und in jedem Ort der Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. „Im kommenden Jahr wollen wir durch sein und den Plan vom Regierungspräsidium genehmigt bekommen“, hofft Stadtplaner Loos.
