Illingen: Verlängerung der Kernzeitbetreuung
Illingen (ub) – Im Gemeinderat wird die Verlängerung der Kernzeitbetreuung an der Grundschule in Illingen als „Übergangslösung“ gesehen. Ab dem 1. September können auf jeden Fall die Kinder bis 17 Uhr betreut werden – seither endete die Nachmittagsbetreuung um 14 Uhr. Den Ausbau der Kinderbetreuung hat am Mittwochabend der Illinger Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Diese Freiwilligkeitsleistung der Gemeinde ist eine konsequente Fortführung der Ganztageskinderbetreuung im Kindergarten. Im Kindergarten „14 Morgen“ werden die Kleinen bereits am Nachmittag betreut – und das soll auch an der Schule weitergeführt werden. Ein Bedarf von zehn bis 15 „Ganztageskindern“ wurde jetzt ermittelt. Eine Elterninitiative startete auch eine Umfrage im katholischen, evangelischen und im Eichwaldkindergarten. Das Ergebnis: Insgesamt 31 Eltern bekundeten ihr Interesse an einer Verlängerung der Kernzeitbetreuung an der Grundschule. Aus dem Kindergarten Ensinger Straße wird kein Bedarf gemeldet. Trotzdem: Über 40 Eltern signalisieren gegenüber der Verwaltung eine Ausdehnung der Betreuung an der Illinger Grundschule.
Nach dem Beschluss des Gemeinderats wird ab September die Betreuungszeit von 14 auf 17 Uhr verlängert. Um 13 Uhr soll im Foyer der Stromberg-Sporthalle ein Mittagessen angeboten werden. Die Verpflegung könnte das Altenpflegeheim St. Clara liefern. Die Hausaufgabenbetreuung würden zeitweise am Nachmittag die Kernzeitenbetreuerinnen übernehmen, dazu würde es noch zusätzliche Angebote durch „Lehrbeauftragte“ und freie Mitarbeiter geben.
Durch die Erweiterung der Betreuungszeit muss die Kommune das Personal aufstocken. So sind von 14 bis 17 Uhr zwei Betreuerinnen und für die Essensausgabe eine Hauswirtschaftshilfe nötig. Pro Jahr würde dies Kosten von rund 36400 Euro verursachen.
Die Verlängerung der Betreuungszeiten an der Schule bedeutet auch für die Eltern, die das Angebot nutzen wollen, entsprechende Gebühren. So sind bis jetzt zwei Betreuungszeiten mit gestaffelten Gebühren vorgesehen. Die Betreuungszeit am Vormittag beträgt 3,5 Stunden, dafür wird am Nachmittag bei einer Betreuungszeit von drei Stunden die Hausaufgabenbetreuung angeboten, was höhere Gebühren nach sich zieht. Bei einer Betreuung von 7 bis 14 Uhr werden 44 Euro bei einem Kind unter 18 Jahren in der Familie fällig, 34 Euro bei zwei Kindern, 23 Euro bei drei Kindern, acht Euro bei vier und mehr Kindern. Die Betreuung von 7 bis 17 Uhr kostet 88 Euro bei einem Kind, 67 Euro bei zwei Kindern, 45 Euro bei drei Kindern und 15 Euro bei vier und mehr Kindern. Hinzu kommen die Kosten für das Mittagessen von 60 Euro im Monat.
Die Betreuung wird auch in den Sommerferien angeboten. Eine Ferienbetreuung bis 14 Uhr würde dann sechs Euro am Tag kosten, eine Betreuung bis 17 Uhr neun Euro am Tag.
In der Diskussion im Gemeinderat sprach sich Peter Pförsich (Grüne) für eine weitere Flexibilisierung der Betreuung aus. „Da müssen noch weitere Schritte folgen.“ Von einer „Übergangslösung“ redete auch Ingeborg Beller (UBL). In Anbetracht der Zeit sei zwar nicht mehr zu machen gewesen, aber sie bezweifle, ob die Personalsituation für die Betreuung richtig berücksichtigt sei. Kritik an der Verwaltung von Klaus Kluge (SPD): Die gewünschte und versprochene Konzeption zur Kinderbetreuung müsse erst noch erarbeitet werden. „Die personelle Problematik ist nicht ganz klar und die räumliche Situation stellt auch nicht zufrieden.“ Heidi Bopp (CDU): „Wir haben die ganze Sache sicher ein stückweit verpennt.“ Die Grundkonzeption müsse sich weiter entwickeln.
Letztendlich gab es aber ein einstimmiges Votum für die Verlängerung der Kernzeitbetreuung an der Grundschule. Bürgermeister Harald Eiberger: „Wir haben keine Mercedes-Lösung, aber immerhin einen gangbaren Weg.“