Mittwoch, 23. Mai 2012

Grünes Licht für Globus


Animation des neuen Globus-Baumarktes.
Animation des neuen Globus-Baumarktes.

Vaihingen (ub)  – Detailfragen sind noch zu klären, aber die politische Absichtserklärung ist abgehakt. Am Mittwochabend hat sich der Vaihinger Gemeinderat grundsätzlich für die Erweiterung des Hela-Baumarktes (Flächenverdoppelung) und die Änderung in einem Globus-Baumarkt ausgesprochen. Mit sieben Nein-Stimmen wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und der städtebauliche Entwurf beschlossen.
Bereits im Dezember 2006 sollte der Hela-Baumarkt vergrößert werden – doch damals entsprach die Sortimentsbelegung nicht dem Einzelhandelskonzept. Nun startete die neue Unternehmensgruppe Globus (siehe Stichwort) den nächsten Versuch: Das Betriebsgrundstück zwischen der Planck- und Stuttgarter Straße soll von 12800 auf 23500 Quadratmeter vergrößert werden, die Verkaufsfläche von 4300 auf 8900 Quadratmeter (plus 1000 Quadratmeter Freilager), die Zahl der Parkplätze könnte nach den Planungen von 150 auf 272 wachsen. Die Höhe des neuen Gebäudes wird mit 7,80 Meter angegeben. Die Erschließung des künftigen Baumarktes ist nicht mehr von der Planckstraße aus, sondern Zu- und Ausfahrten sind zur Stuttgarter Straße hin vorgesehen. „Der Charakter der Stuttgarter Straße wird dadurch weiter verändert“, so Stadtplaner Ernst Loos. Insgesamt wertet die Verwaltung das Vorhaben als „positives Projekt“ – Loos: „Der Verkaufsstandort Vaihingen wird gestärkt.“
Gemäß dem Einzelhandelskonzept für die Stadt Vaihingen beträgt die Verkaufsfläche im Bereich baumarkt-/gartenspezifische Sortimente rund 8825 Qudratmeter mit einem Umsatz von 13,1 Millionen Euro pro Jahr. Die Umbaumaßnahmen des Bergle-Baumarktes im letzten Jahr führten nur zu einer geringfügigen Erweiterung der Verkaufsfläche. Die Bindungsquote liegt bei 80 Prozent. Das Konzept ermittelt einen weiteren Bedarf von 2000 bis 2600 Quadratmeter bis 2015. Dies entspricht einer Geschossfläche von 3000 bis 3900 Quadratmetern. Die geplante Erweiterung überschreitet dieses Wert, aber größerer Knackpunkt bei der Diskussion im Gemeinderat waren die zentrenrelevanten Randsortimente, die laut Regionalplan auf drei Prozent der Verkaufsfläche (350 Quadratmeter) zu beschränken sind.
Der neue Globus-Baumarkt will auf 300 Quadratmetern Bücher (etwa fünf Quadratmeter), Papier/Schreibwaren (5), Bekleidung/Lederwaren/Schuhe (25), Bastel- und Geschenkartikel (20), Elektrokleingeräte/Uhren/Tonträger (15), Einrichtungszubehör/Haus- und Heimtextilien (120), Lebensmittel/Getränke (5), Haushaltswaren (100) und Sanitätswaren (5) anbieten. Bei der Diskussion im Vaihinger Gemeinderat stellte Prof. Gustl Lachenmann (FDP, Vaihingen) den Antrag, das innenstadtrelevante Randsortiment herauszunehmen – bei acht Ja-Stimmen wurde dies abgelehnt. Lachenmann: „Wir sollten uns zum Innenstadtkonzept bekennen und sagen, jetzt reicht es.“ Joachim Burkhardt (SPD, Roßwag): „Der Standort Innenstadt wird durch den Globus-Baumarkt nochmals geschwächt.“
Stadtplaner Loos verteidigte das Globus-Konzept: „Der Globus ist ein klassischer Baumarkt, der nicht so viel Wert auf das innenstadtrelevante Sortiment legt.“ Und Oberbürgermeister Gerd Maisch: „Wir haben jetzt schon bei Hela in den entsprechenden Größen das innenstadtrelevante Sortiment.“ Helga Eberle (FDP, Aurich): „Die Stadt muss glaubwürdig bleiben. Wir haben ein Einzelhandelskonzept und da passt Globus rein.“
Einen neuen Aspekt brachte Thomas Fritz (CDU, Ensingen) in die Diskussion: Baumärkte in dieser Größe seien auch Orte der Freizeitgestaltung. „Regelmäßig wird doch der Standort Bietigheim-Bissingen besucht, um ein Erlebnis zu haben.“ Hier sei die Chance, dass man die Menschen vom Globus-Baumarkt noch in die Innenstadt bekommen könne.
Während Susanne Häuser-Essig (Grüne, Ensingen) den Gebäudeabstand zur Stuttgarter Straße bemängelte (15 Meter ist der Richtwert, geplant sind aber nur zehn bis zwölf Meter), stellte Eduard Aldinger (FW, Enzweihingen) den Antrag, dass die künftige Anlieferung des Marktes durch die Lastwagen ohne unfallträchtiges Rückwärtsfahren (wie bei Hela) erfolgen müsse. „Die Lastwagen müssen vorwärts reinfahren, auf dem Betriebsgelände wenden und wieder vorwärts rausfahren.“ Im Gemeinderat gab es dafür eine einstimmige Bestätigung.


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