Mittwoch, 23. Mai 2012

Ärger um Bushaltestelle


Die neue Bushaltestelle im Birkenweg. Foto: Bögel
Die neue Bushaltestelle im Birkenweg. Foto: Bögel

Oberriexingen (ub) – Am Sonntag gab es den ersten Protest durch „geschicktes Parken“, gestern Morgen folgte ein Protestschild. Norbert Kandziora, Sprecher der „Initiative gegen die Verlegung der Bushaltestelle (Roter Baum)“ in Oberriexingen spricht von einem Schildbürgerstreich und hat den Petitionsausschuss des Landtags eingeschaltet. Bürgermeister Willi Baur sieht dagegen eine Verbesserung des Service.
Grund für den Ärger ist die Verlegung einer Bushaltestelle zum kleinen Fahrplanwechsel am letzten Sonntag von der Theodor-Heuss-Straße in den nahe gelegenen Birkenweg. Etliche Anlieger, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, befürchten „unzumutbare Belastungen“ und haben jetzt den Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags eingeschaltet. Jetzt fahren die Busse – laut Fahrplan 55 am Tag plus weitere Relationen durch Standzeiten der RBS-Linie – nicht mehr durch die Theodor-Heuss-Straße sondern durch den Birkenweg. Zum Ärger der dortigen Anwohner.
In dem Schreiben an den Petitionsausschuss heißt es: Inzwischen habe man festgestellt, dass der Birkenweg in den Morgen- und Abendstunden nicht bustauglich sei und wolle im Eilverfahren eine Halte-/Parkverbot auf einer Straßenseite erlassen. „Verkehrstechnisch kann die Verlegung in einem Satz gefasst werden: Die Verlegung der Haltestelle Roter Baum von der Theodor-Heuss-Straße in den Birkenweg stellt die Verlegung von einer Siedlungs-Hauptstraße mit großen Anliegergrundstücken auf einen Siedlungsweg mit dichter Bebauung (kleineren Anliegergrundstücken) dar.“
Durch den Schwenkbereich der Busse entstehe eine erhöhte Unfallgefahr für den ausfahrenden Verkehr sowie für viele Kindergartenkinder, die diesen Bereich in Richtung Kindergarten Eichendorffstraße überqueren, argumentiert Initiativen-Sprecher Norbert Kandziora. „Im weiteren Verlauf des Birkenwegs müssen zwei 90-Grad-Kurven durchfahren werden. Kurz vor der Einmündung in die Großmoltenstraße existiert eine Straßenverengung auf etwa 70 Prozent der Straßenbreite. Infolge der verdichteten Bebauung des Birkenwegs ist dieser durch parkende Autos von Anwohnern zusätzlich verengt, auch im Kreuzungsbereich. Somit ist für die im Schülerverkehr eingesetzten Drehkreuzbusse kein hinderungsfreies Durchkommen möglich.“ Das Fazit: Der Birkenweg sei gänzlich ungeeignet für einen ständigen Busverkehr, es sei denn, man bestrafe die Bürger zusätzlich mit einem totalen Halteverbot.
Bürgermeister Willi Baur und Hauptamtsleiterin Michaela Ruof setzen aber erst einmal auf freiwillige Regelungen. Zwar fährt morgens und abends die Polizei im Birkenweg Streife und auch der städtische Vollzugsdienst sei angewiesen, hier zu kontrollieren, aber ein Parkverbot sei noch nicht angedacht. Baur: „Ich verstehe den Ärger der Anlieger, aber der Allgemeinheit zu Liebe, der Bus muss zu den Leuten kommen.“ Dabei verweist die Stadtverwaltung auf den Bebauungsplan aus dem Jahr 1987, der im Birkenweg explizit eine Bushaltebucht vorsieht.
Unter den Busfahrgästen gab es schon lange die Anregung, bis „ganz hoch“ zu fahren. Ruof: „Es ist doch toll, wenn die Unternehmen WEG und RBS mitziehen und zu den Leuten fahren.“ Außerdem: Die Haltestelle habe immer „Roter Baum“ geheißen und rücke nun auch näher zu den Baugebieten Roter Baum und Großmolten/Seite. Baur: „Ganz klar ein besserer Service für die Bürger.“
Der kommenden Auseinandersetzung um die Verlegung der Bushaltestelle sieht Baur gelassen entgegen: „Der Gemeinderat und die zuständigen Behörden stehen voll hinter der Angelegenheit.“


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