Vaihingen (oh) – Gemeinsam mit der Zimmerer-Innung Ludwigsburg startet die Stuckateur-Innung Ludwigsburg die Aktion „Eisblock-Wette“ und ruft die Verbraucher der Region dazu auf, ihre Voraussagen zu treffen. Die Wette beginnt morgen, Mittwoch (18. Juni) um 17 Uhr am Vaihinger Adlerplatz, direkt neben dem Marktplatz.
Oberbürgermeister Gerd Maisch hat sein Kommen zugesagt und wird sich ebenfalls an der Wette beteiligen. Die Frage lautet, wie viel vom Eisblock nach fast fünf Wochen noch übrig ist. Wer richtig prognostiziert, kann gewinnen.
Ein großer Eisblock wird am Mittwoch in einem Mini-Häuschen am Vaihinger Adlerplatz platziert, das die Zimmerer-Innung und die Stuckateur-Innung mit sehr guten Dämmwerten gebaut haben. Der einen Kubikmeter große Eisblock, dessen Temperatur minus 18 Grad Celsius beträgt, wird über einen Monat lang im Inneren des Häuschens seinem Schicksal überlassen. Am 23. Juli ist dann der spannende Moment: das Mini-Häuschen wird wieder geöffnet. Die Wette gilt der Frage, was zu erwarten ist: eine riesige Wasserpfütze? Ist der Eisblock völlig geschmolzen, sind noch Eis-Reste zu finden oder ist er fast unversehrt? Die Bürger der Region sind aufgerufen, ihre Spekulation darüber abzugeben, die Innung hält dagegen. Die Wette gewinnt, wer die genaueste Prognose abgibt. Unter den richtigen Anworten werden Gewinne ausgelost.
Die Idee der Eisblock-Wette, die in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern durchgeführt worden ist, soll auf den Nutzen und Effekt guter Wärmedämmung hinweisen. Der physikalische Grundgedanke der Eisblock-Wette ist, dass ein gut gedämmtes Gebäude nicht nur warme Innenräume gegen die Kälte von außen schützt, sondern auch umgekehrt, einen kalten Innenraum gegen die Wärme von außen. Die Energiefachleute möchten mit diesem Experiment zeigen, wie effizient und klimaschonend richtig gedämmte Häuser mit Energie umgehen. „Die Gebäudehülle beziehungsweise die Qualität der Wärmedämmung ist der entscheidende Faktor für die Energiebilanz eines Hauses“, erklärt Klaus Steidle, Stuckateurmeister und Obermeister der Stuckateurinnung Ludwigsburg.
Die Wette soll belegen, dass mit dem Bau von Passivhäusern der richtige Weg in Sachen Wärmedämmung beschritten wird. Der Trend zu energiesparendem und umweltbewusstem Bauen hält zwar an, doch bei Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen werden noch immer gravierende Fehler gemacht, bestätigen die Stuckateur- und Zimmerer-Innung. Um Heizkosten zu sparen, werden oft als erstes neue Fenster eingebaut oder die Heizung erneuert. Messe ein Fachmann dann nach, stelle er häufig fest, dass der Energieverlust des Gebäudes, nach den teuren Maßnahmen immer noch enorm hoch ist. „Die Außenhülle ist die größte Fläche am Gebäude, entsprechend entweicht über sie die meiste Energie“, verdeutlicht der Obermeister.
Jede Maßnahme für sich habe Berechtigung, doch die Reihenfolge, nach der die Energiesparmaßnahmen ausgeführt werden, entscheidet oft über Tausende von Euro. „Nach der Dämmung des Daches und einer Fassadenrenovierung mit Wärmedämmung merkt man, dass eine deutlich kleinere Heizungsanlage ausreicht, um die gewünschte Heizleistung zu erzielen.“ Das Ergebnis von Wärmedämmung ist, dass der Energieverbrauch sinkt. Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, rät der Obermeister, den Energiestatus des Hauses vom zertifizierten Fachmann überprüfen zu lassen und dabei vor allem die Gebäudehülle kritisch unter die Lupe zu nehmen. Viele Stuckateur- und Zimmerermeister der Innungen sind zertifizierte Energieberater, die aufgrund ihrer Fachkenntnis diese Messungen vornehmen und Häuslebesitzer fachkundig beraten können. Nur wenn die Gebäudehülle möglichst wenig Wärme entweichen lässt, ist gewährleistet, dass andere Energiesparmaßnahmen sinnvolle Investitionen sind. „Die Leistungen, die Stuckateure und Zimmerer am Haus erbringen, sind Leistungswerte für Jahrzehnte“, unterstreicht Klaus Steidle. Die Eisblock-Wette soll zeigen, wie effektiv Wärmedämmung heute ist.
Eine gute Wärmedämmung der Gebäudehülle spart nicht nur Heizkosten und führt zu mehr Wohnkomfort, sondern ist auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Die Investitionskosten in Wärmedämmung können Hausbesitzer zudem durch geringe Verbrauchskosten bei Heizenergie ausgleichen. Das Eisblock-Mini-Haus entspricht in der Dämmqualität einem Passivhaus. Passivhäuser verbrauchen 85 bis 90 Prozent weniger Heizenergie als die meisten konventionellen Wohnhäuser.
Das Passivhaus sorgt quasi „passiv“, also ohne aktive Heiz- oder Klimasysteme, für ein behagliches Wohnklima und eine hohe Lebensqualität. Aber auch in Altbauten können durch professionelle Wärmedämmungen hervorragende Ergebnisse erzielt werden.
