Vaihingen – Michael Eisinger hat im Februar dieses Jahres den Vorsitz des Straßenfestausschusses übernommen. Kein leichtes Unterfangen, denn seine beiden Vorgänger Andreas Arndt (Bezirksfischereiverein) und davor Roland Schmitz (Musikverein) haben ihre Duftmarken hinterlassen. Die Vaihinger Kreiszeitung unterhielt sich mit Michael Eisinger über seine Ziele im neuen Ehrenamt.
Herr Eisinger, Sie sind seit Februar Vorsitzender des Straßenfestausschusses. Wie kam es dazu?
Es wurde innerhalb des Ausschusses bereits vor Jahren beschlossen, dass die großen Vereine, die über die entsprechende Personalsituation verfügen, den Vorsitz für drei bis vier Jahre übernehmen. In diesem Jahr ist der Kelch von den Bezirksfischern an den VfB Vaihingen weitergeleitet worden.
Und dort wurden Sie für den Job bestimmt.
Richtig. Da ich beim VfB für Veranstaltungen zuständig bin, fiel das automatisch in mein Ressort.
Haben Sie sich gut eingearbeitet?
Das Team des Ausschusses setzt sich Gott sei Dank aus langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern zusammen, die mir jede Hilfe zukommen lassen, die vorstellbar ist. Es wird mir auf diese Weise einfach gemacht, in die Aufgabe zu wachsen.
Wie viele Mitglieder hat der Ausschuss?
Zehn bist 15.
Die Zusammenarbeit läuft also gut.
Absolut. In dem erfahrenen Team kennt jeder seine Aufgaben. Gleichzeitig freuen wir uns immer über neue Mitglieder. Dann lässt sich die anfallende Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Im Moment ist mit Anette Gaßner ein neues Mitglied zu uns gestoßen, das sich um den Bustransfer kümmert.
Können Sie als Vorsitzender auch neue Akzente setzen?
Wir versuchen ständig, die Entwicklung des Straßenfestes an die jetzige Zeit anzupassen. Das Straßenfest hatte vor 30 bis 40 Jahren einen anderen Charakter und ein anderes Aussehen als heute. Es ist schwierig, die verschiedenen Altersgruppen und Richtungen zusammenzubringen. Wir wollen dennoch erreichen, dass sich beim Straßenfest alle Besucher aus Vaihingen und den Stadtteilen repräsentiert fühlen. Akzente zu setzen heißt für mich, die Größe des Festes beizubehalten, neue Vereine dazuzugewinnen und das Konzept des Weindörfles weiterzuverfolgen.
Das Weindörfle war ein wichtiger Rettungsanker. Ansonsten findet das Straßenfest vorwiegend in der Fußgängerzone, auf dem Marktplatz und in der Heilbronner Straße statt – in den Nebengassen ist kaum noch etwas los. Wie wollen Sie dem entgegnen?
Es zeichnet sich ab, dass wir in diesem Jahr in der Radbrunnengasse wieder eine Verbindung zwischen Heilbronner Straße und der Kreissparkassen-Tiefgarage hinbekommen. In einem zweiten Schritt werden wir versuchen, auch die Oberamteigasse zu beleben. Im Moment sind wir dabei, den Plan aufzustellen.
Viele Vereine haben immer wieder Probleme, ehrenamtliche Helfer für die Mitarbeit zu gewinnen. Gibt es deswegen Absagen von Vereinen für 2008?
Ein Verein ist derzeit noch am überlegen. Um so mehr freut es uns, dass wir mit den Motorradfreunden Enztal, dem kroatischen Verein, dem Förderverein der Ballettschule Nagy und dem Sozialverband VdK neue Vereine hinzugewinnen konnten.
Wie viele Vereine werden dann teilnehmen?
Über 50 Vereine und Aussteller.
Und vorwiegend wird es Würste, Pommes und Bier im Angebot geben.
Dass ein Fischer kein Schnitzel grillt, ist selbstverständlich. Es liegt daher in der Hoheit der Vereine, wie sie sich präsentieren. Wir mischen uns da nicht ein.
Sie sind ein sehr umtriebiger Mensch. Passt da dieses Ehrenamt noch in Ihr Zeitraster?
Wenn es nach meiner Familie geht, eher nicht.
Wie viele Ehrenämter begleiten Sie?
Neben dem Vorsitz im Straßenfestausschuss bin ich seit 15 Jahren ehrenamtlich für den VfB Vaihingen aktiv und dort im Vorstand tätig. Früher war ich außerdem auch im Vorstand einer politischen Jugendorganisation.
Was reizt Sie am Ehrenamt?
Wenn es keine Ehrenamtliche gibt, gibt es auch keine Vereine und kein Straßenfest. Ich möchte aber, dass es diese Dinge gibt. Deswegen mache ich es. In der Zeit, als ich noch Fußball gespielt habe, habe ich sehr von der ehrenamtlichen Arbeit anderer profitiert. Jetzt möchte ich anderen die Gelegenheit geben, das Gleiche erleben zu dürfen.
Wo werden Sie den Abend während des Straßenfestes verbringen?
Am Samstagnachmittag werde ich bei der Eröffnung des Straßenfestes mitwirken und mich dann mit den anderen Ausschussmitgliedern um die Probleme der Standbetreiber kümmern. Ursprünglich war ich zu der Hochzeit eines Freundes von mir eingeladen. Ich glaube, dass es trotz Straßenfestes angebracht sein wird, ihm wenigstens zu gratulieren.
Fragen von Frank Elsässer
