Pulverdinger wollen Zufahrt offen halten
Pulverdingen (aa) – Über „falsche Darstellungen“ zur Einbiegesituation in die Bundesstraße 10 regt man sich in Pulverdingen auf. Die Situation sei im Gemeinderat nicht richtig beschrieben worden, beschweren sich jetzt die Bewohner des Enzweihinger Teilortes und haben sich mit Unterschriftenlisten gegen die Schließung der Einmündung am Unteren Pulverdinger Holz in die B10 gewandt.
Das Thema liegt schon einige Wochen zurück. Im Gemeinderat wurde am 18. April über die geplante Mitteltrennung auf der Enzweihinger Steige diskutiert. In diesem Zusammenhang war auch die Schließung der Feldwegzufahrten vorgeschlagen worden.
„Da wollte man uns wohl abhängen vom öffentlichen Leben“, drückt sich Gerhard Rothacker, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion aus. Da sei im Gemeinderat durch den Leiter des Tiefbauamtes und den Enzweihinger Ortsvorsteher eine völlig falsche Darstellung der betroffenen Einmündung abgegeben worden. „Ich habe gleich nach Erscheinen des Zeitungsberichts mit dem Leiter des Vaihinger Polizeireviers, Hauptkommissar Gerd Esenwein, telefoniert. Er hat mir gegenüber die Einmündung nicht als Unfallschwerpunkt bezeichnet.“ Das hat sich die VKZ im Revier bestätigen lassen. Hauptkommissar Michael Kuhne von der Führungsgruppe der Vaihinger Polizei: „Die Einmündung ist unfallmäßig nicht auffällig.“
Und die Bezeichnung Feldweg treffe ja überhaupt nicht zu, wird aus Pulverdingen moniert. „Richtig ist, dass es sich hier um eine öffentliche Straße handelt“, wird in einer Resolution der Pulverdinger Bürger, die unter anderem an das Regierungspräsidium, an Oberbürgermeister Gerd Maisch, den Gemeinderat Vaihingen, den Ortschaftsrat Enzweihingen, an das Tiefbauamt und an die Polizei ging, festgestellt. Die Straße sei gewidmet wie die Straße zur Hochdorfer Kreuzung, wird mit Flurstücksnummer belegt. Und hier verlaufe auch die offizielle Eberhardt-Buslinie Nummer 503 mit Fahrtrichtung Vaihingen.
Die klare Forderung der Pulverdinger Bürger, dokumentiert mit 71 Unterschriften, die auch von nicht im Ort wohnenden Unterstützern kommen: Beibehaltung der Einmündung in die Bundesstraße 10 wie bisher, denn es ist die kürzeste Verbindung in Richtung Vaihingen. Richtigstellung der Fakten und ein Vor-Ort-Termin mit den verantwortlichen Personen. Die Einfahrt sei wesentlich übersichtlicher als die Kreuzung B10/Hochdorf. Rothacker: „Für große Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen ist es dort viel gefährlicher.“
Die Pulverdinger sind an sich kein streitbares Völkchen, doch jetzt mucken sie auf, wünschen sich von der Stadtverwaltung und vom Enzweihinger Ortschaftsrat etwas mehr Bürgernähe und Informationen über Belange, die sie betreffen. Und deshalb wird auch ganz offiziell eine Stellungnahme angefordert.
Die VKZ erinnert in diesem Zusammenhang an die Abstimmung im Gemeinderat: Mit 16:14 Stimmen hatten die Stadträte die vom Regierungspräsidium (RP) aus Verkehrssicherungsgründen empfohlene Schließung abgelehnt. Doch da trauen die Pulverdinger dem Frieden offensichtlich nicht. Hartmut Helber, Leiter des Tiefbauamtes, kann beruhigen: „Wir gehen davon aus, dass der Wunsch respektiert wird.“ Die Einstufung als Unfallschwerpunkt sei ohnehin wohl eine Fehleinschätzung des Sachbearbeiters im RP gewesen.
