Nur drei Bezirke in der Stadt sind wenig verschmutzt
Vaihingen (oh/phs) – Sehr zufrieden sind die Organisatoren des siebten Vaihinger Früjahrsputzes mit der Beteiligung der Bürger an der Aktion. Ganz und gar nicht zufrieden sind sie hingegen mit dem Verhalten mancher Raucher: Viele würden ihre Zigarettenstummel einfach wegwerfen und damit die Umwelt verschmutzen.
Die Projektgruppe „Sauberes Vaihingen“ der Agenda21 hat ihre Bilanz aus dem siebten Frühjahrsputz gezogen. In diesem Jahr wurde die Einteilung der teilnehmenden Gruppen optimiert. Durch kleinere Sammelbezirke konnte der Aufwand für die einzelnen Sammelgruppen reduziert und damit die Aktion attraktiver für Organisationen, Vereine und Parteien gestaltet werden. Mit 34 Bezirken konnten beinahe alle der 38 Sammelbezirke besetzt werden. „Das war nur möglich, weil sich so viele am Frühjahrsputz beteiligt haben“, sagte Manfred Auch in der Sitzung der Projektgruppe.
Die Berichte der einzelnen Gruppen hatten alle den gleichen Tenor: Die zu reinigenden Gebiete waren sauberer als in den Vorjahren. Das bestätigt auch die Statistik. In diesem Jahr wurden 3,28 Tonnen Müll gesammelt, im Vorjahr waren es noch 3,98 Tonnen. „Dies ist eine durchaus positive Entwicklung, wenn man bedenkt, dass 2002 noch stolze 5,66 Tonnen Unrat aufgelesen wurden“, erläuterte Auch.
Die Helfer wurden auch in diesem Jahr wieder gebeten, eine Bewertung der Verschmutzung ihres Sammelgebietes vorzunehmen. Dabei wurde getrennt nach Müllsorten eine fünfstufige Einschätzung des Verschmutzungsgrades abgefragt. Diese Bewertungen wurden ausgewertet und auf eine Karte der Stadt Vaihingen übertragen. „Obwohl die Einschätzungen der einzelnen Gruppen selbstverständlich gewissen subjektiven Schwankungen unterliegen, konnte die Agendagruppe wertvolle Erkenntnisse gewinnen“, sagte Auch.
Entlang von Straßen und auf Parkplätzen bemängelten die ehrenamtlichen Helfer des Frühjahrsputzes, dass dort relativ viele Fast-Food-Verpackungen weggeworfen werden. Und auch die Gebiete rund um Schulen und Haltestellen des öffentlichen und privaten Nahverkehrs seien besonders oft stark verschmutzt. Doch nicht nur vor Schulen, sondern auch in allgemeinen Mischgebieten, wie zum Beispiel im Flosch, wurde eine mittlere bis sehr hohe Verschmutzung verzeichnet (orangebraune und rote Markierungen). Neben dem Gewerbegebiet Flosch wurde der Bereich um das Hallenbad und um die Sportanlagen jenseits der B10 von den Helfern als sehr verschmutzt eingestuft (rote Markierung). Weite Teile der Vaihinger Kernstadt seien in diesem Jahr verschmutzt gewesen (orangebraune Markierung).
Nur drei Bezirke konnten als wenig verschmutzt eingestuft werden (hellgrüne Markierungen). Das sind zwei Gebiete weniger als im vergangenen Jahr. Daran könne man sehen, dass man ständig an einer Verbesserung arbeiten müsse. Denn Gebiete, die im einen Jahr noch als unverschmutzt eingestuft werden konnten, können im folgenden Jahr schon verschmutzt sein.
Eine Sache ist den Müllsammlern jedoch in allen Bezirken negativ aufgefallen. „Eine endlose Zahl von Kippen und Zigarettenschachteln mussten aufgeräumt werden“, erläuterte Auch. Es sei bedauerlich, dass viele Raucher scheinbar nach dem Grundsatz „Was ich meinem eigenen Körper zumute, kann ich auch der restlichen Gesellschaft zumuten“ leben. In 14 von 38 Sammelbezirken wurde die Verschmutzung durch weggeworfene Kippen von den Helfern als sehr hoch eingestuft.
Doch wer Kippen, Zigarettenschachteln und anderen Müll wegwirft, verschmutzt nicht nur die Umwelt. Unter Umständen kann man sich damit sogar eine Strafe einhandeln. „Wer auf frischer Tat ertappt wird, wird von uns zur Kasse gebeten“, sagt Gerhard Bahmer, der das Vaihinger Sozial- und Ordnungsamt leitet. Ein auf den Boden geworfener Zigarettenstummel koste 10 Euro, wer Verpackungsmaterialien oder Dosen fallen lässt, müsse mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro rechnen. Und wer mutwillig für Scherben sorge, riskiere eine Strafe von 30 Euro.
„Auch einige Autofahrer meinen, mit dem Lösen eines Parkscheins sei die öffentliche Entsorgung des Parkscheins vom Parkplatz oder aus den Grünstreifen mit inbegriffen“, sagte Manfred Auch. Die ehrenamtlichen Helfer könnten da nur den Kopf schütteln. Erfreulich sei hingegen, dass der Anteil an Dosen und Flaschen seit der Einführung des Dosenpfand erheblich abgenommen habe. Lediglich Schnapsflaschen, auf die kein Pfand bezahlt werden müssen, seien noch ein Problem.
Bis zur sauberen Stadt ist es noch ein weiter Weg
Wie soll es in Zukunft weitergehen? Was kann getan werden, damit noch weniger Müll in der Landschaft landet? Auch dazu hat sich die Agenda21-Gruppe „Sauberes Vaihingen“ Gedanken gemacht. Der größte Effekt könne erreicht werden, wenn die Vaihinger Bürger konsequent ihren Müll bis zum nächsten Mülleimer, bis zur Schule oder bis nach Hause mitnehmen würden. „Nichts wünscht sich die Gruppe so sehr, als durch das Verhalten Aller überflüssig zu werden.“ Da es bis dahin aber noch eine kleine Wegstrecke zurückzulegen gilt, will die Agendagruppe mit dieser Aufräumaktion zum Mitdenken anregen, was jeder dazu beitragen kann, um die Lebensqualität in Vaihingen zu erhöhen.
Eines steht jedoch schon jetzt fest: der achte Frühjahrsputz in Vaihingen wird durchgeführt. Die Projektgruppe „Sauberes Vaihingen“ hofft, dann wieder mehr Sammelbezirke in Zukunft „hellgrün“ einfärben zu können.
- Es werden noch Gruppen und Vereine gesucht, die im kommenden Jahr einen der noch offenen Bezirk übernehmen wollen. Weitere Informationen zu der Aktion gibt es bei den Organisatoren über die E-Mail-Adresse Sauberes.Vaihingen@web.de.
