Weiterer Logistiker am Perfekten Standort
Vaihingen (aa/pv) – Im Vaihinger Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ scheint die Durststrecke jetzt endgültig überwunden zu sein. Die neue Erfolgsmeldung aus dem Vaihinger Rathaus: Der Paket- und Expressdienstleister GLS plant hier ein neues Depot. Er will seinen Standort von Schwieberdingen nach Vaihingen verlagern.
Wenige Tage nach dem Verkauf eines Grundstücks an die Firma Lösomat – Schraubtechnik Neef GmbH steht mit dem Paket- und Expressdienstleister GLS Germany der nächste Bauherr in den Startlöchern. Das Unternehmen, erkennbar an den gelben Pfeilen, ist in Deutschland an 57 Standorten präsent und bietet nach eigenen Aussagen „zuverlässige und hochwertige Paket- und Expressdienstleistungen“. Bereits am 1. April 2009 soll das neue Depot am „Perfekten Standort“ in Betrieb gehen, ist die ehrgeizige Aussage der Firmenleitung. Jetzt startet das Unternehmen mit den Bauvorbereitungen.
„In der kommenden Woche beginnen Bohrungen für ein Bodengutachten“, informiert Thorsten Leupold, der städtische Wirtschaftsförderer. Standort für die drei Hallen soll zwischen der Kreisstraße Kleinglattbach – Illingen und der derzeit betriebenen Greenfield-Bebauung an der Otto-Hahn-Straße sein. Für Ende Juni ist die Unterzeichnung des Kaufvertrages terminiert. Baubeginn könnte schon im Juli sein, denn der Zeitplan für die Inbetriebnahme ist eng gesteckt.
Wer ist die GLS? Es handelt sich um eine Tochtergesellschaft der General Logistics Systems B.V., Amsterdam. GLS realisiert Paketdienstleistungen sowie Express-Sendungen und logistische Mehrwertleistungen. Über eigene Gesellschaften und Partner bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen in 36 europäischen Staaten an und ist über vertraglich gesicherte Allianzen mit der ganzen Welt verbunden. Europaweit stehen der GLS 32 zentrale Umschlagplätze und 680 Depots zur Verfügung. Rund 13000 Mitarbeiter und 19700 Fahrzeuge sind täglich für 220000 Kunden im Einsatz. Um dem steigenden Paketvolumen im Netz gerecht zu werden, plant das Unternehmen den Bau des Depots im Gewerbegebiet „Perfekter Standort“. Im letzten Geschäftsjahr wurden 335 Millionen Pakete abgewickelt, der Umsatz betrug 1,75 Milliarden Euro. Betrieben werden rund 4500 Paketshops. GLS versteht sich als „European Leader in Quality“. Rund 12,3 Millionen Euro wird das Unternehmen voraussichtlich in den Standort Vaihingen investieren. Bis zu 55000 Pakete sollen dann täglich über die Bänder laufen – umgeschlagen und distribuiert von 342 Beschäftigten.
„Das neue Depot entsteht auf einem Gelände von zirka 36100 Quadratmetern und verstärkt unsere Kapazitäten im süddeutschen Raum“, erklärt Klaus Conrad, Managing Director der GLS Germany. „Der Neubau entspricht in seiner Konzeption und Ausstattung den neuesten Erkenntnissen einer sicheren und effizienten Paketlogistik für eine hochwertige Abwicklung.“ Die Hallenflächen sind nach Aussage aus dem Vaihinger Rathaus rund 5000 Quadratmeter groß (zum Vergleich: Beim benachbarten Unternehmen, das so heftig in der Kritik stand, sind es rund 45000 qm), dazu kommen 800 qm Büroflächen
GLS will in Vaihingen von einer guten Infrastruktur vor Ort und einer schnellen Verbindung von Süddeutschland nach Frankreich, Österreich und die Schweiz profitieren. Aber auch die Stadt verspricht sich Vorteile: „In der Region Stuttgart brummt die Wirtschaft – da werden die Dienste der Versender, Verpacker und Veredler zunehmend gefragt. Deshalb entwickelt sich die Logistikbranche immer mehr zur Jobmaschine“, meint Oberbürgermeister Gerd Maisch. Die Schaffung von Logistikflächen für diese Schlüsselbranche sieht er als einen aktiven Beitrag zur Standortsicherung.
Wirtschaftsförderer Leupold bewertet die Entwicklung natürlich mit einer gewissen Genugtuung. Oft hatte er in den letzten Jahren verbal Schläge wegzustecken. Nun kann er melden, dass er noch weitere ernsthaft Interessenten in der Pipeline hat, zum Beispiel zwei produzierende Betriebe, zwei Handwerksunternehmen und natürlich auch noch weitere Logistiker, die offensichtlich auf den Standort abfahren. Doch bei den Versendern will man nun eher auf die Bremse treten. Allenfalls noch ein Betrieb dieser Art ist auch nach der Empfehlung der Region Stuttgart hier denkbar.
