Oberriexingen (sf) – Der Mensaanbau an die Grundschule Oberriexingen wird deutlich teurer, als erwartet. Am Dienstagabend standen Mehrkosten von über 50 Prozent im Raum. Schuld daran sind unter anderem die Nachbarn: Weil diese wegen des Lärms Einspruch eingelegt hatten, musste die Stadt umplanen.
70 Angebote für 18 Gewerke lagen am Dienstagabend im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung im Oberriexinger Rathaus auf dem Tisch. Die Submission hatte erst wenige Tage zuvor stattgefunden. Nachdem es durch die Nachbarschaftseinwendungen ohnehin schon zu Verzögerungen kam, drückte Bürgermeister Willi Baur in Sachen Mensaanbau jetzt aufs Tempo. „Wir sollten bald damit beginnen, damit es sich nicht zu arg in den Winter reinzieht.“ Dass es Baukostenüberschreitungen gibt, bedauerte er. „Wir werden das der Reihe nach durchleuchten müssen“, kündigte er eingangs des Tageordnungspunktes an. Alle Mehrausgaben seien aber plausibel erklärbar und nicht zu vermeiden gewesen – auch wenn sich Teile des Gremiums kritisch dazu äußerten. Statt der kalkulierten rund 200000 Euro muss Oberriexingen laut Ausschreibungsergebnis schließlich rund 330000 Euro bezahlen.
Rund 50000 Euro der Mehrkosten sind alleine auf den Kompromiss zurückzuführen, den die Stadtverwaltung mit den Anwohnern geschlossen hat, die aus Lärmgründen Einspruch eingelegt hatten. Die Sache lag beim Regierungspräsidium. Lärmschutzgutachten und eine juristische Auseinandersetzung wollte die Stadt vermeiden und einigte sich mit den Bürgern. Das führte zu teureren Umplanungen. Betroffen ist aber auch die Außenanlage, die – nach Zusage an die Nachbarn – etwas aufwändiger gestaltet wird als vorgesehen. Auf den angedachten Estrich verzichtet die Kommune wegen dessen langer Trocknungszeit. Stattdessen wird auf den etwas teureren Asphalt zurückgegriffen. Bei der Planung übersehen wurde zudem der Übergang vom Altbau in den Neubau: „Da müssen Decken runter und neu eingezogen werden“, erklärte Baur. Außerdem muss die Stadt Leitungen im Bereich des Anbaus neu verlegen. Alleine hierfür fallen weitere Kosten von rund 33000 Euro an.
Gemeinderat Stefan Krüger hatte mit den unerwartet hohen Kosten ein Problem. „Die kann man nicht einfach so mit gestiegen Benzinpreisen und einer guten Konjunktur erklären.“ Verwundert zeigte er sich beispielsweise darüber, dass die Verbindung zum Altbau nicht eingeplant war. „Dass es eine Schnittstelle geben würde, ist doch so bekannt wie Weihnachten am 24.Dezember.“ Regina Schütz-Klose monierte zudem: „Natürlich können wir nicht mehr zurück, aber ich habe den Eindruck, es kommt immer alles nur scheibchenweise raus.“ Dass nur wegen der Nachbarschaft so viel zusätzliches Geld investiert wurde, wertete Erich Bannert augenzwinkernd als „Zeichen dafür, was man um des lieben Friedens Willen nicht alles tut.“
Hinsichtlich der Kosten sind alle abgegebenen Gebote bereit überprüft worden. Kleinere Bedenken gab es am Dienstagabend lediglich noch hinsichtlich der Frage des Zeitmanagements und der Qualität. Darauf will Bürgermeister Baur besonders achten. Vielleicht ergebe sich in Teilbereichen auch noch ein Einsparpotenzial, wenn der Bauhof mitarbeitet. Trotz der hohen Mehrkosten hatte Kämmerer Werner Somlai in Sachen Finanzen übrigens noch eine positive Nachricht: Bei den Gewerbesteuern liegt die Stadt schon jetzt fast im Soll. Von den kalkulierten 380000 Euro sind bereits 335000 Euro eingegangen.
