Mittwoch, 23. Mai 2012

Verkaufsoffener Sonntag in Illingen


Die Marktschreier auf dem Fischmarkt waren mit dem Kaufverhalten der Kunden zufrieden. Foto: Elsässer
Die Marktschreier auf dem Fischmarkt waren mit dem Kaufverhalten der Kunden zufrieden. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Original Hamburger Fischmarkt und verkaufsoffener Sonntag – das konnte sich gestern sehen lassen in der Gemeinde Illingen. Zwei Veranstaltungen, die sich gegenseitig befruchteten, wie auch Ute Gehring, Vorsitzende des Illinger Gewerbevereins, feststellte.
„Konkurrenz belebt das Geschäft, doch ich sehe den Fischmarkt samt Krämermarkt eher als Ergänzung zu unserem verkaufsoffenen Sonntag“, befand Ute Gehring. „Wenn dadurch die Leute angezogen werden, ist das durchaus positiv zu bewerten.“ Ein Mal im Jahr „Illinger Open“ und alle vier Jahre die Messe seien nicht genug. „Wir müssen die Kundschaft über Events nach Illingen locken“, weiß die Gewerbevereinsvorsitzende. Deshalb hätte sich der Verein dazu entschlossen, zum Hamburger Fischmarkt einen verkaufsoffenen Sonntag zu organisieren. Doch nicht bei allen Einzelhändlern fand die Veranstaltung Anklang. Der eine oder andere ließ seine Türen zu. Geschäftsinhaber eben, die am 29. Februar bei der Veranstaltung „Winterfeuer“ für sich festgestellt hätten, dass sich das Öffnen des Geschäfts außer der Reihe nicht lohne, wie Ute Gehring weiß.
Schon vormittags haben die Leute die Illinger „Shopping-Meile“ bevölkert. Als dann um 13 Uhr die Geschäfte öffneten und ihren Verkauf mitunter auf den Gehweg verlagerten, nahm das Interesse noch zu. Trubel wie an einem Freitagnachmittag herrschte zeitweise auf der Bahnhofstraße. Bummeln, einkaufen und dann noch einen Abstecher auf den Fischmarkt – so lautete die Devise.
Die Nordlichter sorgten denn auch für gehörig Stimmung auf dem Parkplatz zwischen Schillerplatz und Talaue. Da erklärte Blumen-Udo schon mal einer älteren Dame, wie man eine weibliche von einer männlichen Pflanze unterscheidet. „Glaubst Du etwa, dass das Selbstbefruchter sind wie der Wurstverkäufer da drüben?“ Aal-Hinnerk setzte nach: „Die Wurst ist rund, der Käse eckig und nur mir geht es so richtig dreckig, du Schweinemörder.“ Doch Wurst-Herby ließ sich nicht lumpen und konterte frech: „Haste Dir die Aale auch richtig angeguckt? Das sind doch aufgeblasene Regenwürmer.“ Aal-Hinnerk reimte unterdessen: „Ob bei Kälte oder Hitze – meine Aale die sind spitze.“ Wurst-Herby schimpfte derweil mit einer Kundin: „Hör’ auf, mich anzumeckern. Ich bin doch nicht dein Mann.“
Die Marktschreier waren also gut aufgelegt. Schließlich lief das Geschäft ja auch zufriedenstellend, wie Organisator Herbert Jungmann bestätigte. „Zwar hat uns der Regen zwei Mal kalt erwischt, doch das Kaufverhalten ist gut.“ So konnte er bereits gestern frohgemut verkünden: „Wir kommen wieder.“


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